überlebenstipps (2): breichen

6. Februar 2010 § 7 Kommentare

manchmal habe ich ja ein déjà vu. damals (vor drei jahren, herrje, habe ich tatsächlich drei kinder in drei jahren bekommen?) als mutter nur eines goldigen babys, das bald breichen bekommen sollte,  hörte ich mit großen ohren allen gebetenen und ungebetenen ratgebern zu. als da wäre: die hebammen. die stillgruppe. der müttertreff. andere mamas. und alle empfehlen erstmal: selber kochen.

und natürlich bio. ich habe mir das dann mal in einem ruhigen moment überlegt:

gang zum bio-supermarkt (nächste stadt), möhren kaufen. dann: schnell verarbeiten, wegen der vitaminchen. schälen, kleinschneiden, kochen, stampfen oder pürieren, in gläschen füllen, einfrieren, wieder auftauen. und das alles, wenn das baby mal zufrieden schläft oder glücklich vor sich hinstrampelt. da will ich auch schlafen. oder mich hinlegen. oder ein buch lesen. oder in ruhe aufs klo gehen. oder duschen. oder fußnägel schneiden. jedenfalls sind mir spontan doch mehrere andere schicke dinge eingefallen, die man in diesen knapp bemessenden zeiten tun kann.

nu aber: zwillinge. die oma der drei knaben ruft an und erkundigt sich nach breichen. das ginge ja gaaanz schnell das selber kochen. und dann  nur noch  pürieren.

ja, bin ich denn des wahnsinns knusprige beute?  ich stecke im umzug, versorge drei kinder, habe diverse termine und soll in der zeit, in der die beiden sonnenscheine beide friedlich sind, breichen kochen?

zum glück sieht das der zwillingsratgeber ähnlich und empfiehlt, jede sich bietende gelegenheit zum erholen zu nutzen.

stattdessen könne man doch die tante oder beste freundin oder oder fragen, ob die nicht für einen einkaufen, schnippeln, kochen, stampfen und einfrieren, das macht spaß und würden die bestimmt gerne tun.

„ja, genau,“ denke ich und klappe das buch zu. ich kann mir geradezu lebhaft vorstellen, wie die freundin aus *weiterentferntestadt* vor freude in die luft springt bei dem gedanken, für die zwillis kartoffeln stampfen zu dürfen.

oder die anderen mütter, die ich so kenne. denen macht es bestimmt große freude, in ihrer freien zeit noch zucchinis zu schälen und dann sanft zu garen.

so kaufe ich heimlich gläschen in der drogerie und bleibe in gewissen kreisen im untergrund.

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§ 7 Antworten auf überlebenstipps (2): breichen

  • BabyDreamers sagt:

    🙂 sehr süß geschrieben und sooo wahr!
    LG
    Angie

  • Meine Kinder haben meine selbstgekochten Breie regelmäßig verschämt aber mit Begeisterung Onkel Hipp vernichtet. Nach ein paar Wochen habe ich dann aufgegeben und die gesparte Zeit in Erholung und Spielzeit investiert. Und was soll ich sagen unsere Kids sind bisher gut gelungen 🙂 und ich viel relaxter.

    Und heute essen beide Kinder auch mit Begeisterung „normales selbstgekochtes“ Essen, es schadet also auf lange Sicht nicht.

    Und vielleicht sind in gewissen Kreisen ja noch viel mehr Mütter die nicht bügeln, Gläschen kaufen und schlimmeres machen … und trauen sich auch nicht es zu sagen.

    Manchmal glaube ich wir Mamas machen uns, mit unserem schlechten Gewissen und dem Streben nach Anerkennung und Perfektion, nicht nur selbst, sondern auch Anderen das Leben schwer.

    • mara sagt:

      och, ich habe gar kein schlechtes gewissen und will gar nicht (mehr) so perfekt sein. spielzeit und erholung finde ich auch viiel wichtiger. ich glaube, das mit dem „anderen das leben schwer machen“ liegt am schlechte selbstwertgefühl. wenn man so seinen weg gefunden hat, kann man andere wege besser laufen lassen, oder?

  • elamatrix sagt:

    Ich bügel auch nicht. 🙂
    Mein Mann bügelt… äh die Kragen.
    Und kochen… ok ich hab nur ein Kind, da mach ich regelmäig selber meinen Brei, aber sobalds an Fleischbreie geht kommt nur Glas auf den tISCH. fLEISCH KOCHEN FIND ICH NICHT SO SCHÖN. aBER DAS ANDRE MACHT MIR sPAẞ.

  • elamatrix sagt:

    Sorry da kamen Fingerhände auf der Tastatur dazwischen.

    Gemüsebreie koche ich selbst. Einfach auch weil es mir Spaß macht. Und mit einem Kind hält sich dabei auch der Stress in Grenzen. Aber mein Biogemüse wird einmal die Woche direkt an die Wohnungstür geliefert. Gemüsekiste sei dank.

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