Ostern mit Großfamilie

5. April 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Natüüüürlich haben wir Schoko gesucht, alles kleine Hasen, die die Osterhasenmama in Blumen- und Sandkästen, auf der Fensterbank und im Spielzeugauto versteckt hat, während der kleine Riesensohn und der beste Ehemann der Welt im Gottesdienst und anschließend am Modellschiffchenteich weilten …

und wir haben die Fensterbilchen aus dem christlichen Osterbuch aufgeklebt. Das war schön. Nur Ostersonntag haben wir vergessen, irgendwie war gestern alles durcheinander.

Außerdem waren die Zwillis und überhaupt wir alle arg verschnupft, aus allen Kindernasen dicke, gelbe Schnodderbäche, die Ehefrau heiser, der Ehemann dunkle Ringe unter den Augen und Schnarchen in der Nacht. Zurzeit wandere ich nachts ins Zimmer des kleinen Riesensohnes aus, der schläft nämlich zzt. sowieso überwiegend auf einer Matratze neben den unsrigen.

Wenn der ansonsten beste Ehemann der Welt übermüdet, gestresst oder krank ist, fängt er übrigens an zu reimen. Wenn es arg schlimm ist, hört er gar nicht mehr auf. Nein, keine an Goethe heranreichenden literarischen Eruptionen, eher simple Gedichte wie: „Willstn Teil, halt ichs dir wohlfeil.“ Oder: „Matse hat ne Glatze.“ Oder: „Hier ist die Milch, du Bilch.“ Nach hundert Gedichten will man nur noch weg. Manchmal singt er auch. Oder summt. Aber das ist auch nicht besser.

Wenn der kleine Riesensohn müde oder oder ist, dann redet er auch. Non-Stop. Neuerdings nennt er mich „Prop-Mama.“ Was das bedeutet? Keine Ahnung, er hat das Wort erfunden, weil ich ihm „Stinke-Mama“, „Pups-Mama“ und „Blöde Mama“ verboten habe. „Prop-Mama“ klingt auch übel, wurde aber bisher toleriert, aber nach hundertmal „Prop-Mama“ habe ich ihm auch das verboten. Gestern hatten wir sogar handfesten Streit deswegen und er musste einige Minuten in seinem Zimmer verbringen (was er sonst nie macht). Als Folge wurde ich nicht mehr eingeladen (was die höchste Strafe ist, die der kleine Riesensohn vergeben kann).

Wenn ich müde bin oder oder, dann fange ich an zu meckern. Nichts ist dann richtig und der beste Ehemann der Welt beginnt irgendwann wie ein Dackel zu schauen.

Wenn Jooni und Matse müde oder oder sind, dann schreien sie auch. Nichts ist dann richtig. Weder Schnuller noch auf den Rücken rollen.

Heute bin ich dann abgehauen. Der kleine Riesensohn kann nämlich auch noch Fragen stellen. Wiesowiesowieso? Wieso stellt er eigentlich sooo viele Fragen? Dumm bleibt er vermutlich nicht.

An solchen Tagen (heute) hilft nur noch eines: kleinen Riesensohn in den Anhänger packen („Wieso, Mama?“), aufs Fahrrad steigen, losfahren, zwei schreiende Babys und einen reimenden Ehemann zurücklassen und die Sonne genießen. Wir sind zum Rhein hinabgefahren, der kleine Riesensohn ist eingeschlafen und ich habe eine schöne Bank mit Rheinblick gefunden, auf der ich sitzen und telefonieren konnte, der geneigte Leser erinnert sich, dass der Kindergarten geschlossen hat und der Ehemann arbeiten gehen will / sollte / darf. Für morgen nachmittag habe ich jemanden gefunden, auch hier danke ich Gott. Für Mittwoch vielleicht auch, und Freitag kann der beste Ehemann der Welt wieder freinehmen. Uff. Einen halben Tag mit allen Dreien schaffe ich, einen ganzen … da zweifle ich ernsthaft. Also morgen wäre geklärt. Und in einer Woche ist der Kindergarten ja wieder auf. Dann kehrt hier wieder Routine ein. Ich stelle fest, ein bisschen Routine hat auch sein Gutes. Zuviel lässt Leben sterben.

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