sprung in den alltag

9. August 2010 § 2 Kommentare

der erste! der erste kindergartentag nach den ferien!

ich habe den kleinen riesensohn ja schon gestern seelisch auf dieses ereignis vorbereitet, habe aber dennoch mit mehr abschiedsschmerz gerechnet. die erzieherinnen sind ja zum glück geschult in diesen dingen und haben ihn gleich sehr lieb begrüßt und abgelenkt, als ich gegangen bin. keine träne!

davor war das chaos. aber das übliche. das schulter ich inzwischen ja mit links.

beweise? nun gut:

 gestern habe ich es geschafft, einskommafünf stunden mit freundin aus *weitentfernterstadt* zu telefonieren, während ich die babys mit maiswaffeln und spielzeug unterhalten habe, und nicht nur das: ich habe es außerdem geschafft, das essen in der mikrowelle aufzuwärmen und zu servieren, die knaben in die stühlchen zu setzen, ihnen lätzchen umzubinden und zu füttern und zu tränken, während ich weitertelefoniert habe. potzblitz!

heute habe ich es geschafft, schleierkraut, löwenmäulchen und vergissmeinnicht umzupflanzen, während drei kinder um mich herumkrochen oder -fuhren. sowohl ehemann wie elisabeth haben ruckartig die luft eingesogen, als sie hof und babys sahen (das badewasser war schon sehr braun), aber ich finde ja, spielen im matsch gehört zu einer glücklichen kindheit dazu.

tja, und heute morgen lief es sogar ziemlich gut. also relativ. so wie immer eigentlich. naja, gar nicht wie immer. es ist noch gar nicht soo lange her, dass ich mich weigerte, mit allen dreien alleine zu bleiben. ich habe gelernt. oder die kinder sind größer. oder auch beides. heute also:

acht uhr: ich werde vom kleinen riesensohn geweckt, der mich mit küssen und streicheleinheiten überhäuft und mich zwingt, in eine gammelige maiswaffel zu beißen, die er mir als pizza serviert.

acht uhr fünfzehn: ich trabe die treppe runter und hechte zum wasserkocher, um mir einen kaffee zu organisieren. das babyphone weint. planänderung. ich steppe die treppen hoch und mit gewichten (einmal 8,5 kilo, einmal 10,5 kilo) wieder runter, setze beide gewichte in die hochstühlchen und verteile trocken brot, um fast ohne schlechtes gewissen unter die dusche zu hüpfen.

der kleine riesensohn will zugucken (er ist gerade enorm an weiblicher anatomie interessiert, insbesondere an dem körperteil, das sich zwischen den beiden großen zehen befinden). mir soll`s recht sein, solange er hier guckt, kann er da keine babys ärgern.

acht uhr fünfundvierzig: wir frühstücken. als jooni keine lust mehr auf trockenes brot hat und zu meckern beginnt, hole ich das müsli aus der küche.

neun uhr: der kleine riesensohn bleibt brav sitzen, während ich weiterfüttere.

neun uhr fünfzehn: beide babys miefen und werden seriell gewickelt. der kleine riesensohn ist draußen: „mama! die müllabfuhr kommt!“ ich nutze den augenblick, während er bewegungslos auf der holzbank steht und das orangefarbene müllauto beobachtet, putze ihm die zähne (ab wann können die das eigentlich selber?), ziehe ihm die socken und die hosen an. ja, ich weiß, der kann sich schon selber anziehen, aber eigentlich ist um neun uhr kindergartenkindabgabe, und wir sind schon spät. wir werden auch nur kurz unterbrochen, als matse anfängt zu heulen, weil die müllabfuhr ein großes ungetüm ist und außerdem laut. zitternd hängt er in meinen armen, während jooni fasziniert zuschaut und am liebsten hinterherkrabbeln würde. der müllabfuhrmann winkt freundlich und dann ist die show auch schon zuende.

ich bedeute dem kleinen riesensohn, sich schuhe anzuziehen, während ich die babys endgültig anziehe, mützen suche, schlüssel hole und sie im kinderwagen festschnalle. der kleine riesensohn sucht sein laufrad und los geht die fahrt, auf in den kindergarten.

zehn uhr fünfzehn. juchu! nur eine und eine viertelstunde zu spät! auf dem rückweg überlege ich mir meine tägliche belohnungstat (sich jeden tag was gutes tun) und entscheide mich für den kauf von blumenerde. außerdem macht es einen knackigen po, wenn man einen zwillingswagen mit zwillingen, mit einem netz kartoffeln und einem sack 20-l-blumenerde-sack den berg raufschiebt. zumindest fühlt es sich so an.

