Frühchenförderprogramm…

15. April 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern waren wir beim Frühchenförderprogramm, und glücklicherweise haben wir eine Familienpatin, die uns fährt und begleitet, vom Sozialdienst Katholischer Frauen, selbst Frühchen-Mama, nur dass das Frühchen schon längst kein Baby mehr ist …

Nachdem die Babys gefüttert, gewickelt, eingepackt und beschnullert waren, haben wir uns gemeinschaftlich daran gemacht, die Babysitze im Auto zu befestigen. Der geneigte Leser mag sich erinnern, dass wir sowieso nicht alle in ein Auto passen und wir die Dinger daher so gut wie nicht benutzen. Daher war mir jetzt auch nicht auf Anhieb klar, wie ich welchen Gurt worum binden muss, auf der Rückfahrt ging dann alles reibungslos. (Nebenbei habe ich festgestellt, dass wir bald neue Autositze brauchen, die Babyschalen sind schon zu kurz.)

Die Klinik kam in Sicht und die Familienpatin II (die erste ist verzogen) erzählt, dass sie die Klinik noch aus der Zeit kannte, als …

Ich glaube, solche Zeiten vergisst man einfach nie. An der Anmeldung wurden die Babys fotografiert, die Akte herausgesucht und wir kamen direkt ins Behandlungszimmer. Die Ärztin fragte auch, wie es mir geht (das letzte Mal war ich ziemlich mies drauf) und dann ging es um die Kinder.

Fragen hatte ich kaum. Warum der Maxe so kalte Füße hat? Ein offener Ductus wurde ausgeschlossen, sein Herz ist mehrmals überprüft worden, nachdem der offene Ductus noch auf der Intensivstation medikamentös verschlossen worden war, ansonsten könnten blaue Füße und Beine ein Hinweis auf eben dieses Problem sein. Da ist also nix, und er hat eben einfach kalte Füße und zwar auch mit Socken und Fellchen-Schuhen.

Auch bei Sohni hatte ich keine Fragen, außer nach Tricks, wie man den jungen Herrn dazu bewegen könnte  zu trinken. Nachdem er zum Breichenkönig geworden ist, verweigert er die Flasche. Also schiebe ich ihm einigermaßen mühsam Wasser und Milch mit dem Löffel in den Mund (und dann, als hätte er das mitgekriegt, hat er gestern nacht doch noch eine Milchflasche getrunken).

Dann ging es zum Turnen. Reflexe testen, Babys rollen, Bewegungsabläufe, Körperspannung, Greifen, Schauen, Hören …

Ganz heimlich kullerten bei mir Tränen, als ich Maxe turnen sah. Ist das der kleine Junge, der komplett platt im Brutkasten lag, als ich ihn das erste Mal, vom Rollstuhl aus, gesehen habe? Der kleine Junge, dessen Brustkorb sich angestrengt wölbte, um Luft in die winzigen, noch unreifen Lungen zu pumpen? Ein kleiner Junge, der trotz seinem Frühstart noch auf der Intensivstation Milch aus der Flasche bekam?

Stolz rollte in mir hoch, tiefer, echter, unglaublicher Stolz, den ich so gar nicht einordnen konnte. Meine Söhne, kleine Helden, tapfere Kämpfer und haben sich so gut gemacht. Und etwas lauert bei mir im Bewusstsein, das Wissen nämlich, dass gar nichts selbstverständlich ist, das Leben nicht, die Kinder nicht, nicht die frische Luft, die wir atmen.

Es ist seltsam, man merkt immer erst sehr viel später, wie viel Emotionen man bei so einem, noch dazu sehr gut verlaufenden Termin hinterlässt.

Am Nachmittag, beim kleinenRiesensohnvomKindergartenabholen, wollte ich eigentlich nur alle Kinder einpacken (die Babys lagen ja schon im Wagen) und raus in die Sonne, niemanden sehen. Ausgerechnet gestern fand das monatliche Elterncafé statt und ich habe mich dazu hinreissen lassen, dort noch ein Wässerchen zu trinken … Doch dann habe ich gemerkt, dass ich einfach nur meinen inneren Ort brauche, meine Kinder, unseren Hof, einen Sonnenstrahl auf meiner Nasenspitze und einen Ehemann, der irgendwann nach Hause kommt und sagt: „Meine Bützelfamilie!“ Die Zeit, in der sich tausend Leute um meine Kinder kümmerten, ist vorbei, die Familie ist mein, vielleicht für mich jetzt noch tausendmal wertvoller.

(sorry, hostmam, ich konnte nicht einmal deinen artikel lesen, zu nah noch alles)

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