Familienplauderei

4. Juni 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich mag ja meine Familie. Wir sind alle irgendwie besonders.

Matse kann seit gestern krabbeln, zumindest sieht es jetzt schon einigermaßen professionell aus. Jooni bleibt bei der bewährten Seehund-Taktik (mit den Vorderflossen auf dem Bauch vorwärts ziehen), hat sich dafür aber gestern am Tr*ppTr*pp-Stuhl hochgezogen und hat wirklich einige Sekunden gestanden (und ist dann hintenüber gepurzelt). Und er kriecht ganz schön schnell. Die Haustür ist kaum offen, schwupps zieht er sich schon in den Hof und futtert Dreck. Wenn die Haustür geschlossen ist, liegt er davor und will raus.

Unbeschreiblich sind die Momente, wenn er zielgerichtet auf mich zukriecht (unter Schnaufen und Stöhnen, daran erkennt man immer, wo er sich gerade befindet), dann sein rechtes Ärmchen zu mir hochreckt und ein erwartungsvolles Gesicht macht, wer kann da schon widerstehen. Dann spielen wir immer mal ne Runde Jooni-Kitzeln.

Matse mag auch toben, war bisher aber etwas behäbiger, was die Fortbewegung angeht, wie gesagt, jetzt krabbelt er. Außerdem leidet er entschieden mehr unter Trennungsangst als Jooni und weint jetzt oft, wenn ich aus der Tür gehe. Also informiere ich stets beide Babys, dass ich nur mal ganz kurz rausgehe und auch wirklich gleich wiederkomme. Sie gucken mich dann groß an und jammern dann auch meistens nicht gleich.

Der kleine Riesensohn ist einfach nur goldig, kooperativ, höflich, manchmal jammerig, zb wenn er mit allen Klamotten in den Brunnen gefallen ist, voller Empörung, wenn er einen Falschparker oder Müll auf dem Boden entdeckt („Dann muss die Stadtreinigung kommen, nö, Mama?!“) und ansonsten krass selbstständig. Heute hat ihn der beste Ehemann der Welt quasi nur ins Bett geworfen, und er wollte dann noch in seinem Buch lesen (er hat so ein Taschenlampen-Buch geschenkt bekommen). Die Sache mit der Zeit hat er noch nicht so ganz begriffen. Der beste Ehemann der Welt und er hatten sich vor einigen Tagen darauf geeinigt, dass ihn heute der Papa und morgen die Mama ins Bett bringt. Da aber immer heute ist, bringe ich ihn immer erst morgen ins Bett (also nie  😉  ).

Gestern haben wir unseren ersten großen gemeinsamen Ausflug gemacht. Weil wir ja nicht alle ins Auto passen, bin ich mit dem großen Sohn (und nochnem Freund plus Sohn) mit dem Zug gefahren. Dummerweise habe ich die Orte verwechselt, so dass wir eine Station zu früh ausgestiegen sind. Nachdem ich mich ungefähr eine Stunde lang gewundert habe, dass mir alles so gar nicht bekannt vorkam und nachdem wir zwei Stunden lang durch die Gegend geirrt waren, rief der beste Ehemann der Welt (der mit Auto und Babys gefahren ist) an und fragte, wo zum Geier wir wären??!

Jedenfalls finde ich, war ich nicht die einzig völlig Planlose, denn der beste Ehemann der Welt wußte den Ortsnamen auch nicht, als ich nachfragte, in welcher Stadt er denn sei, weil mir allmählich dämmerte, dass ich mich möglicherweise im Stadtnamen geirrt hätte (Originalzitat: „Keine Ahnung, wie das hier heißt, ich bin da, wo wir immer sind!“ (zuletzt waren wir 2006 dort.)). Irgendwann konnte ich ihn überzeugen, mal jemanden zu fragen, in welcher Stadt er sei, tja, und dann kam es heraus. Wir haben dann doch noch zwei schöne Stunden am richtigen Fleckchen verbracht … 😉 .

Der letzte grobe Schnitzer in diese Richtung ist mir passiert, als ich mit langjähriger Schulfreundin an einem Samstag Abend vor etlichen Jahren auf einem ziemlich leeren Sportplatz am Arm der Welt stand, wo unser FünfjahreistesherAbitur-Treffen stattfinden sollte.

Wir rätselten eine Weile herum, bis sie schließlich sagte: „Aber heute ist doch der Achte, oder?“ Und ich antwortete: „Nein, heute ist der Neunte.“

Man bedenke, dass ich damals 1.000 km weit zu diesem Event angereist war. Zahlen (und Ortsnamen) sind also nicht so meine Stärke.

Ansonsten haben wir jetzt erfahren, dass unser Au Pair endgültig nicht kommen wird, dass das nächste große Familienfest um 18 Uhr abends stattfindet (seitdem träume ich allabendlich von drei quängelnden Kindern, die ins Bett gehören) und dass der beste Ehemann von allen übernächste Woche fünf Tage verreist. Fünf Tage!

(Zzt. stecke ich noch den Kopf in den Sand.)

Morgen fahren wir übrigens wieder zu diesem netten kleinen Ort am Flüsschen, wo Fischchen durchs Wasser gleiten, der kleine Riesensohn Dämme bauen und klettern kann und wo die kleinen Zwilli-Söhnchen ihre ersten Grasexkursionen unternehmen können. Kurzzurlaub mit drei Söhnen, wir alle zusammen, unwidestehlich.

Advertisements

Tagged:, , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Familienplauderei auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: