… Bauchgedanken …

26. April 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

… da liege ich in meinem bett, im rücken einige kissen, damit ich atmen kann, denn die zwillinge brauchen platz in meinem bauch und schieben magen, lunge, alles, ein wenig nach oben. das buch, das ich gerade lese, liegt, den blauen rücken zuoberst, auf meinen beinen. die decke habe ich zurückgeschoben, das t-shirt ein wenig nach oben und betrachte meinen nackten bauch. das ist nicht schwer, das bauchbetrachten, denn er wölbt sich wie ein rundlicher hügel meinen blicken entgegen. selten sind diese augenblicke, zwischen kleinem sohn und haushalt, zwischen arbeit und bürokram gibt es wenig stille. nun liegen sohn und großer mann im mittagsschlaf, der haushalt hat heute pause gemacht, die bürozeit kommt morgen wieder, und ich bin alleine mit meinem bauch und der stille, die sich auf die bettkante gesetzt hat. ich verschränke die arme hinter meinem kopf und schaue auf meine mitte, die in den nächsten monaten alles je dagewesenen in den schatten stellen wird. lange kann ich schauen und warten, bis der eine boxt und beulen wirft. der andere ist ruhiger und schläft, so fasziniert mich der gedanke, wie zwei kleine knaben in ihren fruchtblasen heranwachsen, zuerst so miniklein wie pünktchen, dann schneller größer werdend, konturen ausbildend, dann winkend. ich erinnere mich an den ersten ultraschall, als mir die tränen kamen, zwei kinder! und ich dachte: es muss doch einen gott geben, der mich liebt. winzigklein sind sie, und brauchen mich, könnten ohne mich nicht überleben, brauchen den schutz meines schoßes und meine verteidigung gegen die welt da draußen. und schon in einigen wochen, würden sie denn dann zu früh geboren, hätten sie eine, wenngleich minikleine chance zu überleben. noch ist es eine liebe im kopf, denn liebe braucht ein gesicht, dem sie sich entgegenstrecken kann. ich liebe in die zukunft, liebe schon jetzt die kleinen gesichter, egal, wie sie aussehen werden, ob sie gesund sind oder behindert, will sie bedingungslos lieben, weiß, dass ich scheitern werde, denn ich bin nicht perfekt, bin alles andere als perfekt, aber vielleicht macht ja gerade das die liebe aus.

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