projekt umzug (3), projekt au pair (3)

12. Januar 2010 § 2 Kommentare

wir stecken im umzug. das klingt inzwischen wie ein ausnahmezustand, und ich hoffe, das ist es auch. gestern war herr schmidthansen da, das ist der mann, der uns unsere umbaumaßnahmen erklärt. er hat eine wand gedämmt, nun dämmt er noch die andere, macht einiges neu und hat uns seine kalkulation vorgeführt. fazit: ein eigenes haus verursacht kosten und wir wohnen noch nicht einmal darinnen. unser haus ist klein und alt und hat auf jeden fall die anzahl an zimmern, die wir brauchen, nämlich acht. sechs kleine und zwei große. außerdem vier toiletten und zwei badezimmer. das ist ein fortschritt, denn zzt. haben wir ein bad mit vier türen (alle undicht) und einem zugigen fenster (dort herrschen momentan gefühlte 12 grad celsius, das ist immer noch wärmer als auf dem klo und wenn ich den kleinen riesensohn waschen will, gehen wir bei diesen temperaturen in die nächste badeanstalt).

 immer wenn mich die panik übermannt, versuche ich, mir die vorteile des bevorstehenden umzugs vor augen zu halten:

– keine vermieterin mehr, die mir vor augen hält, was für eine grauenhafte mutter ich bin,

– keine nachbarn, die mir durch die blume sagen, wir würden den kleinen riesensohn misshandeln (das ist mir solange nachgegangen, bis ich mich getraut habe, diese geschichte in der krabbelstunde zu erzählen, es war wirklich erstaunlich, welche vorwürfe die mamas schon von ihren nachbarn gehört hatten),

– keine drei türen plus zwei treppen mehr, durch die ich die zwillinge transportieren muss,

– kein kaltes badezimmer mehr, von dessen decke die tapete hängt (die hatte ich probehalber im letzten jahr abgezupft, um zu testen, wie leicht ich eine neue anbringen kann und habe mich dann nach dem charmanten gespräch mit der vermieterin gegen die renovierung und für einen umzug entschieden),

– kein wohnzimmer mehr, in dem auch noch unser kinderfahrradanhänger steht, weil wir sonst keinen platz haben,

– keine wärmflasche mehr im rücken, wenn wir uns abends noch gemütlich ins wohnzimmer setzen wollen (es zieht aus allen ritzen und so richtig warm wird es nur mit einer heißen tasse tee in der hand),

– kein nächtliches laufen durch den für alle zugänglichen hausflur (weil unsere wohnung keinen eigenen flur hat), wenn ich nachts mal naihrwisstschonwohin muss und nicht durch alle schlafzimmer laufen will,

und endlich …

– ein wohnzimmer, das wir zur kinderspiezeugfreien zone erklären können …,

– einen abstellraum vor der haustür, in dem wir unseren kinderfuhrpark unterbringen können (vier kinderwagen!),

– eine terrasse, auf der wir sommers sitzen und spielen können (ich träume von selbst gezüchteten tomaten),

– eine fußgängerzone in der nähe die ihren namen verdient,

– selber bestimmen können,

– und platz für ein au pair mädchen …

wenn das nichts ist.

die nachteile übersehe ich gerade geflissentlich. wir haben zb gelernt, dass wir dort schnee schippen müssen, das müssen wir hier nicht oder jedenfalls tun wir das hier nicht. also fährt der beste ehemann von allen nach jedem schnee zum haus und nimmt dabei auch noch einige kartons mit. hat also auch vorteile. mehr nachteile? ich sehe keine. weit und breit.

außerdem stelle ich fest, dass das leben nur mit vertrauen funktioniert, vertrauen, das ich nicht unbedingt habe. ich gebe zu: bevor ich mich entscheide, möchte ich am liebsten mindestens drei bücher zum dem thema lesen oder gar selber die ausbildung machen, damit ich kompetent entscheiden kann, aber ich habe nicht die zeit und den kopf, mich in alle details einzulesen. dasselbe gilt für au pair versicherungen. ich habe mir den leistungskatalog durchgelesen und – ich kann nicht anders – mir alle eventualitäten durchdacht.

da steht zb, dass eine geburt nur nach einer wartezeit von acht monaten bezahlt wird. eigentlich bedeutet dies, dass das au pair mädchen in deutschland schwanger werden muss, damit die versicherung die kosten übernimmt.

und wenn es nun eine frühgeburt wird? ich rufe nochmal bei der versicherung an (es gibt eine hotline, und ich vermute mal, die kennen mich schon). diese frage hat vermutlich noch niemand gestellt und jetzt so im nachhinein muss ich ja doch ein bisschen lächeln über mich.

so, abgehakt, ich versuche, ein wenig vertrauen zu gewinnen und mir nicht gerade die ganz schlimmen fälle auszumalen, in etwa so: unser au pair mädchen entpuppt sich als kolumbianisches drogenbaronin und nimmt beim untertauchen in deutschland eines unserer kinder als geiseln. herrje, welches kind würde sie mitnehmen? den großen? unmöglich, wenn der einen wutanfall hat, na dann prost mahlzeit, das schafft auch keine baronin. oder matzebär? neenee, der schrillt wie eine alarmsirene, das würde sofort auffallen. bleibt nur der hänfling. und wenn sie wirklich?

„*muttereinerkleinengroßfamilie*“, schelte ich, „nun dreh mal deine fantasie ab.“

mache ich.

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§ 2 Antworten auf projekt umzug (3), projekt au pair (3)

  • Hallo

    Ich kann dir nur Mut machen, obwohl wir auch schon Pech hatten. Au-Pairs sind eine tolle Hilfe, eine spannende Erfahrung für Eltern und Kinder und Pech kannst du auch mit jeder Putzfrau, Babysitterin …. haben. Da macht auch keiner Gesundheitstests oder Checks bis ins kleinest Detail.

    Und im Netzt findet man meist wirklich eher die Horrorstories. Ihr informiert euch, bereitet euch vor und alles andere wird sich zeigen. Und ihr lasst euch von euren kleinen Zwergen nicht in den Wahnsinn treiben, dann schafft das ein Au-Pair sicher auch nicht.

    Viel Glück

    aupairfamilienrw

  • mara sagt:

    jaaaa, inzwischen werde ich ein wenig gelassener und wenn ich ehrlich bin, zzt ist mein kopf voller umzugskartons …
    😉

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