wahum, mama?

15. Januar 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

der kleine riesensohn kann sprechen.

und seit einigen wochen kann er auch seine gefühle äußern. er kann sagen:  „ich hab dich ganz doll lieb, mama.“ und das ist schön. dann verteilt er großzügig küsse auf hände, wangen und wenn es nach ihm ginge, auch auf die ohren. und er kann jetzt warum-fragen stellen. in ermangelung eines „r“ heißt es eben „wahum?“.

„kleiner riesensohn, nicht auf die ohren küssen!“

„wahum, mama?“

„das ist zu laut und tut mir in den ohren weh!“

„wahum tut das weh?“

das „wahum“ verfolgt mich den ganzen tag.

„mama, was ist das?“

„eine schranke.“

„wahum ist da eine schanke?“

„das ist ein privatparkplatz, dh, da dürfen nur bestimmte autos drauf.“

„wahum, mama?“

„naja, die leute haben dafür bezahlt, dass sie hier parken können.“

„wahum, mama?“

„keinen ahnung!!!“

„wollen wir mal schanke gucken??“

„du willst dir die schranke angucken?“

„ja, mama!“

mutter und sohn traben zur schranke.

„was ist das lange ding da hunterhängt, mama?“ (am ende der schranke baumelt eine pseudo-stelze zu boden, die aber gar keinen bodenkontakt hat. der sinn ist mir auch nicht klar.)

„das weiß ich nicht, kleiner riesensohn.“

„wie geht die schanke auf, mama? mit ge-eld?“

„wir gucken mal.“

keinen geldschlitz, sondern ein schlüsselloch finden wir. ich erkläre ihm, dass man die schranke mit einem schlüssel aufschließen kann.

„kein ge-eld?“

„nee, kein geld, mit einem schlüssel.“

„wahum?“

usw. usw. usw.

der trick aller verzweifelten mütter: „willst du ein eis haben?“ hilft eigentlich immer.

die abendgespräche werden auch länger.

der sohn hat das konzept „tod“ entdeckt.

„mama, hast du auch einen papa?“

„nein, mein papa ist schon tot.“

„to-ot?“

„ja.“

„wo ist dein papa jetzt?“

„ich hoffe, im himmel. aber ich weiß es nicht.“

„wahum ist dein papa tot?“

„sein herz war krank.“

„wahum?“

„naja, es war halt kaputt und dann ist er gestorben.“

„sein herz war kapu-utt?“

„ja.“

„mama, bist du tot?“

„nein, ich bin lebendig und hier bei dir.“

„ist papa tot?“

„nein, papa, sitzt im wohnzimmer.“

das fehlende „r“ sorgt für nette wortausprägungen. der stift ist „dün“, es gibt einen „doßen mann“ und ach, das „j“ ist auch eher schwierig.

gestern rannte der sohn die kleine gasse entlang:

„ich bin ein schocker, mama!“

süß, oder?  😉

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