… wie neugeboren …

20. September 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

seit elf tagen leben wir zu fünft in unserer (kleiner werdenden) wohnung …

die erste tage waren … ka-ta-stro-phal !!!

in meinem mutterwahn habe ich heroisch die nachtdienste übernommen in dem naiven glauben, morgens ja noch länger schlafen zu können, während der rest der familie im kindergarten bzw. bei der arbeit weilt.

fazit: einen zwilli alleine füttern (inklusive windeln wechseln, bäuerchen abwarten und elektroden kleben) dauert ca. 45 minuten. z w e i zwillis füttern (plus klimbim) dauert 2 bis 4 stunden. dann ist es gewöhnlich morgens, und matze und joni sind sowieso der meinung, dass morgenstund gold im mund hat … jedenfalls sind sie spätestens ab 7 uhr knackwach (ich nicht).

also haben wir unsere taktik umgestellt und teilen uns die minis auf, matze schläft beim papa und joni bei mir. der grund ist rein praktischer natur: herr matze trinkt mehr als joni (was an ihrem gewicht liegen mag, matze wiegt schon ungefähr 4.600 gr, joni 3.900 g), und die gute muttermilch reicht dem matze manchmal nicht, während joni ein gemütliches stillkind ist.

also wird der joni nachts in mein bett verfrachtet und im liegen gestillt (dabei muss ich noch nicht mal richtig wach werden), und matze, der sowieso ein seeliges flaschenkind ist, trinkt seine flasche in ungefähr fünf minuten leer (o-ton des krankenhausseelsorgers: „hau weg  die pfütze, matze!“ (!)), rülpst wie ein elch, pupst seelig am anderen ende und schläft ziemlich sofort wieder ein (während joni nicht einmal richtig aufwacht).

so allmählich haben wir uns auch an die mobilen monitore gewöhnt. es gibt zwar alle naslang fehlalarme (und neue besucher, die die dinger noch nicht kennen, erleiden jedesmal einen adrenalinstoß), aber im gegenzug dazu nutzen wir die vorteile, die da wären:

wir dürfen die kinder in zahlreiche decken hüllen (darf man sonst nicht wegen der gefahr eines plötzlichen kindstods), wir dürfen sie auf dem bauch schlafen lassen (darf man sonst nicht wegen der gefahr eines plötzlichen kindstods), wir dürfen sie mit in unser bett nehmen und kuscheln (darf man sonst nicht wegen der gefahr eines plötzlichen kindstods) und auch wenn sie bewegungslos in ihren betten liegen, bleibt ihnen erspart, was sohnemann I noch über sich ergehen lassen musste … den habe ich nämlich ständig angstupst, um zu prüfen, ob er noch atmet … nun genügt ein blick auf den bildschirmschoner: „patient wird überwacht“, und ich bin beruhigt.

die ärztin hat uns geraten, sich die ersten wochen zuhause wie die wochen nach einer normalen geburt vorzustellen. in der tat sind unsere kinder ja erst einige tage nach dem errechnetetn termin (4. september) aus dem krankenhaus entlassen worden: „stellen sie sich vor, sie würden normalerweise ja auch erst jetzt nach hause gehen … .“

… und nach den ersten tagen der überforderung, der anstrengung, des ersten intimen sich-aneinander-gewöhnens fühlen wir uns erstmals wie eine normale familie … die zeit im krankenhaus und der (anstrengenden) schwangerschaft sind irgendwo in einem kämmerchen meines überforderten gehirns gepeichert, will nicht drandenken, schiebe alles zurück und fort, später, ja später werde ich mir die bilder ansehen, die gefühle verarbeiten, aber im moment habe ich keine zeit dazu (oder will sie mir nicht nehmen), zu nah sind noch der schock und das warten, das hin und her und die zweifel, die selbstzweifel, alle zweifel, die immer noch wie dunkle nachttiere durch die wälder meiner nächte streifen.

ich stelle mit staunen fest, dass ein ganzer sommer vorbeigegangen ist, im hochsommer sind wir ins krankenhaus gegangen, nun wird es herbst … und tauche allmähnlich wieder ein in eine realität, die in den letzten wochen hinter einer dicken glasplatte verborgen war, ich bemerke interessiert, dass die bundestagswahl ansteht (zzt. favorisiere ich die ödp (kennt die jemand?)), lese wieder zeitung (zumindest die überschriften), stelle den nachwuchs (endlich!) freunden und bekannten vor und versuche ansonsten mich um meine grundbedürfnisse zu kümmern: frühstücken um halb zwölf im park (mit coffee to go und einer fertigschale salat), duschen irgendwann zwischen babygeschrei und windeln wechseln oder wenn gerade besuch da ist („äh, kannst du mal eine halbe stunde auf die kinder aufpassen?“), am schreibtisch arbeiten ist nur möglich, wenn ich einen bezahlten babysitter habe oder ich (alle grundsätze der gesunden kindererziehung über den haufen werfend) matze und joni in die maxi cosis setze, dann nämlich kann ich die sitze abwechselnd mit dem rechten fuß anstupsen, geschaukel beruhigt jedes unruhige kind (jetzt ist gerade matze dran, während joni seelig schnauft).

über den alltag mit zwilli-babys berichte ich dann später, beide schlafen, da werde ich jetzt duschen gehen … die monitore halten mich auf dem laufenden … (neue fotos, sobald der fotoapparat wieder aufgetaucht ist).

DSCF7145

29. august

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