regenvormittag

26. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

während die kindergartenerzieherinnen im urlaub weilen, bekommen die zurückbleibenden mütter von fast-vierjährigen allesamt einen nervenzusammenbruch. oder geht das nur mir so?

heute morgen: 6.50 uhr: die babys sind wach. ich habe vergessen, nachts das fenster zuzumachen! wie konnte ich nur! wenn es nämlich ganz dunkel ist im babyzimmer, dann schlafen sie bis acht, manchmal bis neun und ganz manchmal sogar bis halb zehn! ich hole sie in mein verwaistes bett (ehemann ist schon fort) und mache alles dunkel, verteile großzügig schnuller und erzähle ihnen, dass es tiefste nacht sei.

puh, matse knackt wieder ein, jooni hält ruhig, solange ich ihn streichel. er drückt sogar seinen babykörper ganz eng an mich und schmust, das versöhnt mich ja wieder.

leider ist er nur ruhig, solange ich ihn streichel, aber schlafen mit streicheln ist quasi unmöglich.

die nacht ist dann endgültig um acht zuende, als der kleine riesensohn in mein bett kriecht.

morgens ist er immer gut gelaunt. naja, fast immer. heute jedenfalls. ich lasse meine ohropax solange wie möglich im ohr, während ich die kinder nach unten transportiere, red two und red three mit brot, lätzchen und hochstühlchen versorge und mir selber zwischendurch einen kaffee organisiere. ich nehme immer die größte tasse, eigentlich ist es eher schon ein humpen.

nach der fütterung bin ich guten mutes und will mit allen spazieren gehen, brot kaufen, vielleicht noch auf den spielplatz, draußen sein ist auf alle fälle besser als mit drei kindern gedrängt in einem spielzimmer sitzen, den ganzen tag mittelpunkt im kinderuniversum sein ist ganz schön anstrengend.

nachdem ich die morgenroutine vollbracht habe (aufdecken, abdecken, diverse aua-küsschen verteilen,  geschirrspüler aus- und einräumen, gefühlte zehn häufi-windeln wechseln, duschen, zähneputzen (wer zum geier hat dem kleinen riesensohn eigentlich gesagt, dass grüne zahnpasta für morgens ist und rote für abends???), anziehen, zwischendurch horchen, ob noch alle wohlauf sind, diverse spielzeuge wegräumen, undundund …), stellt der kleine riesensohn fest, dass es regnet. aarrrhhh!

normalerweise hält mich das nicht davon ab, ins freie zu gehen. aber gleich drei kinder in matschhosen, regenjacken, stiefelchen zu verpacken versetzt mich noch in angst und schrecken. ich entscheide mich also optimistisch für warten, aber der regen ist zäher. und so verbringe ich meinen morgen mit …

dem beantworten von dreitausend fragen und mit

dem abspielen des mütterlichen endlosbandes: hast du nach der toilette gespült? hast du dir die hände gewaschen? hast du seife genommen? (dreimal nein), räum die dominosteine auf (21 mal wiederholen, dann wüste drohungen ausstoßen), lass matse los, lass jooni los, ich glaub, es hackt! antwort (entrüstet): „aber mama, ich bin ein löööwe!!!“ „löwe, wenn du meine söhne beisst, dann kommst du in den käfig!“ „dann bin ich dein freund nicht mehr!!!“ und schwuppsdiwupps sitzt der löwe schmollend im laufgitterchen.

 puuuh … aber es gab auch schöne momente, zb der, als alle drei fröhlich über mich drüberkrabbelten und offensichtlich gerne mit mir schmusten.

punkt zwölf gab es essen für die micro marines und ab ins bett mit ihnen. und nun kommt mein aktueller mutterlieblingstrick: mit dem kleinen riesensohn ins kinderbett, ohropax ins ohr und die sendung mit der m*us anstellen! halbe stunde pause!

manchmal schlafe ich tatsächlich ein und noch manchmaler lässt der keine riesensohn mich schlafen. heute allerdings nicht. „mama!!! ein baby weint!“

ich ächze mich hoch und entdecke matse, der schreiend im bettchen sitzt. ich separiere die zwillis, beschnullere jooni, der wieder einschläft und nehme matse mit in mein bett. achja, die zähnchen. heute ist es wieder soweit, und wenn matse zahnt, dann hört sich das so an, als ob gleich ein alien aus seiner brust bricht, nix mit kühlgel auf die kauleiste oder so. also gleich ein zäpfchen, auf den arm nehmen und hoffen, dass das zeug wirkt.  endlich schläft er ein, und ich habe ein paar minuten alleine mit meinem großen sohn, der eis zum mittagessen wünscht. nach einiger diskussion beendige ich dieselbige und tische fisch und reis auf. und bohnen. „die esse ich nicht!“ kräht der kleine riesensohn und ich befehle ihm (red-leader-mäßig), eine zu probieren. „mh, mama, kann man essen!“  – ohne worte –

nja, und dann verfalle ich auf die geniale idee, das regal im wohnzimmer aufzubauen. dann sind wir zwei bauarbeiter, die regalbretter stemmen und bücher drauflegen … und als dann noch jooni und matse dazustoßen, geht es sogar noch weiter, ich versorge beide einfach mit einigen steckbausteinen … und ignoriere das chaos auf dem boden, man kann eben nicht alles haben.

tja und dann tun mir die ohren doch noch weh vom ganzen tag, und zum glück kommt dann der ehemann nach hause, und ich sage in der ich-werde-darüber-nicht-diskutieren-stimme, dass ich jetzt gehen werde. der kleine riesensohn ist inzwischen ganz müde geredet, er gibt aber nicht auf und mit einer stimme, die sich anhört, als ob die batterie in den letzten zügen liegt, stößt er noch einen wortschwall aus: „mama! die sonne soll nicht wegsein, mama, mach die sonne wieder dahin, mama, du sollst mir keinen kuss auf mein aua geben, mama, … .“

dann gehe ich endgültig. mit computer. noch ein kapitel schreiben. nur wenig später sitze ich in einem strandkorb auf dem marktplatz, tippe in mein notebookchen und genieße die stille …

morgen gehen wir raus. alle. in matsch- und regenkleidung. egal wie lange das anziehen dauert. egal, wie sehr es blitzt und donnert. noch einen löwenvormittag halten meine nerven nicht aus. vielleicht gehen wir noch in der bücherei vorbei. vielleicht haben die auch kinderfilmklassiker. ganz harmlose natürlich. aber dauern sollten die schon mindestens zwei stunden.

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