zwilli-alltag (immer noch ohen fotoapparat)

26. September 2009 § 2 Kommentare

wie versprochen hier die ersten eindrücke aus einer familie mit zwillingsbabys …

uff.

doppeluff.

ächz.

aber auch: oh! und: schön! und: ah!

große liebeswellen schwappen durch meine müde mutterseele, die zwei gehören schon ganz selbstverständlich zu unserem alltag. neben meinem bett schläft joni, der schwarzhaarige hänfling mit den brauen mandelaugen und wacht (wie der matze) ziemlich pünktlich alle vier stunden auf. nur die abendrunde, die verpennt er manchmal oder zögert sie zumindest hinaus. d.h. für mich: nachts um zwei einmal joni zur brust nehmen, dann wieder um sechs. wenn ich pech habe (so wie heute morgen), dann fällt um 6.30 uhr die oxy-sonde vom fuß („piep-piep“ macht der monitor), und ich muss eine neue ums füßchen wickeln. wenn ich noch mehr pech habe (so wie heute morgen um 6.45 uhr), dann fallen auch noch die elektroden ab (weiß der kuckkuck warum, hatte ich die nicht erst kürzlich frisch geklebt?), dann heißt es aufstehen, neue packung suchen, aufreißen und den armen jungen entkleiden, damit ich rot-gelb-schwarz auf brust und bauch kleben kann. dann werden wieder alle werte korrekt angezeigt, tja, und dann ist eigentlich schon wieder morgen. für eine nachteule wie mich kein – sagen wir mal – optimaler start in den tag, gähn.

manchmal habe ich aber auch glück, und die beiden gehen in die verlängerung. einmal durfte ich sogar bis halb zehn schlafen. der ehemann, der den matze mit ins bett nimmt, stellt mir diesen nach dem „frühstück“ vor die babyzimmertür, und manchmal schläft er tatsächlich noch weiter. nach dem „zweiten frühstück“ spätestens stehen wir dann alle auf, der große sohn weilt schon längst im kindergarten, der gatte auf der arbeit, und mich ereilt das große hausfrauenschicksal, das gefühl nämlich, den ganzen vormittag nichts gemacht zu haben, während man eigentlich die ganze zeit „macht“.

sobald die kleinen gleichzeitig ruhe geben, hüpfe ich unter die dusche, koche kaffee und versuche zu frühstücken, manchmal schaffen wir sogar eine runde im sonnenschein … dann ist es auch schon zwei uhr, der ehemann und ich machen die übergabe (nächste mahlzeit? essen? besorgungen? windeln? tralala), und ich trabe zum kindergarten, um den wirklich großen sohn abzuholen (nachdem man sich den vormittag über um mini-hintern gekümmert hat, kommt einem die windel von sohn I riiiesig vor). dann spielplatz oder steine werfen (der rhein fließt vor der haustür vorbei), abendessen, die abendzeremonie mit schmusen („papa!!! musen!!!“) bilderbuch angucken und beten („amen!!!“) und dann haben wir, also die eltern, feierabend.

der aktuelle gute-nacht-geschichten-renner ist zzt. das regenwurmbuch. der sohn weiß also jetzt, dass ein regenwurm bortsten hat, als zwitter lebt und dass irgendwo im clittelum die geschlechtsorgane sitzen. wenn der regenwurm babys haben will, dann sucht er sich einen zweiten regenwurm und dann kuscheln die beiden und legen sich clittelum an clittelum und tauschen äh, sperma aus (müssen fast-dreijährige das wissen?), anschließend bildet sich eine schleimmanschette, die die regenwürmer abstreifen und die sich – nach dem abstreifen – zu einem kokon verschließt, der wiederum zwei bis drei regenwurmbabys hervorbringt. auf diese weise erhalten regenwürmer pro jahr 40 bis 90 nachkommen …

der beste ehemann von allen weiß das schon alles auswendig und sieht auch nicht besonders glücklich aus, wenn als antwort auf die frage, welches buch wir denn heute lesen wollen, „regenwurm-buch!“ erschallt. (und ich dachte schon, „max macht pippi“ wäre auf die dauer langweilig.)

am abend jedenfalls sitzen wir, also die eltern, dann noch im wohnzimmer, das sofa ist mit spucktüchern, stillkissen und babydeckchen übersät, daneben steht der zwillingswagen und auf dem boden tragetaschen und die autositze (unerlässlich, wenn auch das zweite baby brüllt, die kann man so schön schuckeln, während man das erste baby stillt oder befläschelt). auf dem tischchen steht kalt gewordener kaffee und der fläschchenwärmer und in all dem chaos sitzen zwei müde eltern, die abwechselnd ihren zwei kleinen schnullis in die mündchen schieben, bäuchlein massieren oder auf das bäucherchen warten, und bei jedem pups und rülpser „bravo!“ rufen.

elterndasein ist schon reichlich seltsam.

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§ 2 Antworten auf zwilli-alltag (immer noch ohen fotoapparat)

  • Ina sagt:

    Ich kann nur eins sagen: es hat mir Spaß gemacht deinen Beirtag zu lesen!! Ich musste oft schmunzeln, da es sich bei all dem trtotzdem nach viel Spaß anhört! Drei Kinder und alle noch so jung, echt top gemacht! Ich will und werde auch…:-)

    LG, Ina

  • mara sagt:

    uiui, ina, ich wollte gerade mit dem blog erreichen, dass noch-nicht-eltern wissen, was auf sie zukommt. klar, das liest sich alles witzig. aber bedenke, dass man beim lesen die müdigkeit, die selbstzweifel, die sorgen, die nerven, die überforderung nicht spürt… drei kleine kinder zu haben, ist hammerhart, und ohne humor/ironie wäre ich hier nur noch am herumbrüllen.
    nichtsdestotrotz: kinder haben, ist das schönste in diesem leben.
    liebe grüße und schön, dass du hereingelesen hast,
    mara

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