Treble your time!

22. September 2010 § 8 Kommentare

(Huch, da ist wohl gestern Abend das Internet kaputt gegangen, denn das sollte eigentlich seit gestern Abend hier stehen, nun denn, mit ein bisschen Verspätung:)

In dieser Woche bin ich noch nicht zur Schreiberei gekommen. Najagut, ich habe ein Kapitel überarbeitet und mir diverse Notizen in mein geliebtes Blank Book gemacht, während der kleine Riesensohn mit dem großen Hubschreiber vom Schuhgeschäft beschäftigt war. Außerdem gab es einen halbherzigen Anlauf, in mein ebenfalls geliebtes Notebook zu tippen, während die Zwillis im (eingezäunten) Spielplatz unterwegs waren. Ich habe extra abgewartet, bis die beiden in ihren blau-neongelben Matschhosen ans andere Ende des Sandkastens gekrabbelt sind, wo sie vergnüglich Sand auf die Rutsche warfen und wummernde Geräusche machten. Aber es muss so etwas wie einen achten Sinn bei denen geben: Kaum klappe ich das Notebook auf und sitze am Sandkastenrand, kommen die wie zwei blau-neongelbe Blitze angekrabbelt und wollen auch tippen! Naja, dann fing es sowieso an zu regnen und ich habe Kinder, Notebook, Wasserflaschen und Schüppchen eingesammelt und wieder nach Hause bugsiert.

Das war am Sonntag. Am Montag, also gestern, hatte ich keinen Büro-Vormittag eingeplant, weil die Oma um 11.20 Uhr abfahren wollte und ich dachte, dass es ein wenig egoistisch wäre, während ihrer Anwesenheit am Schreibtisch zu sitzen. Da jedoch der beste Ehemann der Welt noch krank war, aber nicht mehr sooo krank, hatte er sich morgens die quäkenden Zwillinge geschnappt, so dass meine zuverlässigen Biowecker ausfielen und ich in der Folge schlicht verschlafen habe! Gut für meinen Teint, schlecht für den Besuch 😦 . Immerhin habe ich noch die letzte halbe Stunde mit allen verbracht, bis der beste Ehemann der Welt die Drei-Enkel-Oma mitsamt dem gewaltigen roten Koffer ins Auto gepackt und zum Bahnhof gekarrt hat.

Am Nachmittag lag der nicht mehr sooo kranke Ehemann dann doch darnieder, so dass Elisabeth und ich die Kinderschar gehütet haben, tja, und da nahte auch schon das Ende des Tages, eher spät als früh, weil der kleine Riesensohn diverse undefinierbare Schreianfälle hatte, bis ich mich mit ihm ins Bett gelegt habe. Hinzu kamen diverse Matse-Unruhe-Attacken (Schnulli-Alarm), bis ich dann heute morgen viel zu spät aus dem Bett gekommen bin. Den Tränenspuren in Matses Bett zufolge, muss der Arme schon eine beträchtliche Zeit gebrüllt haben, bis meine müden Ohren trotz Babyphone neben meinem Bett die Nachrichten an mein ebenfalls müdes Gehirn weitergeleitet haben. Gähn. Es folgte der übliche Morgenmarathon (Zwillis füttern, drei Kinder ankleiden, diverse Diskussionen führen pipapo) und dann Abfahrt mit kleinem Riesensohn und Jooni, während Elisabeth mit Matse auf dem Weg zu einer neuen Sprachschule war, die hoffentlich besser ist als die bisherige. Der kleine Riesensohn wurde blitzartig im Kindergarten deponiert, und Jooni zum Kinderarzt verfrachtet, Lunge abhören, er ist da ein bisschen anfällig. Rückkehr 12 Uhr (Zwischenstopp in der Ausbeuter-Apotheke), dann das übliche, Wäsche aufhängen, Essen in die Mikrowelle (was haben die armen Mütter bloß früher ohne technische Geräte und Babygläschen gemacht?), Jooni füttern, ins Bett legen, Mittagsschläfchen für die beste Mutter der Welt 😉 . Wieder keine Schreibtischzeit, denn dann fing Teil II des Tages an, den kleinen Riesensohn vom Kindergarten abholen …

Naja gut, es gibt diese voll gefüllten Wochen, morgen folgt ein Arzttermin, diesmal für mich (ich freue mich immer auf die Wartezimmerzeiten ohne Kinder 😉 ), Morgen Abend wähle ich den Elternrat, am Freitag ist noch ein Azrttermin, nur der Donnerstag ist frei für die Schreiberei, und bis jetzt konnte ich ihn auch mit Zähnen und Klauen verteidigen. Ehrlich: Ich bewundere alle Mütter, die regulären Arbeiten nachgehen! Wow!

Seit letzter Woche ist der beste Ehemann der Welt übrigens äußerst stark an diesem Blog interessiert, seitdem er nämlich gelesen hatte, dass eine Amerikanerin einen ähnlichen Blog unterhält und mittlerweile von den Werbeeinnahmen lebt (von den 500.000 views pro Monat, die sie inzwischen erreicht hat, bin ich allerdings noch ein paar Clicks entfernt 😉 ). Der Rat der männlichen Ehehälfte: „Tipp bloß weiter! Und du musst besser verschlagworten!“

Gleichzeitig ist er aber auch derjenige, der sich mehr Engagement im Haushalt wünscht (von mir natürlich) und mich anspornt, mehr Zeit in die Schreiberei zu investieren (letztens hat er mich Joanne genannt 😉 ). Gestern kam dann noch der süße Rat (nachdem ich verschlafen hatte): „Du musst mal früher ins Bett gehen!“ so dass wir heute gemeinsam tatsächlich um halb neun ins Bett gegangen sind, natürlich jeder mit seinem Notebook auf den Knien (Eheleben im 21. Jahrhunder 😉 ).  Ich hatte mir überlegt, dass ich auf diese Weise „früh ins Bett gehen“ pragmatisch mit der Bloggerei verbinden kann, auch wenn das ein klitzekleines bisschen geschummelt ist.

Ich frage mich allerdings, wie das alles werden soll, wenn das Studium wieder beginnt, herrje, im Oktober ist es schon soweit 😦 . Vorbei das selbstbestimmte Leben, hinein ins Gedränge. Vielleicht kann ich im Bus auf dem Weg zur Uni Geschichten schreiben, lernen und mich erholen. Treble your time! Ja, so müsste es gehen!

(Für diesen Beitrag sind mir keine Schlagworte eingefallen 😦 .)(Falls da noch jemand eine Idee hat …)

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§ 8 Antworten auf Treble your time!

  • schlapunzel sagt:

    Was studierst Du eigentlich und wie genau und was genau schreibst Du? Roman, Kurzgeschichten, für Kinder oder Erwachsene, Fantasy…? Hast Du schon mal was veröffentlicht? Würde mich interessieren und freuen, wenn Du mal genauer berichten würdest!

  • MiA sagt:

    Sprichst du, bzw. dein Mann von Dawn? Mit dem Blog und der Werbung? Ich klicke ganz eifrig, wäre ja super, wenn das klappt, aber manchmal denke ich, so was ist nur in Amerika möglich. Vielleicht solltest du in Englisch und Deutsch berichten 😉 Das zieht noch mehr Klicks!

    Schlagwörter.. Time Management, Mamazeit, Ehemannbetreuung, Schlafdefizite, Arbeit, Bücher, Bloggen…so was? 😉

    Liebe Grüsse

    • mara sagt:

      nee, ich meine heather armstrong wewewe dooce com.
      schlafdefizit ist ein süßes schlagwort 😉 , und du musst echt nicht extra häufig clicken, ich glaube auch nicht, dass das hier was wird, mit werbung und so, aber die augen des besten ehemannes der welt hättest du mal sehen sollen 😉

  • mara sagt:

    also bisher ist es noch eher hobby, geschrieben habe ich bisher kurzgeschichten, fantasygeschichten, einen fantasyroman für elfährige (zzt schreibe ich einen für ältere kinder) und eine art roman für erwachsene. die lektorin des verlages, bei dem ich einen nachwuchautorenpreis gewonnen habe, findet die sachen gut 😉 , das erste buch erscheint … keine ahnung, wir werden sehen, tja, und wie genau ich schreibe? hm, mit dem computer? ;D oder wie meinst du das? veröffentlicht wurden bisher zwei kurzgeschichten, soweit ich weiß, und studieren, ja, also biologie (sehr nette spinne da übrigens 😉 ), und du bist also (kinder)ärztin?
    liebe grüße,
    mara

  • MiA sagt:

    Schlafdefizit ist eines meiner liebsten Schlagwörter in meinem Blog, ich habe es immerhin schon ähm, naja, nur 23 Mal eingesetzt. Als Schlafmangel ist es bei mir zu finden.

