Putzen gewinnt

13. Juni 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Bei allen Klagen über unser Gesundheitswesen, scheine ich zu den Glücklichen zu gehören, die optimal versorgt werden.  Ich habe eine nette Hebammenpraxis gefunden, in der ich rund um die Uhr anrufen kann. Wenn die Geburt meiner Zwillinge starten sollte, bevor ich mich für einen OP-Termin entscheide, wird eine Hebamme dabei sein, die ich kenne und mag, die die Formalitäten erledigt und meinen Körper auf die Operation vorbereitet. Mein Sohn wird vom Kinderarzt in Notfällen prompt versorgt, und wenn die Praxis geschlossen ist, kann ich zwischen drei Kindernotfallpraxen wählen, und nicht zuletzt habe ich eine nette Frauenärztin gefunden, die sich auch für meine seelischen Wehen Zeit nimmt, wenn es denn nötig ist.

Pro Quartal erhält diese idealistisch geprägte Frauenärztin 15 Euro irgendwas für meinen Besuch als Kassenpatientin. Wenn ich schwanger bin, ein paar Euro mehr. Egal, wie oft ich komme. Darin enthalten ist die Voruntersuchung der Arzthelferin, ein Gespräch, Ultraschall, das CTG und die Untersuchung des Schwangerschaftszustandes.Wenn ich risikoschwanger bin und ein paar Untersuchungen mehr fällig werden,  z.B. um zu schauen, ob die Zwillinge auch beide gut versorgt sind, dann kann sie etwas mehr mit meiner Krankenkasse abrechnen.

Wenn es medizinische Komplikationen gibt, dann kann ich eine Haushaltshilfe beantragen, einen Teil der Kosten trage ich selber, die Krankenkasse bezahlt aber immerhin 8 Euro pro Stunde. Die Haushaltshilfe hilft mir mit allem, was mich irgendwie unterstützt. Die Frauenärztin muss ein Formular ausfüllen und der Krankenkasse erklären, warum ich eine Haushaltshilfe benötige. Dafür erhält sie kein Geld extra. Wenn die Haushaltshilfe pro Woche zweimal kommt und zwar für zwei Stunden, dann kostet das die Krankenkasse 128 Euro im Monat, meine Güte, so viel erhält meine Ärztin im ganzen Jahr nicht für mich.

Ich habe sie gefragt, warum sie sich soviel Zeit für mich nimmt oder nehmen kann, und sie hat geantwortet, wenn es ihr ums Geld ginge, würde sie wohl in der Bank arbeiten.

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