nochmal kur

26. Januar 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

also, das thema lässt mich nicht los. ich frage mich, wer zumkuckkuck sich das ausgedacht hat. mein halbherziger versuch, den vater der kinder zu einer vater-kind-kur zu überreden, wurde jedenfalls mit einem eindeutigen und überraschend schnellem „vergisses“ abgelehnt. hm.

ich stelle mir also folgendes szenario vor:

mutter von drei kindern wacht nach einer aufwühlenden nacht (zwei kinder zahnen, ein kind hustet und kuschelt sich ab mitternacht in mamas armbeuge) auf und macht drei kinder für das frühstück fertig. zum glück können die babys noch nicht krabbeln. der dreijährige sohn redet un-unter-brochen. sie klemmt sie die babys unter den arm und diskutiert, während sie die treppen hinunterbalanciert mit dem großen sohn über gott und die welt.

im frühstückssaal sitzen 20 bis 100 andere mütter, die teils gelassen, teils genervt sich und ihre kinder füttern. lautstärkepegel: flughafen. drei flugzeuge landen. zwei starten.

nachdem ich die zwillinge gefüttert habe und den großen sohn zu tischmanieren ermahnt habe, stecke ich mir ein trockenes brötchen ein. frühstücken muss ich ja schließlich auch. vielleicht dann später auf dem weg zur massage.

vor meiner ersten anwendung, gebe ich mein geliebtes kinderrudel in der kinderbetreuung ab. weinen, tränen, mama-rufe. mein herz bricht.

während ich mich bei einer massage entspannen soll, vermisse ich meine kinder und sehe sechs große, tränenverhangene kinderaugen vor mir, in denen das wort „mama“ geschrieben steht.

voll schlechten gewissen trabe ich zur nächsten sitzung. angespannte gesichter. ich bin im müttertreff. thema heute: „wie schaffen wir es, im kindertrubel ein paar zu bleiben?“ die frage ist interessant, aber ich hole mir in großen stressmomenten immer ein diagramm auf meine innere leinwand, auf der die zufriedenheit in der ehe aufgezeichnet ist. sie sinkt rapide nach der geburt des ersten kindes und steigt erst wieder (vorrausgesetzt die ehe hält solange durch) auf das niveau vor der geburt, wenn die kinder ausgezogen sind. das diagramm gibt es übrigens wirklich.

anschließend, nachdem ich mir die sorgen von zwölf verschiedenen müttern angehört habe (und feststelle, dass ich zu der minderheit der nicht alleinerziehenden und zufrieden verheirateten mütter gehöre), hole ich meine kinder ab. endlich!

der große sohn spielt und freut mich. die babys strahlen auch. ich liebe sie! und bin entzückt, egal, welches ich ansehe. das ist das schöne an dreien: dreimal liebe, immer anders!

nachdem alle kinder mit essen versorgt sind und ich die essensreste vom boden gekratzt habe, packe ich uns alle (mutter inklusive) ins bett. wir brauchen uns und wir brauchen pause. ich schwänze die nachmittagsgruppe „stressbewältigung“ und den anschließenden sport (vor einem großen spiegel mit halm- und tigerübungen) und gehe mit den kindern auf den spielplatz. kaufe uns allen ein eis, das wir mit ganzem körpereinsatz verzehren. mache fotos von matzebär und joni im sandkasten. fotografiere den kleinen riesensohn, der die rutsche runtersaust. lache mit joni, der einen käfer entdeckt hat. kitzel matezbär, der sich biegt und glottert. jage den großen sohn um den kletterturm. und als wir alle schön durchgepustet sind, sammel ich sie wieder ein, kaufe unterwegs noch ein brötchen für jeden und gehe dann, müde und froh, nach hause.

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