augenblicke

19. April 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

es gibt augenblicke, in denen ich zu tränen gerührt bin. es sind kurze momente, in denen man einen blick auf  die seele von etwas – oder jemanden – erhascht. schnell wendet man den kopf, weil man keine grenzen überschreiten möchte.

so ähnlich mag es manchem fotografen gehen, der einem allzupersönlichen moment beiwohnt, beabsichtigt oder nicht, und tatsächlich gibt es einige, wenige, die dann den auslöser nicht betätigen …

der schuheputzer aus der innenstadt, der sorgsam eine tüte mit keksen öffnet, die vorfreude in den augen.

der mann im anzug, der vor seinem kleinen kind kniet, um ihm den po zu säubern.

ein baumsprößling in der mauerritze, zum sterben bestimmt.

ein kindergrab, auf dem ein mit moos bewachsener teddybär liegt.

ein alter mann, der einen kleinen herzt.

ein mann, dem alle zujubeln und der doch weiß, dass er sterben wird.

der verblassende rötliche fleck im nacken eines kleinen kindes.

der brief eines mannes, der mir zu den zwillingen gratuliert und sich entschuldigt, weil er so spät schreibt, weil er doch die seinen verloren hat.

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