Wann endet die Kindheit?

15. April 2010 § 6 Kommentare

Geht euch das auch so? Man will seine Kinder beschützen vor dieser krassen Welt, dann entdecken sie den Tod, die Gewalt, finden heraus, dass Eltern sich trennen können, … und wie soll ich bitte schön, meinen Söhnen erklären, dass es Menschen gibt, die ihren kleinen Körpern Dinge antun könnten, von denen ich mich weigere, sie mir vorzustellen? Kann ich sie zum Sport schicken (ich erinnere mich an Turniere in meiner Jugend, in denen die erwachsenen Begleiter allesamt betrunken waren, so viel zum Thema „Keine Macht den Drogen“ – Sportvereine!))? In die kirchliche Jugendgruppe? In die Schule? Ja, klar, werde ich tun, und ich werde mich damit trösten, dass diese Dinge relativ selten passieren, … aber so selten nun auch wieder nicht.

Und dann stolpere ich noch über so etwas: Es gibt Push Up Bikinis für … ja, siebenjährige Mädchen.

Folgende Fragen stellen sich mir:

Erstens: Wer kommt auf die IDEE, sowas herzustellen??

Zweitens: Wer kommt auf die IDEE, die Dinger zu KAUFEN?

Drittens: Was kommt als Nächstes?

Wertevermittlung im Zeitalter der Entprivatisierung … ich wandere aus, auf eine stille Insel, mitten im Meer …

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/528/508670/text/

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§ 6 Antworten auf Wann endet die Kindheit?

  • mamainausbildung sagt:

    Damit triffst du wirklich genau das, was ich mir auch denke! Ich möchte meinem Sohn so vieles ersparen, aber er wird es doch mitbekommen und einiges hoffentlich selbst nie erleben müssen! Das würde mir das Herz brechen! Wie er jetzt so mit seinen 5 Monaten vor mir liegt, mag ich mir nicht vorstellen, dass ich ihm mal solche Sachen erklären und ihn warnen muss.. Wenn du einen Weg gefunden hast, deinen Süssen das zu erklären, bin ich für jeden Tipp dankbar!

    LG

    • mara sagt:

      also, es gibt so bücher wie „geh nicht mit einem f*emden mit“ … ich glaube, ich schiebe heute mal in die bücherei mit den zwergen, wetter ist eh trüb … andererseits, mal positiv betrachtet: die wahrscheinlichkeit, dass unsere söhne als kindersol*aten enden, als prostitu*erte verkauft werden oder als bettler arbeiten, ist ja schonmal relativ gering. als der kleine riesensohn geboren wurde, wollte ich alle kinder dieser welt retten … vielleicht nur eines, das wäre schön. als mutter wird man dünn behäutet.

  • Es wir leider häufig ignoriert, dass die meisten Fälle von Missbrauch innerhalb der Familie stattfinden. Es sind Väter, Opas, Onkel oder guter Freund und das sind keine Fremden.

    Ich finde die Vorstellung auch furchtbar und hoffe einfach darauf, dass meine Mädchen stark genug sind im Fall der Fälle um Hilfe zu rufen und meine Menschenkenntniss aussreicht Situationen zu erkennen die „seltsam“ sind und denn Mut zu haben sie dann zu meiden.

    Und der Wunsch die Kinder zu beschützen ist stark, aber auch ich versuche mir immer wieder zu sagen, wenn ich sie vor allem schütze enthalte ich ihnen auch das schöne vor. Denn dann haben sie nie die Freiheiten die Ich als Kind hatte, auch mal etwas verbotenens, gefährliches oder unvernünftiges zu tun. Aber ich hoffe ähnlich wie meine Eltern ihnen bis zu langsamen Losslassen genug Verrstand und Selbstbewußtsein gegeben zu haben, dass sie auf sich selbst aufpassen können.

    • mara sagt:

      in unserer alten stadt gibt es ein projekt, das heißt „notinsel“. da kleben plakate an den geschäften, die sich dran beteiligen. dort können kinder zuflucht suchen, wenn sie von anderen kindern oder vor den eltern weglaufen.

      ich habe übrigens irgendwo mal gelesen, dass die meisten fälle von missbrauch in der familie von den stiefvätern kommen oder auch brüdern, die nicht zusammen mit der schwester aufgewachsen sind. natürlich auch die leiblichen väter, aber das wohl seltener. das problem ist ja, dass ich erstmal per se davon ausgehe, dass mein mann nicht übergriffig wird – aber das denken ja auch alle anderen mütter. hm, dilemma, ich kann ja schlecht meine söhne vor dem mann warnen, der mir als der geeignetste kandidat erschien, vater meiner kinder zu werden. andererseits kenne ich aber frauen, die in der familie missbraucht wurden (vater oder bruder), in denen die mütter wußten und schwiegen …

      aber das eigentliche thema im beitrag war ja eigentlich die sexualisierung von kinderwäsche … ich denke halt so: wenn diese dinge immer normaler werden, dann werden weitere folgen und die hemmschwelle sinken. oder ist das falsch gedacht?

  • hostmam sagt:

    ähmmm… für so ein Zeug muss man nicht mal auf die Insel gehen – da reicht es mal die Kinder- U-Wäsche in einer bekannten altmodisch deutschen Kaufhauskette zu durchforsten.
    Ich hoffe sehr, dass sie inzwischen die Spitzenunterhöschen Grösse 128 aus dem Sortiment genommen haben.
    Aber es passiert nur etwas wenn sich genügend Leute genügend laut darüber aufregen…..

    Aber ganz grundsätzlich: das Problem dass man immer wieder den Spagat zwischen loslassen und beschützen hinbekommen muss/will/soll bleibt lange erhalten…. (zumindest habe ich die letzten fast 17 Jahre diese Erfahrung gemacht)

    • mara sagt:

      ja, ich gebe euch natürlich auch recht und glaube sogar, dass ein kind, das selbstbewußt ist (ua, weil die eltern ihm vertrauen und was zutrauen), weniger angreifbar ist als ein kind in opferhaltung …

      ps gehörtest du auch zu denjenigen, die sich lautstark beschwert haben?
      spitzenunterwäsche, krass.

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