Bettler

23. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Sohn hat die Bettler unserer Stadt entdeckt. Vor einigen Wochen. Ich hatte schon lange damit gerechnet und mir darüber Gedanken gemacht, wie ich es ihm erkläre.

Und habe beschlossen, dass wir jedem Bettler etwas schenken werden.

Situation 1:

Kleiner Riesensohn: „Mama, was macht der Mann da?“

Mama: „Der Mann möchte Geld haben.“

Kleiner Riesensohn: „Warum, Mama?“

Mama: „Ich vermute, er hat ganz wenig Geld.“

Kleiner Riesensohn schweigt und denkt.

Mama: „Wir könnten ihm etwas zu essen kaufen, was meinst du?“

Kleiner Riesensohn: „Oh, ja!“

Mama: „Gut, wir gehen hier zum Bäcker, und du kannst etwas aussuchen für den Mann.“

Beim Bäcker sucht er sich einen ziemlich bunten Kuchen mit rosa Guß aus (soweit ich mich erinnere, zumindest irgendwas, was einen Zuckerschock hervorrufen könnte).

Mama: „So, nun kannst du das dem Mann geben, mein Sohn.“

Der kleine Riesensohn traut sich nicht, und so grüße ich den Mann und frage, ob er etwas zu essen haben möchte. Er lächelt und nimmt die Tüte entgegen.

Situation 2:

Noch ein Bettler. Diesmal ein anderer.

Kleiner Riesensohn: „Mama, wir können was kaufen für den!“

Mama: „Gut, wir suchen was aus.“

Kleiner Riesensohn sucht sich eine Packung Belly Jelly aus (oder wie heißen die Dinger?).

… und überreicht die Packung dem Bettler …

„Der arme Mann“, denke ich, „hoffentlich hat er kein Diabetes und kann was damit anfangen.“

Situation 3:

Drei Bettler!

Routine: Wir gehen zur Bäckerei, und der kleine Riesensohn sucht drei Donuts aus. Weißer Zuckerguß und Streusel.

Als wir wieder die Passage mit den drei Bettlern erreichen, sind alle fort!

Der kleine Riesensohn ist enttäuscht: „Wo sind die, Mama?“

Ich weiß es nicht. Wir suchen ein wenig und essen die Donuts – in Ermangelung von Ersatzbettlern – einfach selbst.

Situation 4:

Wir treffen einen Bettler.

Kleiner Riesensohn: „Was will der Mann, Mama?“

Mama: „Der Mann will Geld haben.“

Der kleine Riesensohn steht und denkt und denkt und guckt.

Mama: „Willst du ihm Geld geben, kleiner Riesensohn?“

Er nickt.

Mama: „Du kannst ihm Geld geben. Du hast ja Geld in deinem Portmonee.“

Der kleine Riesensohn flitzt zum Fahrradanhänger, in dem das Geld liegt und holt welches heraus. Das Portmonee hat die Oma ihm geschenkt, wie viel Geld darinnen ist, weiß ich gerade  nicht genau.

Er nimmt also das Geld und geht zum Bettler, der auf Knien steht und seine Mütze hinhält … und unendlich zerstört aussieht.

Ich liebe meinen Sohn.

Advertisements

Tagged:, ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Bettler auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: