Kursport

Januar 21st, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

http://www.youtube.com/watch?v=Qwvf2OtpSPI

Meine neu erwachte Freude an der Bewegung erstreckt sich jetzt glücklich auch auf das Landleben, nachdem ich vorher Gymnastik nur im Wasser gemacht haben, und zwar dank Frau Conradies, die mit uns und “Piece by Piece” von Katie Melua (

http://www.youtube.com/watch?v=Qwvf2OtpSPI

) die Wirbelsäulengymnastik tanzte. Damit hat sich auch das Problem mit meinem geraden Rückenstrecker erledigt, was der Muskel entlang der Wirbelsäule ist, und auch das Problem der Muskeln, die man braucht, um die Schultern unten zu lassen; ich ziehe die nämlich auch gerne nach oben, was zu Betonmuskeln und argen Schmerzen führt. Den geraden Rückenstrecker kann man leider im Wasser nicht trainieren, es sei denn, man ist ein Seehund und kann mehrere Minute die Luft anhalten, während man im Vierfüßlerstand auf dem Boden des Schwimmbeckens steht und abwechselnd die Flossen hebt.

Jedenfalls gedachte ich heute Frau Conradies, der Wirbelsäulengymnastik und Katie Melua und machte meine Übungen, um meinen Wirbeln stärkere muskuläre Unterstützung zukommen zu lassen.

So dachte ich. Und die Gelegenheit war günstig, denn zwei Kinder weilen derweil beim Papa und Oma I und außerdem trieb mich mein schlechtes Gewissen an, weil ich heute lieber meine Haare rot gefärbt habe als meine Wassergymnastik zu machen, während Sohni im Kinderhaus weilte.

Nun aber: Auf den Boden legen und die Arme laaang nach vorne ausstrecken, mit und ohne den Kopf zu heben.

“Sohni”, murmel ich, während ich versuche, die Arme angewinkelt in Richtung Beine zu ziehen, “geh mal aus meinem Gesicht.”

Sohni kichert. Schmusestunde mit Mama, denkt er, und kriecht unter meinem Kinn hervor.

Sohni ist brav und rollt sich zur Seite, allerdings nicht ohne von mir zu verlangen, ihm die blauen Socken von den Füßen zu rollen. Also gut.

Beide Arme sind wieder frei und werden nach vorne und hinten gebeugt, gehoben, gestreckt und…

“Sohni! Au!” rufe ich. Sohni balanciert auf meiner linken Wade, krabbelt auf meinen Rücken und will dann, dass ich ihm die Socken wieder anziehe. Seufz.

Jetzt anders: Auf Knien und Händen mache ich einen Katzenbuckel und lasse die Wirbelkörper rollen und dann linker Arm nach vorne, gleichzeitig das rechte Bein gerade nach hinten…

Sohni kriecht unter meinen Bauch und verwandelt sich in einen Tiger. Einen gefräßigen Tiger, der sich in meinem T-Shirt verbeisst, das von meinem weichen Bauch herunterhängt, auf welchen man prima klatschen kann. Das wackelt und macht Spaß. Also kitzeln des kleinen Tigers, bis der sich kichernd hervorwindet.

“Mach doch mit”, schlage ich vor, “und hopp!”

Der kleine Tiger trollt sich und ich dehne noch ein bisschen die Beinmuskulatur, spanne die graden und schrägen Bauchmuskeln an, rolle mit den Schultern und denke mit ein bisschen Wehmut an zu Hause. Mitnehmen werde ich viel. Auch wenn meine Physiotheraeutin, die Kinder- und Jugendpsychologin und Frau Conradies nicht in meinen Koffer passen und auch nicht gewillt sind, mich zweimal pro Woche zu besuchen. Aber ein paar gute Gewohnheiten werden mitreisen, und in einigen Wochen können auch kleine Tiger ihre Lendenwirbel rollen. Ganz sicher.

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