nochn Arzt

21. Mai 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

 Wenn man ein Kind bekommt, werden Dinge mitgeliefert, an die man vorher so gar nicht gedacht hätte, wie z.B. das Kinderarzt-Abo. Zuerst freut man sich ja fast noch, als junge Mutter das kleine Kind stolz jedem präsentieren zu können und sei dieser jemand auch der Kinderarzt.

Bereitwillig schleppt man (zumindest) das (erste) Kind bei jeder Undefinierbarkeit zum Arzt, am Mittwoch Nachmittag und Sonntag Morgen auch gerne in die Notfallambulanz (wir kennen inzwischen alle im Umkreis, und es gibt Ärzte, die erkennen uns sogar wieder). Ich weiß ja noch, wie ich den kleinen Riesensohn gleich mehrere Male abchecken ließ, weil er einen Deko-Glasstein verschluckt hatte. Zumindest könnte ich schwören, dass er ihn verschluckt hat, obwohl das Ding nie wieder aufgetaucht ist, trotz bereitwilligem Stochern in Häufi-Windeln (mit Zahnstochern natürlich). Der Notarzt, den ich sofort anrief, brachte mich glücklicherweise auf den Boden der Tatsachen zurück:

„Äh, einen Muggelstein hat das Kind verschluckt? Was ist denn ein Muggelstein??? Das müssen Sie mir schon genauer beschreiben, welchen Durchmesser hat denn das Ding? Haben Sie noch einen da? 2 cm? Das ist kein Problem. Atmet denn das Kind noch und kann schlucken? Na, dann steckt der schonmal nicht fest. Ja, gucken Sie einfach mal, ob der in den nächsten Tagen wieder rauskommt, wenn der rund ist, ist das nix Schlimmes.“

Wenn man drei Kinder hat, erhöht sich die Kinderarzt-Besuchsfrequenz beachtlich, denn die Kinder sprechen sich untereinander ab und sind nie genau gleichzeitig krank, sondern immer im Abstand von mindestens vier Stunden. Oder ein und dasselbe Baby überlegt sich: „Ach, Mama, ist heute morgen mit mir beim Kinderarzt? Dann warte ich noch, bis ich ihr die Zecke zeige, bis wir wieder zuhause sind, es Freitag Nachmittag ist und sie sowieso alleine mit mir und dem Zwillingsbruder ist, dann muss sie den nämlich auch noch gleich mitnehmen.“ Inzwischen bin ich ja Profi und nehme dendirekten Bus. Und den Computer mit. Denn die Wartezeiten sind an Freitagabenden nicht zu unterschätzen, aber ich bin ehrlich froh, dass es heute nur eine Zecke war und keine Kopfwunde, Verdacht auf Lungenentzündung oder undefinierbare Bauchschmerzen. Also: 17.30 Uhr los, 18.10 Uhr Ankunft, noch ein Stück laufen, sich anmelden („Ach, Sie kenne ich schon, waren Sie schonmal hier?“), bis 20.30 Uhr warten, zwei Blogartikel schreiben, dann sind wir dran, Zecke raus (3 Sekunden), Ausfüllen des Arztbriefes (3 Minuten) und dann nach Hause. Nur noch füttern, wickeln, Medikamente geben, Oxysonde kleben, Schnuller suchen, ins Bett legen, den Geschirrspüler einräumen, die Wäsche reinholen, die Blumen gießen (war ja heute den ganzen Tag beim Kinderarzt) und totmüde ins Bett fallen. Aber es gibt ja auch andere Tage, die Tage nämlich, an denen man ausgeruht aus dem Bett hüpft oder von fröhlichen Kindern geweckt wird. Die kommen auch, Bestimmt. Irgendwann. Und bitte bald.

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