überlebenstipps (5): die positive alternative

20. Februar 2010 § 4 Kommentare

eine freundin hat mich gefragt, was man machen kann / soll / darf, wenn das kind bummelt / bockig ist / schlechte laune hat / nicht das tut, was man will.

ja, was kann man da machen? eigentlich nicht viel. am besten vorbeugen, denke ich.

ich habe die vergangenen drei jahre mal im geiste an mir vorbeifliegen lassen und habe mir folgende grundregeln überlegt:

erstens:

diskutiere nie mit einem müden dreijährigen. mach soweit es geht, was er will („ich will aber DAS  t-shirt anziehen! ich will aber DIESES buch angucken!“) und wenn die forderungen unsinnig werden („ich will aber ZWEI kinderwagen mitnehmen!“) lenke ihn ab oder (wenn gar nichts mehr hilft) schnapp ihn dir, putze ihm einfach die zähne, zieh ihm irgendein schlafhemd an und leg dich mit ihm hin, ohne auf das gejammere einzugehen. sobald er das kopfkissen berührt, wird er sowieso eingeschlafen sein.

zweitens:

achte auf deinen stresspegel! wenn mein stresspegel hoch ist, dann werde ich schneller ungemütlich, ungeduldig, meckerig. das ist dann für keinen schön. meine derzeitige taktik ist, dass ich lieber weniger zeit mit den kindern verbringe und diese dafür mit ganzer aufmerksamkeit, zb, indem der große sohn in den ganztagskindergarten geht. zum anti-stress-pegel gehört auch die ehepflege … die derzeit entschieden zu kurz kommt. wir geloben änderung. ein abend mit dem ehemann alleine und rosa herzchen flattern durch das haus …   😉   ,

drittens:

plane doppelt so viel zeit ein. egal wohin. kleine kinder haben ein anderes zeitverständnis als mütter und außerdem die windeln voll, wenn es losgehen soll. merke: für kleine kinder ist der weg das ziel. wenn ich mir als inneres ziel stecke, eine halbe stunde zu früh da zu sein, dann bin ich meistens sogar pünktlich.

viertens:

lasse dich auf den rhythmus des kindes ein. der tickt viiel langsamer als der mutterrhythmus. ja, ich weiß, das geht nicht immer / oft, aber meiner erfahrung nach gehe ich auch nicht so schnell an die decke, wenn meine erwartungen und die realität nicht so weit auseinanderklaffen.

fünftens:

baldriantee hilft immer, sollte aber dem alter des kindes angepasst werden: erstes krabbeln: eine halbe kanne täglich. erstes laufen UND KLETTERN („wo ist das kind, bester ehemann der welt? oh, da krabbelt es gerade die leiter zum hochbett rauf!“): auf eine kanne steigern, je nach bewegungsdrang des kindes. wortschatzexplosion: ca. zwei kannen am vormittag und eine am nachmittag. die „wahum, mama?“-phase: kau den tee und such dir ansonsten einen guten psychiater.

sechstens:

wenn das kind  nicht will, wie du so willst, dann sage laut und deutlich: „ich bin der bestimmer und wir machen das jetzt so.“ (autosuggestion)

siebtens:

stelle nie fragen, wenn du eigentlich schon weißt, was du willst,

falsch: Wwollen wir mal zähneputzen?“

richtig: „jetzt ist zähneputzen dran.“

achtens:

manchmal hilft der spaß- und funfaktor. sei kreativ! will das kleinkind nicht auf den wickeltisch, „drohe“ mit mit mama-bagger (half zumindest beim kleinen riesensohn, als er noch kleiner war), sprich mach bagger-geräusche und -bewegungen. alternativ gibt es noch den papa-tiger („grrrrrrrrrr“) oder die frage: „muss ich dich erst in dein zimmer jagen und dich durchkitzeln?“ bedenke: signalisiere auch klar, wann der spaß zuende ist, sonst jagst du das kind den ganzen tag …

neuntens:

wenn das kind im supermarkt vor der kasse auf dem boden liegt und „SCHOKOLADE“ haben will, bleib ruhig, bezahle die einkäufe und warte, bis das schreien aufgehört hat. kinder, die schreien, hören nicht. wenn man ein geduldigen moment hat, kann man sich neben das kind knien und ihm sachlich die lage erklären. gibt ihm auf keinen fall schokolade! merke: ein klares nein, sollte ein klares nein bleiben, und ein klares ja ein klares ja.

zehntens:

wenn das kind nicht will, wie du willst, dann stelle alternativfragen:

falsch: „wir gehen jetzt ins bett … wie du willst nicht? na, komm schon.“ sondern:

richtig: „so, jetzt auf zum zähneputzen, auf dem wickeltisch oder im badezimmer?“

geht auch: „soll mama dich ins bett bringen oder ich?“

oder noch ein beispiel:

„jetzt gibt es abendbrot, willst du ein käsebrot oder ein obstglas?“

(hilft in 90% der fälle. bei den restlichen muss ich mir noch was einfallen lassen.)

die positive alternative hilft auch bei streitigkeiten oder falsch gelenkten zärtlichkeiten. unser sohn hat zb diejenigen gehauen, die er mochte. wir haben ihm dann gesagt, was er stattdessen machen sollte anstatt nur „nein“ zu brüllen – hat eigentlich in 80% der Fälle geklappt. die restlichen mochte er wohl wirklich nicht … (jetzt haut er aber nicht mehr, puh.)

und immer heiter und gelassen bleiben, dann klappt`s auch mit den kindern  😉  …

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§ 4 Antworten auf überlebenstipps (5): die positive alternative

  • Super Regeln. Kann mich dem nur anschließen. Die meisten Sachen versuchen wir auch mit mal mehr mal etwas weniger Erflog umzusetzen. Am schwersten finde ich es ruhig und gelassen zu bleiben wenn man selbst gerade total im Stress ist.

    Aber es hilft sich immer wieder zu sagen:

    „Mütter und Väter sind auch nur Menschen und keine Wundergötter mit Neven aus Draht und immer guter Laune. “

    auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, das Ratgeber und das Umfeld genau das erwarten. Aber vielleicht ist das auch nur die gestresste subjektive Wahrnehmung einer Mutter.

  • elamatrix sagt:

    Und gaaaaanz wichtig: Die Eltern sollten sich einig sein, was Kind darf oder nicht. (Und es dann vor allem auch alle beide konsequent vertreten) Und wenn man sich dann mal nicht einig ist, das nicht vor dem Kind diskutieren. *g*

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