elf uhr: zuhause, zeit, das mittagessen zu kochen: ich schäle kartoffeln und kohlrabi.

elf uhr dreißig: der besuch kommt und ist zum glück selbstständig genug, sich selbst zu beschäftigen, während kartoffeln, kohlrabi, hirse und pilze auf dem herd schmurgeln.

elf uhr fünfundvierzig: jooni ist weg. ich suche überall und stelle dann fest, dass ich vergessen habe, das treppengitter zu schließen. ich hetze die treppe hoch und finde den knaben im ersten stock. er steht an elisabeths badewanne und spielt mit dem stöpsel. aaarrhh!

zwölf uhr: sie essen kartoffeln mit kohlrabi und mais! mein selbstgekochtes essen!

zwölf uhr dreißig: alle babys schlafen.

zwölf uhr fünfundvierzig: ich schlafe.

dreizehn uhr dreißig: ich erwache und schleiche mich die treppen runter. die wohnzimmertür ist geschlossen, aha, der besuch schläft. elisabeth scheint auch wieder da zu sein, auch ihre tür ist geschlossen, also schläft sie auch. und ich bekomme ein warmes gefühl im herzen: unser haus ist heimelig. mir gefällt die vorstellung, dass hinter diesen türen friedlich menschen schlummern.

dreizehn uhr fünfundvierzig: mein plan, kaffee zu trinken und den kleinen riesensohn ohne babys abzuholen geht leider nicht auf, die kerlchen sind schon wach!

vierzehn uhr dreißig: ich bin mit zwei frisch angezogenen babys auf dem weg zum kindergarten. der kleine riesensohn spielt im sand und erklärt mir, dass er einen garten angelegt habe. er hat überall löcher gebuddelt und kleine beeren gepflanzt: „die wachsen, das ist mein garten und niiiemand darf dann hier rein.“ ich gebe zu bedenken, dass der sandkasten auch noch den 99 anderen kindern des kindergartens gehört, aber das scheint ihn nicht zu stören.

fünfzehn uhr: ich beginne, meine setzlinge umzutopfen.

fünfzehn uhr fünfzehn: alle kinder sehen aus wie alraunen.

fünfzehn uhr dreißig: alle kinder sehen aus wie nasse alraunen.

fünfzehn uhr fünfundvierzig: der ehemann kommt heim und macht sich schnell vom acker („na, habt ihr wieder rumgesaut?“).

sechzehn uhr fünfzehn: wo ist elisabeth? die babys jammern und haben hunger. ich schicke den kleinen riesensohn, elisabeth wecken.

sechzehn uhr dreißig: alles friedlich: ich fege, elisabeth füttert, der kleine riesensohn spielt.

sechzehn uhr fünfundvierzig: elisabeth und ich baden die zwillinge und halten den kleinen riesensohn davon ab, auch in die kleine plastikwanne zu steigen. er darf erst, als mindestens ein zwilling draußen ist.

siebzehn uhr: jooni heult und schreit (zu wenig mittagsschlaf und zu viel aufregung) und ich versuche, ihn ins bett zu legen.

siebzehn uhr fünfzehn: er schläft. matse krabbelt derweil in der küche herum.

siebzehn uhr: ich ziehe mich um. bin komplett durchnäßt, von badewasser und schweiß. puuuh!

siebzehn uhr dreißig: ich gehe mit elisabeth den kalender durch und wir vereinbaren arbeitszeiten.

achtzehn uhr dreißig:  der kleine riesensohn stolpert und hat ein ziemlich großes fußaua und wird beim weinen blau, bis ich ihm eine (schwache) ohrfeige gebe. können kinder am weinen ersticken??? lippen und gesicht waren wirklich blau. und ich in panik. der beste ehemann der welt bringt den besten kleinen riesensohn der welt ins bett, der jammernd schlafen gehen will.

neunzehn uhr: nachdem ich den restlichen hof gefegt, mit der nachbarin vom anderen ende der straße über das kaffee geredet habe, das bald hier eröffnet werden soll, das spielzeug weggepackt, die blumen gegossen, die sandkiste abgedeckt und den kinderwagen ins carport gebracht habe, stelle ich fest, dass erstens: der kleine riesensohn bereits an der matratze horcht und zweitens: elisabeth noch dienst hat!

der beste ehemann und ich fassen uns an den händen und gehen spazieren …

heute war ein schöner tag … und morgen ist mein erster bürotag! als allererstes werde ich mal meinen schreibtisch entstauben.

Advertisements

§ 2 Antworten auf sprung in den alltag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan sprung in den alltag auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: