Impfen, Malle und andere Katastrophen

7. September 2010 § 4 Kommentare

Puh, die letzten Tage war ich komplett ausgepowert. Ich habe weder morgens noch abends in die Emails geguckt, meinen Kalender nicht geöffnet, keine Nachrichten gehört, kurzum: ich bin ko.

Jetzt sind der große Mann und das MöchtegernsogroßseinwiePapa-Männchen beim besten Freund, die Micro Marines schlafen schon, und ich kann endlich, endlich mal wieder arbeiten. Denn – ist echt wahr – Elisabeth weilt mit ihrer Freundin im Malle-Urlaub (Extrasupersonderangebot), und das eine ganze Woche! Und heute ist erst der zweite Tag! Aaaaah! Der beste Ehemann der Welt meinte dazu: „Hm, die hat einen EiPott, fährt nach Malle, arbeitet 30 Stunden – ich werd Au Pair Mädchen!“ (hoffentlich macht er nicht ernst, das Gehalt würde ein wenig leiden, und wir waren uns darüber einig, dass Urlaub mit drei Kleinkindern sowieso kein Urlaub ist)

Jedenfalls bin ich nun eine Woche mehr oder weniger alleine damit, morgens drei Kinder flott zu kriegen und die Bande trotz Regenwetter auszuführen bzw. den kleinen Riesensohn mit Zwillis im Kinderwagen in den Kindergarten zu bringen. (Warum sind diese Kinderwagenregenplanen eigentlich so kurz? Matses Füße werden bei Regen ganz nass. Schließlich habe ich den armen Kerl in den Schneidersitz gesetzt, und zum Glück hat er auch erst nach einer halben Stunde protestiert). Vormittag erhole ich mich dann, so gut es geht, und nachmittags hole ich den kleinen Riesensohn mit Zwillis im Kinderwagen vom Kindergarten ab.

Gestern hat der beste Ehemann der Welt mich gefragt, ob es ok wäre, wenn er von Donnerstag auf Freitag übernachten würde. Also ehrlich, da haben wir 47 Wochen im Jahr ein Au Pair, und was macht der Ehemann? Übernachtet während des Malle-Urlaubs! „Das ist ja wohl eine rhetorische Frage, oder?“ habe ich mit dem „Ich-glaub-es-hackt-Tonfall“ gesagt, aber ich fürchte, er sieht das irgendwie anders.

Heute hat er mich dafür wirklich gerettet. Der kleine Riesensohn war nachmittags haargenau 45 Minuten zuhause und hat gewaltigen Krach gemacht, bevor ich eine Art Vor-Nervenzusammenbruch bekam und der beste Ehemann der Welt mit dem Männeken abmarschiert ist. Morgen wird es bestimmt besser, morgen ist ja erstmal Mittwoch, und da ist der beste Ehemann der Welt meist schon früh zuhause, den Donnerstag streiche ich einfach aus dem Kalender.

Zumindest sind alle Kinder gesund bis auf den dicken Schnodderbach aus des kleinen Riesensohnes Schnupfennase. Letzte Woche war ja mal wieder Herr Fieber hier zu Besuch, offensichtlich eine Folge des Impfgemischs von vorletzter Woche. Am Montag hatte Jooni den Eine- Woche-nach-dem-Impfen- Fieber-Nöli-Tag. Nachts habe ich ihn mit in unser Bett genommen, wo er eine sehr laute Krise bekommen hat, wenn ich mal aufs Klo musste. Er hat sich herumgedreht hat wie ein Nudelholz, bis er schließlich quer über meiner Brust eingeschlafen ist. Um 0.42 Uhr ging das Fieber runter, und ich habe die kleine Wühlmaus in ihr eigenes Bett verfrachtet. Puh!

Am Mittwoch fing es bei Matse an, der fortan brüllte, sobald man ihn auf den Boden setzte. Nachts hatte er Fieber und war gefühlte Zehnmal wach, und am Donnerstag sah der kleine Kuschelhase ziemlich mitgenommen aus. Als er am Freitag Nachmittag das Essen verweigerte, rote Pünktchen bekam und nur noch fiepte, war ich mal wieder auf dem Weg zur Kindernotfallambulanz.

