Da sind wir wieder!

Januar 26th, 2012 § 5 Kommentare

Zusammenpacken und bis um 10 Uhr abfahren ist kein Spaß und wenn noch kleine Kinder um einen kreisen, fast unmöglich. Glücklicherweise konnte ich die Zwillinge noch in die Kinderbetreuung bringen. Sonst hätte ich das wohl nicht geschafft. Der nächste Zug fuhr erst zwei Stunden später und solange wollte ich dann doch nicht warten.

Emotionale Abschiede sind ja nicht so meins und so begnügte ich mich mit einem “Tschüß, Mädels!” in den großen Esssaal, als ich mich auf den Weg ins Zimmer machte, um das Gepäck vor die Tür zu stellen. Es gibt ja noch faceb**k, das macht Abschiede ja leichter.

Zuerst fuhren wir Bummelbahn, in der uns ein freundlicher älterer Herr interviewte, was der Grund unserer Reise wäre und mit welchem Ticket wir führen. Also erklärte ich freundlich, ich käme gerade von einer Mutter-Kind-Kur (“Sind das alles Buben?”) und führe mit dem Studententicket. Er hob kaum die Augenbrauen…

Auf dem nächsten Bahnhof hatten wir 24 Minuten Zeit, um auf den nächsten Zug zu warten. Glücklicherweise fuhr mit mir auch noch eine ander Mutter mit zwei “Buben” fast dieselbe Strecke, so dass zwei Mütter auf fünf Kinder gucken konnten und ich die Zwillinge laufen lassen konnte. Sohni nahm Kontakt zu der Notrufsäule auf, die ihn irgendwann auf Warteschleife stellte (hoffentlich gibt es keine Kamera in dem Gerät), nachdem eine freundliche Frauenstimme versuchte, ihn zu sprechen zu bringen. Bis auf ein enthusiastisches “Da!” dürfte sie aber wohl nicht viel aus ihm herausbekommen haben.

Dann kam der nächste Zug, in dem ich eine Uhr fand (klar, habe ich die abgegeben), und die Kinder ihre Zeit damit verbrachten, ihre Autos die Klappsitze hinunterfahren und gleichzeitig dieselben hochschnellen zu lassen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Es gab Saltos, glatte Durchfahrten und fliegende Hotwheels, bis ich irgendwann die Konfiszierung androhte. Die übrigen Mitreisenden hatten uns zu diesem Zeitpunkt schon längt verlassen ;-) .

Die Kinder fanden schnell eine Alternative, die Klotür nämlich, die man per Knopfdruck öffnen und schließen kann. Ihr kennt die sicherlich, diese bogenförmigen Schiebetüren, die jedesmal, wenn sie den Zugang zum Kloräumchen freigeben, die Reisenden mit einem Schwall miefiger Luft beglücken. Wenn man diese Türen ungefähr 50 mal auf und zu gedrückt hat, wird diese bockig und streikt. Sohni hatte kein Mitleid und schob sie dann per Hand auf und zu. (Später funktionierte sie wieder, so dass sich meine Schamgefühle in Grenzen halten konnten.)

Bis auf zerkrümelte Sesamstangen hinterließen wir denn keine Spuren und als wir daheim ankamen, war es zwar zu spät für den Mittagsschlaf, aber dafür waren die Zwillinge relativ früh im Bett, natürlich nicht, ohne unser Haus wieder in einen für Kinder annehmbaren Zustand zu versetzen.

Und das Schönste ist die Freude, wieder da zu sein und auch die Freude, die Freude der Kinder zu beobachten, als sie den Papa wiedersahen.

“Der Papa ist da”, informierte ich die Bande, als ich ihn vor der Haustür erblickte.

“Papa???” Sohni sprang wie elektrisiert auf und rannte zur Tür. Und dann haben wir gekuschelt, uns geküsst, umarmt und auf dem Sofa geschmust. Ich erinnerte mich an den letzten Kursonntag, als der beste Ehemann von allen Maxe und Melek wieder brachte, nachdem die drei das Wochenende bei der Oma verbracht hatten. Auch da wurde geküsst und die drei Brüder haben sich gegenseitig zärtlich umarmt. Bruderliebe. Männerliebe. Familienleben. Liebesliebe. Kur ist schön, mein Leben auch.

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