    Oh, heather muss ich mir gleich mal angucken. Ich lese gerne Blogs aus den USA.. mein Liebling dort ist „Because I said so“, auch eine Autorin 😉

    LG

  • schlapunzel sagt:

    Oh, Biologie „so nebenbei“ mit drei Kindern…nun verstehe ich auch, warum sich das so hinzieht 😉 Da sind doch sicher auch viele anwesenheitspflichtige Seminare und Vorlesungen. Zumindest war das bei uns so (ja, in der Medizin). Kann ich mir ganz schön stressig vorstellen. Wie lange dauerts denn noch bis ein Ende in Sicht ist? Vom Lernen liest man ja eher weniger bei Dir 😉 Ich bin im Nachhinein doch froh, dass ich das Studium schnell durchziehen konnte, noch ohne Kinder. Dafür zieht sich halt jetzt die Facharztausbildung. Keine Ahnung, ob ich die jemals zu Ende bringe (und es überhaupt will).
    Mit „wie genau“ Du schreibst meinte ich, ob Du geplant an die Sache ran gehst, vorher schon alles genau im Kopf hast, die Charaktere kreiert hast, die Story grob weißt oder ob Du einfach drauf los schreibst. Ich habs schon so oft versucht, aber ich glaube, ich bin zu chaotisch. Verrätst Du, wo Du eine Preis mit welcher Geschichte gewonnen hast? Oder ist das doof, wegen Aufgabe Deiner Anonymität…

  • mara sagt:

    hm, also zum ersten neugierigen komplex: nee, ich lerne gerade nicht, ich bin im zigsten urlaubssemester und werde ab oktober erstmal wieder vorsichtig mit vorlesung-besuchen anfangen, lernen für die prüfungen kannn und muss ich erst in einem jahr, und die diplomarbeit steht dann spätestens in zwei jahren auf dem programm, wenn die zwillis im kindergarten sind. vorher halte ich das für unrealistisch. mal sehen, wie das gehen wird … och, und dass sich das so hinzieht, liegt auch daran, dass ich vorher noch was anderes studiert und dann erstmal gearbeitet habe 😀 zum zweiten fragenkomplex: ooohhhjaaaa! schreibblockaden und verwandte themen kenne ich total gut! ich persönlich habe ein ziel gebraucht und erstmal an wettbewerben teigenommen (guck mal unter wewewe uschtrin de , da gibt es eine liste mit aktuell laufenden schreibwettbewerben, als ich ein thema hatte, habe ich angefangen, darüber nachzudenken und dann einfach hingeschickt). weiterhin hat mir hier eine örtliche schreibwerkstatt geholfen, die tipps gegeben hat, die zensurschere im kopf zu entschärfen und übungen gezeigt hat. das macht außerdem spaß, in einer gruppe zu schreiben, hat fast was von gruppentherapie 😉 .

    so, und nun, wie ich schreibe: also die kurzgeschichten waren ungefähr in meinem kopf und ich habe sie meist in einem zug heruntergeschrieben oder ich habe beim spazierengehen ideen im kopf gesammelt und den anfang gesucht und dann geschrieben. bei den längeren geschichten hatte ich eine ungefähre idee im kopf, habe dann einige kapitel drauflosgeschrieben, sie liegen lassen, alles, was mir an ideen, dialogfetzen, witzigen wörtern oder ausdrücken eingefallen ist (viel lesen hilft) in mein blank book geschrieben, dann den plot aufgeschrieben, die kapitel wieder umgeschrieben, den plot nochmal aufgeschrieben (also den roten faden), nochmal die kapitel überarbeitet und wenn dann der plot irgendwann stand, einfach runtergeschrieben, ohne immer wieder drüber zu lesen (sonst werde ich nie fertig, weil ich immer was zum verändern finde). für die erste lange geschichte hatte ich den ansporn, dass die lektorin das buch veröffentlichen wollte (hatte vier probekapitel und den plot eingereicht), das hat mich so motiviert, dass ich die restlichen 34 kapitel in drei monaten runtergeschrieben habe. aber wenn die blockaden im kopf erstmal überwunden sind, ist schreiben herrlich! 😀

    in der schreibwerkstatt habe ich aber auch gelernt, dass es verschiedene typen gibt, also zb drauflosschreiber, leute, die vorher genau wissen, was in jedem kapitel passiert und eben so mischtypen wie ich.

    viel erfolg wünsche ich! liebe grüße

    achja, und ps, wenn du magst, kann ich dir eine geschichte per mail schicken. oder auch zwei. und gute nacht!

  • schlapunzel sagt:

    Oh danke für Deine ausführliche Antwort. Uschtrin kenn ich schon…bekomme auch immer den Newsletter, aber bisher habe ich nur mal bei einem Gedichtewettbewerb mitgemacht und da zwar nichts gewonnen aber in zwei Anthologien bin ich wohl zu finden (ich hab sie nicht mal). Aber was ist das schon…dennoch, ein Ansporn sind Wettbewebe allemal und man erhält evtl sogar noch ein Feedback.
    Und JA, ich hätt sehr gern eine oder auch zwei Geschichten per Mail: schlapunzel @ schreib-doch-mal-wieder.de (ohne Leerzeichen), das würd mich freuen 🙂

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