Der Kinderarzt: „Er macht bitte WAS???“ – „Er fiept.“ – „Was ist das denn?“ – „Na, er fiept, wie ein Meerschweinchen.“ (Ich gebe mein Bestes, ein Meerschweinchen nachzuahmen, der Kinderarzt sieht mich mit unbewegter Mine an. Ich gebe auf:) „Es geht ihm jedenfalls nicht gut.“ – „Und woran merken Sie das?“ – „Na, er fiept doch!“ (wir starren uns an, als wäre unser jeweiliges Gegenüber einigermaßen schwachsinnig. Jedenfalls wurde Matsebär während der Untersuchung (warum messen die eigentlich Fieber, wenn er doch ganz kühl ist???) munter, lachte und spielte, weinte nicht, als ich ihn aus dem Tragesack nahm und sah überhaupt unglaublich gesund aus. Die roten Pünktchen wären nur eine „Hautreaktion“ (jedenfalls keine Windpocken), und wenn er wieder Fieber bekäme, könne ich ja nochmal kommen. Also, ehrlich, dieser kleine Hypochonder! Auf dem Nachhauseweg hat er dann fleißig gegessen, und fortan war alles bestens.

Und jetzt tippe ich noch ein Stündchen am Computer und werde dann, so habe ich mir vorgenommen, Punkt halb zehn im Bett sein. Vielleicht ist dann  ja sogar noch der Ehemann wach. Dann kann ich ihn mal fragen, ob das mit dem Donnerstag wirklich ernst gemeint war.

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§ 4 Antworten auf Impfen, Malle und andere Katastrophen

  • schlapunzel sagt:

    Euer Kinderarzt zu sein ist aber sicher auch nicht leicht. Ich mußte gerade sehr lachen…wegen anhaltenden Fiepens solltest Du es vielleicht mal in einer Werkstatt versuchen!?

    • mara sagt:

      och, du hättest den armen hasen mal sehen sollen, ein häufchen matseunglück.
      ich habe überlegt, dass das wort vllt in diesem bundesland eine andere bedeutung hat als in unserem herkunftsbundesland, dort versteht man darunter einen jämmerlichen, zu herzen gehenden laut darunter. fiepen hätte ich zb nicht mit werkstatt in verbindung gebracht.

      und mit unserem haus-kinderarzt verstehe ich mich gut 😉 , das war ja „nur“ der arzt von der kindernotfallambulanz.

  • mamainausbildung sagt:

    Super geschrieben!! Ich musste auch mal lachen, wegen dem Fiepen 😉 Wusste aber, was du damit meinst, in unserem Bundesland scheint man das auch so zu sehen, wie bei euch 😉

    Ärzte =P (nicht böse gemeint)

    Aber euer Au Pair hat es wirklich gut. Malle, wie schön! Wäre ich jetzt auch gerne. Vielleicht sollte ich das auch mal werden.

    Wie sieht es mit dem Donnerstag aus?

    Liebe Grüsse

  • mara sagt:

    ach, der Donnerstag! Ganz vergessen! Der ist ja jetzt! Also, der Ehemann bleibt hier (liegt gerade schnarchend auf dem Sofa) und der kleine Riesensohn kocht in seinem Zimmer (ich habe ihm einen Herd gebaut). Nur die Babys schlafen friedlich. Woher nimmt der kleine Riesensohn eigentlich seine Energie??? Es ist viertel nach zehn!!! Ich gehe dann mal ins Bett. Gähn.
    Oh, und ein PS: Wir haben auch länger nach einem Haus geschaut und dann eines ohne Garten (nur mit kleinem Hof) genommen. Garten wäre zwar schön, ist aber auch mit Arbeit verbunden (ich bin ja, äh, pragmatisch) Was ich sagen will, ist, hm, man ewig nach dem Traumhaus schauen, aber vielleicht nimmt man lieber den Spatz in der Hand? (falls man dieses Zitat in deinem Bundesland kennt 😉 )
    liebe Grüße,
    Mara

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