Kegelrobbe (28. Schwangerschaftswoche)

11. Juni 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Meine letzte Woche …

Der Badeanzug ist da! Juche! Ich habe mich begeistert in das Riesenschwarz hineingeächzt, um zu schauen, ob die Zwillinge mit hineinpassen, und warte nun auf die Männer von Greenpeace, die mich ins Meer zurückschieben wollen.

In der Straßenbahn bekomme ich kommentarlos den letzten Sitzplatz, alle ziehen den Bauch ein, wenn ich den meinen vorbeischiebe und jedermann hält mir die Türen auf. In der Optikerwarteschlange schielt die Nebenfrau auf meinen Bauch und sagt: „Na, da ist es bald soweit, oder?“ Und ich schockiere sie damit, dass ihr sage: „Nur noch zwölf Wochen“. Immerhin sind noch keine neuen Schwangerschaftsstreifen hinzugekommen, aber ich mache mir nichts vor, die kommen bestimmt, obwohl der Bauch abwechselnd vor Wildrosenöl und Weledairgendwas glänzt.

Am Mittwoch Geburtsvorbereitung Teil II: der Beckenboden. Ohne Männer. Sehr gut. Ich finde es auch ohne Männer ein bisschen befremdlich, zu quietschen, laut „Hatschi“ zu sagen oder „Lik lak luk“, um die äußere und mittlere Schicht zu spüren. Ich massiere meine Darmbeinschaufeln, messe brav die Abstände zwischen Simphyse und Steißbein, schaue mir Fontanellen an und breche in Tränen aus, als die Frau mir gegenüber begeistert von ihren Hausgeburten berichtet.

„Wenn es soweit ist, dann weiß man einfach instinktiv, wie an sich verhält“, sagt sie ,und wenn man sie so hört, dann denkt man, Geburt wäre eine tolle Sache.

Bäh.

Ich mag das nicht. Ich erinnere mich an eine andere Frau, die ich während der ersten Schwangerschaft bei der Wassergymnastik kennengelernt habe, achja, wenn man nur ganz bei sich ist, dann … es klang fast romantisch. Oder die Frau, die mir erzählte, dass ihre beiden Kinder nur eine halbe Stunde brauchten, um auf die Welt zu kommen, fast schmerzlos.

Doppelbäh.

Das mag ja alles sein, aber dann gibt es ja noch die anderen, die die nicht ganz bei sich waren. Die, die die Schmerzen nicht aushielten. Die die ihr Kind nicht sehen wollten, weil sie viel zu erschöpft und schockiert waren. Die, die sich darüber ärgerten, weil ihnen niemand vorher sagte, wie schmerzhaft Wehen sein können.

Wie auch immer, so tickt jede verschieden, die eine hält es aus und wünscht sich eine Hausgeburt, die andere will am liebsten nichts mit der ganzen Sache zu tun haben. Die eine stärkt mit einer selbstbestimmten Geburt ihr Selbstbewußtsein, die andere fühlt einen Riss in der Seele, der vielleicht nie so ganz verheilen wird.

Und so ist es, wie bei allen anderen Themen im Leben auch … es ist eben verschieden. Was mich nur nervt, sind diese absoluten Aussagen … jede Frau kann …

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