noch vier tage …

4. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

bis zur kindergartenwiedereröffnung. ich werde den erzieherinnen um den hals fliegen und die kaffeekasse reichlich füttern. wenn ich daran denke, dass ich damals als noch-nicht-mutter mit dem gedanken gespielt habe, das kind nicht in den kindergarten zu schicken, pffft, so ändert sich das weltbild.

seit donnerstag hatte der beste ehemann von allen urlaub und heute hatte elisabeth vormittags dienst, so dass mit morgen und übermorgen nur noch zwei horror anstrengende tage bevorstehen: vormittags alleine mit dreien! und mittags! und den frühen nachmittag.

beschluss eins:

ich werde bei jedem wetter rausgehen. wenn der kleine riesensohn vormittags drinnen bleiben muss, drehe ich spätestens um halb elf am rad. gleich suche ich noch die matschhosen für die ganze bande raus (warum gibt es eigentlich keine matschhosen für krabbelkinder, die unten geschlossen sind??), vier gummibänder, um die hosenbeine unten zu verschließen, regenschirm für mich, eine packung valium und geld für den zwilliwagenregenschutz, den ich dann kaufen werde, weil unserer zerrissen ist.

beschluss zwei:

ich gehe heute mal rechtzeitig ins bett, immerhin muss ich mich noch von der gestrigen erfahrung erholen, mit zwei babys und einem schnarchenden ehemann die nacht in einem bett zu verbringen, immer in angst, dass jooni herausfallen könnte (nächtlicher wanderer) und aufgeschreckt von matse, der beim drehen mit dem kopf gegen das kopfteil gewummst ist. als jooni angefangen hat, sich aufzurichten und in babysprache geschichten zu erzählen, habe ich mich erbarmt und zäpfchen verteilt: drei minuten später herrschte ruhe. der beste ehemann der welt meinte allerdings, dass wir mit den zäpfchen mal nicht so freigiebig sein sollten, sonst werden die kinder noch drogenabhängig. ich beruhige mein schlechtes gewissen damit, dass diese zäpfchen für säuglinge ab drei kilo geeignet sind und die beiden mindesten 5,5 kilo drüber liegen.

beschluss drei:

ich werde darauf achten, dass der kleine riesensohn ausgepowert und gut befüllt ist, damit es kein gejammer eine halbe stunde nach den mahlzeiten gibt. so wie eben: „maama, ich habe hunger!“ „schatz, essen ist vorbei, du wolltest nichts essen.“ „aber jetzt habe ich hunger!“ grumpf. also gebe ich ihm einen becher wasser und eine packung ungesalzener maiswaffeln und schicke ihn ins bett. stimmchen von oben: „maama, kannst du mal kommen?!“ ich reagiere nicht. ich will nicht. ich kann nicht. einen ganzen tag mit fragen und hinweisen wie „guck mal, da ist eine katze! äh?? das ist ja gar keine katze. maaama, das sieht aber aus wie eine katze, oder?! warum ist das keine katze? warum scheint die sonne nicht? guck mal, da ist eine hummel! du musst papa fragen, der weiß, wo das ist! hier war ich schonmal mit oma! welche tiere können beißen? wo leben die löwen? sind die alle einnesperrt? warum kann der löwe nicht beißen? ist afrika weit weg? bis in himmel? kann der hund beißen? welche tiere leben im park? wo ist der wald? warum ist der wald nicht hier? …“

das stimmchen gibt auf und kommt die treppe wieder runter, den becher wasser vorsichtig balancierend und die waffeln hat es auch gleich mitgebracht. kummervolles gesicht im türrahmen: „mama, ich komme mit dem becher wasser die leiter nicht rauf!“ (problem: hochbett) „schatz, du kannst ja unten essen und wenn du fertig bist, gehst du die leiter hoch.“ das stimmchen sieht nachdenklich aus und beschließt, die idee umzusetzen. vorsichtig den wasserbecher balancierend, geht es die treppen wieder hoch …

was für ein tag!  es ist wirklich nicht leicht, die innere ruhe zu bewahren, wenn man bei regen hier eingesperrt ist. heute habe ich zweimal herumgebrüllt, einmal als matse in der schranktür eingeklemmt wurde und einmal, als der kleine riesensohn alle babyle*gos alle aufeinmal in den flur kippte – das scheppert so schön und für mich war es der letzte hammerschlag auf meine morschen nerven.

uff, da ist er wieder, steht vor mir, guckt mich freundlich an und sagt: „ich hab´s probiert, ich kriege die waffeln nicht raus.“ unser spruch in solchen dingen ist immer: „Probiere mal, ob du es alleine schaffst, sonst helfe ich dir.“ diesem mütterlichen hinweis hat er also vorgesorgt. tatsächlich ist das auch nicht einfach. ich popel ihm die letzten zehn waffeln aus der tüte (hat er wirklich schon die hälfte aufgefuttert? mein schlechtes gewissen meldet sich aus dem off, er hatte also wirklich hunger …) und der kleine riesensohn nutzt die zeit, um noch ein paar informationen aus mir herauszukriegen: „wo schläfst du? wann schläfst du?“ „ich schlafe, wenn du schon schläfst, mein sohn!“ „oh! dann esse ich ganz schnell und dann schlafe ich, damit du auch schlafen kannst! wollen wir das so machen?“ (mutterherzschlag, uff) „wo geht ihr morgen hin? was gibt es im kino? was guckt ihr? den film finde ich auch gut!“ (inception????) „kann ich mitkommen?“ und zum abschied, nachdem ich ihm mehrmals bedeutet habe, doch bitte jetzt mal die fliege zu machen: „maaama, wollen wir mit den babys und dem besuch (=elisabeth) die dicksten freunde sein? wolln wir?“ (strahlendes lächeln) und abgang …

… und wieder auftritt (ich schreibe dies in originalzeit): stimmchen von oben: „maaama, wo bist du?“ „hier unten.“ „oh! ich dachte, du bist schon im bett!“ das stimmchen lugt durch die wohnzimmertür. „gute na-acht, kleiner riesensohn!“ „ich brauche noch ein tuscheltier! oh! hier liegt eine zahnbürste! wer hat die dahingelegt?“ „gute na-acht, kleiner riesensohnn!“ (ich weiß, ich wiederhole mich) „hast du die dahingelegt? ich nehme die als tuscheltier!“ „kleiner riesensohn, karin (der bär) liegt in der kiste.“ „in welcher kiste? oh! mama, hier ist auch eine schachtel! wie geht die zu, maaama? was war da drin?“ „alle fragen werden morgen beantwortet, jetzt geh bitte ins be-ett!“ „kann ich die mitnehm? oh! maaama, guck mal, draußen ist es dunkel! guck mal! da draußen! guck mal, da ist die lampe an!“

ich erwäge die eröffnung eines alternativen elternshops, nix mit spielzeugen und so, nein dinge für die eltern wird es da geben. sedierungspfeile für die nacht, absolut geräuschfeste ohropax, babysitter im zehnerpack und wirklich auslaufsichere windeln … und jetzt ist es ruhig im hause, draußen prasselt der regen, ich schäme mich meiner gedanken und freue mich des lebens.

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