doch noch weihnachten

28. Dezember 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

im letzten jahr habe ich in etwa um diese zeit den schwangerschaftstest gemacht. wir haben minutenlang auf den schmalen streifen gewartet, der sich sehr schüchtern und sehr langsam materialisierte. was denn nun? schwanger oder nicht?

das war auch in etwa die zeit, in der mein körper kraftreserven abzog. monatelang hatte ich grippe, schnupfen, war ausgelaugt und müde. die vermieterin hat mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass sie uns aus dem haus haben will. dann begann die zermürbende suche nach einer neuen und guten frauenärztin, einer geeigneten hebamme, die beim thema geburtstrauma und depressionen nicht gleich tot vom hocker fällt (es gibt ja hebammen, das ist unglaublich, so ein bisschen öko sind die ja irgendwie alle, dann gibt es noch den typ „ich bin die fachfrau und lasse sie an meinem fachwissen partizipieren“ … ??? den typ „postpartale depressionen gibt es nicht und so schlimm sind geburten ja gar nicht“ (das mag ja auf die große mehrheit zutreffen, aber auf mich zb nicht), und noch einige mehr. frohen herzens habe ich dann den typ „ich nehme sie mit all ihren ängsten ernst und sie sind diejenige, die entscheidet, wie was wo wann gemacht werden soll“ gefunden und war mit diesem modell extrem glücklich.

die frauenärztin hat mich im großen und ganzen auch ernstgenommen, nur mit der pränatalen diagnostik war ich nicht im reinen und bin es bis heute nicht und würde das nicht noch einmal machen lassen.

tja, und so verlief das jahr: die ersten schwangerschaftsmonate mehr oder weniger krank, dann fing der bauch an, sehr schnell sehr rund zu werden (meine güte, ich habe mir letzte woche die fotos angesehen), dann die allerletzten wochen, in denen fast nichts mehr ging. dann frühgeburt und zehn wochen krankenhaus und als die kinder nach hause kamen, landunter und tränen.

und nun?

nun haben wir drei unglaublich entzückende kinder im hause, mit denen wir weihnachten verbracht haben. am 24.12 waren wir sogar alle im gottesdienst. der ehemann hat gepredigt und jeder hat einen leuchtstern mit nach hause bekommen. der kleine riesensohn hat mit einem kumpel währenddessen fangen gespielt und der kumpelbruder und ich haben derweil in der letzten reihe die babys angestaunt, bis matze das weinen anfing (er scheint sehr sensibel zu sein und krach und viel licht sind ihm rasch zuviel), dann habe ich ihn ins tragetuch gepackt und joni in den kinderwagen und bin los richtung s-bahn.

zugegeben, ich sehe mit geschwisterwagen mit einem baby drin plus diversen babydecken und taschen mit windeln und popo-tüchern vermutlich eher wie jemand von der straße aus, … und als ich dann entdeckte, dass ich mein portmonnaie vergessen hatte, musste ich betteln gehen …

„haben sie ein job-ticket und können mich mitnehmen?“ misstrauischer blick. „ich habe mein portmonnaie vergessen.“ brummen. „hm. kann ja mal passieren, nagut.“ brummen.

da kam dann doch ein bisschen weihnachtsgefühl aus. maria, schwanger auf einem ollen esel (ich voll bepackt und diverse babys an und vor mir) und josef, der von tür zu tür trabt und nach einem zimmer fragt. was für ein sch***-gefühl muss das sein, sich in einer schlimmen notlage zu befinden und dann noch abgewiesen zu werden? das ist eben auch weihnachtsgefühl.

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