Überlebenstipps (7): Mit Zwillingen zur U.

29. Mai 2010 § 2 Kommentare

Letzte Woche waren wir ja mal wieder beim Kinderarzt, und ich packe nach der üblichen Standarduntersuchung die beiden Knaben und den verstreuten Babykram ein.

„“Brauchen Sie Hilfe, Frau *MuttereinerkleinenGroßfamilie*“, fragt er und ich entgegne, „ach, eigentlich bin ich inzwischen ganz gut organisiert.“

Wir reden ein bisschen hin und her und zum Schluss erzählt er noch, dass sie öfter mal Anrufe erhalten, ob die Praxis nicht auch Hausbesuche machen würde, weil es so aufwändig sei, mit zwei kleinen Kindern zum Arzt zu kommen.

Ich unterschreibe das aufrichtig, aber habe auch herausgekriegt, dass es prinzipiell schon möglich ist. Man braucht nur ordentlich Muckis.

Und so geht`s:

Zwei kleine Babys:

Mit dem Auto, klar trägt man halt Babyautositze. Das geht, wenn der Parkplatz nicht allzuweit weg ist, man keine Bandscheibenprobleme hat und die Kinder leicht sind. Falls eine dieser Vorrausetzungen wegfällt, ist es möglicherweise sinnvoll, sich einen zusammenklappbaren Zwilli-Kinderwagen anzuschaffen, auf den man auch zwei Kinderautositze befestigen kann (Die gibt es tatsächlich. Wir hatten das Glück, einen zu bekommen, auf den man Säuglingstragetaschen oder Kinderautositze montieren kann (Muss man halt etwas umbauen). Außerdem kann man bei dem, wenn die Tragetaschenzeiten vorbei sind, die Sitze ein wenig aufrichten, so dass die nicht mehr ganz so Kleinen halb sitzend transportiert werden können).  Im allgemeinen ist es natürlich ein Glück, wenn der Arzt fußläufig erreicht werden kann, weil dann diese elende Umpackerei (zum Auto schleppen, anschnallen, wieder rausholen, zum Kinderarzt schleppen) wegfällt.

Alternativ kann man auch ein Baby ins Tragetuch packen und hat dann die Arme frei für das andere Baby, das geht für kurze Wege eigentlich ganz gut.

Bei den etwas aufwändigeren U-Terminen ist es übrigens auch eher sinnvoll, die Termine für jeweils ein Baby auf unterschiedliche Tage zu verlegen und nur mit einem Baby zu kommen oder das andere im Tragetuch dabei zu haben, ohne dass es untersucht wird (Wenn man einigermaßen geschickt ist, kann man natürlich auch erst das eine Baby untersuchen lassen, dann den Arzt zu einem anderen Kind schicken, während man selbst die Babys vertauscht und dann den anderen Zwilling untersuchen lässt. Beide gleichzeitig auszuziehen,  wiegen, messen, untersuchen zu lassen, artet sowohl für den Arzt: „Äh, ist das jetzt der Matse oder ist das Jooni?“ als auch für sämtliche andere beteiligten Personen in Stress aus. Auch sollte man bedenken, dass man inklusive Wartezeit und Untersuchung einigermaßen lang in der Praxis weilt, so dass zwischendurch auch noch Fütterung angesagt ist, als noch mehr Stress. Bei sehr langen Arztterminen, wie zb bei den Terminen des Frühchenförderprogrammes, war ich übrigens auch immer froh, wenn ich Begleitung hatte (längere Fahrtzeiten, beide Babys dabei, dann war es gut, wenn ich nur mit einem Baby bei der Ärztin war).

Zwei größere Babys:

Wenn die Babys etwas älter sind, und man unmöglich einen Wonneproppen vor dem Bauch im Tragetuch und gleichzeitig den anderen in die Arme nehmen kann, kann man auf Tragerucksäcke umsteigen. Ich empfehle mal ganz dringend, nicht so ein Riesending mit Gestell zu nehmen, sondern einen sehr leichten, bei dem das Baby Körperkontakt hat. Das ist zum einen für das Baby schön, Schmusen mit Mama mögen wohl fast alle, aber auch für einen selbst, denn der Schwerpunkt des Kindes liegt dann sehr nahe bei einem selbst, so dass das Tragen ungleich komfortabler ist.

Als weitere Bonus kann der Tragerucksack-Kandidat auch nicht wegkrabbeln oder -kriechen, die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass er weint und auf diese Weise ist man selbst dann auch ruhiger. Sprechstundenhelferinnen und Kinderärzte helfen auch (zumindest bei uns) gerne, wenn man Unterstützung benötigt, zb, wenn man das Kind nicht alleine in den Rucksack kriegt (mit ein bisschen Mut und Übung funktioniert das aber schon).

So, bei allen guten Tipps muss man den für sich besten Weg wohl aber selber herausfinden, denn nicht alle mögen Tragehilfen, und die meisten Zwilli-Mütter haben hoffentlich Verwandtschaft in der Nähe, was ja einfach schon vieles sehr erleichtert.

P.S. Und nicht vergessen, bei einem eventuell anstehenden Umzug genügend Abstellfläche für die diversen Kinderwagen, -sitze und später Bobbycars, Laufräder und und und einzuplanen. 😉

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§ 2 Antworten auf Überlebenstipps (7): Mit Zwillingen zur U.

  • Ja Ja Tragetücher sind ein Segen. Ich habe zwar keine Zwillinge, aber unsere beiden Damen sind nur 18 Monate auseinander. Als ich in der Mutter-Kind-Kur war und keinen Geschwisterwagen im der DB mitnehmen konnte, habe ich immer Kind 1 im Glückskäfer Rucksack hinten getragen (auch wenn sie eigentlich mit 3 Jahren viel zu groß war und Kind 2 mit seinen knapp 2 Jahren im Tragetuch vorne vor dem Bauch.

    Für lange Strecken/Strandspaziergänge nicht geeignet, aber für die 15-20 Min zum Strand oder nächsten Supermarkt völlig ok. Strandtasche dann über die Schulter werfen und man hat als Mamapackesel die Blicke auf seiner Seite. Tolle Komentare gibts gratis 😉

    Alternativ kann man, wenn die Kids etwas älter sind, auch einen normalen Regenschirmbuggy als Geschwisterwagen nutzen. Ein Kind vorn normal und das Geschwisterchen, dass schon stehen kann im Gepäcknetzt wie auf einem Buggyboard. Unser ultra billig No-Name Buggy hält das schon seit 4 Jahren aus.

    Ansonsten kann ich mich nur anschließen, wenn möglich Termine teilen oder Vater/Oma/Au-Pair mitnehmen.

    • mara sagt:

      Uff, du bist ja eine starke Frau! Zwei Kinder tragen! Das ist ja auch mal eine kreative Idee. Und ja, diese Tragehilfen sind echt ein Segen, ich kombiniere munter weiter.
      Liebe Grüße, Mara

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