Blogleser

8. Oktober 2010 § 3 Kommentare

Zurzeit teilt sich meine Bekanntschaft in zwei Hälften: Die einen, die den Blog lesen, und die anderen, die ihn nicht lesen.

Mit denen, die ihn nicht lesen, habe ich genug zu erzählen, bis ich sie auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht habe.

Die, die ihn lesen, erkennt man an verräterischen Kennzeichen:

Ella ruft an und wünscht mir einen schönen Abend, da sie gelesen hat, dass ich an eben jenem ausgehe.

Die Freundin, die ich besuche, sagt nicht: „Der Hund hat gekotzt“, sondern: „Der Hund hat detotzt.“

Mein Mann sagt: „Arbeiten gehen ist ja Abhängen im Vergleich zum Hausfrauendasein.“

Oder die Nachfrage: „Was macht die Totzerei?“

Also, wer es wissen will: Heute war ich dann doch mal beim Kinderarzt (mit allen!! Elisabeth hatte einen wichtigen Termin) und habe die letzten zwei Wochen gefasst zusammengefasst vorgetragen, nur dass die Waschmaschine kaputt war, habe ich nicht erwähnt. Kommentar: Klingt nach einer Magen-Darm-Infektion, die Kinder stecken sich reihum immer wieder an. Tjaaaaa, so könnte man es wohl beschreiben. Zumindest scheint es nichts Schlimmeres zu sein. Ein Trost: Ich habe soweit alles richtig gemacht.

Und das war mein Tag:

Einschub: Ich möchte an dieser Stelle nur mal erwähnen, dass es tatsächlich Blogleserinnen gibt, die trotz regelmäßigerer Lektüre immer noch drei Kinder haben wollen. Ganz so entmutigend, wie die Lektorin meinte, die das Manuskript abgelehnt hat, weil es nicht ermutigend genug ist, scheint dieser Blog wohl doch nicht zu sein.

Äh, also nochmal: Mein Tag:

7.30 Uhr: Mein Wecker piept. Ich betätige mehrmals die Snooze-Taste und werde erneut um 8.50 Uhr wach. Der kleine Riesensohn liegt in meinem Arm und ist pappfertig mit der Welt. Irgendwann heute Nacht ist er zu uns umgesiedelt. Außerdem ist der Kopf heiß.

9.00 Uhr: Die beste Mutter der Welt (frisch erholt durch den gestrigen Eheabend übrigens, es war wundervoll!) schleppt Zwillinge die Treppen runter, organisiert Brot und Wasser, Breichen und Jogurt, entfernt übelriechende Matsche aus diversen Windeln und ruft zwischendurch den Kinderarzt zwecks Anmeldung und Kindergarten zwecks Abmeldung an.

9.30 Uhr: Wir starten voll durch und machen uns blitzschnell fertig für den Weg zum Kinderarzt. Termin: 11.30 Uhr.

11.20 Uhr: Und schon geht es los. Alles dabei? Wasser, Brot, Windeln, Tücher, Unterlage, Ersatzklamotten, Handys, 1.10 Euro in 5-Cent-Stücken für die Fähre, Jacken, Pullis, Schnuller, Fahrkarte, Taschen …………

12 Uhr: Wir sind da!

12.45 Uhr: Wir kommen dran.

12.50 Uhr: Diagnose und Beratung.

12.55 Uhr: Auf dem Weg zur S-Bahn (Fähre fällt wegen Ebbe im Portemonaie aus).

13 Uhr: Zwischenstopp an Bahnschranke auf dem Weg zur S-Bahn.

13.15 Uhr: Schranke geht auf.

14 Uhr: Ankunft zu Hause. Fast food für die Zwillinge, die übermüdet Nudeln mit Soße essen. Mittagsschlaf für Maxe. Sohni hat seinen müden Punkt überwunden und will spielen.

15 Uhr: Abfahrt mit kleinem Riesensohn zur Freundin mit Zwischenstopp bei Aaldii.

18.10 Uhr: Ankunft zu Hause, wo Elisabeth mit den Zwillinge den Nachmittag verbracht hat.

18.15 Uhr: Maxe totzt.

18.30 Uhr: Maxe verweigert die angeblich nach Erdbeere schmeckende Medizin (200 ml soll er davon trinken!). 18.33 Uhr: Ich flöße ihm zwei Esslöffel ein, nachdem ich davon probiert habe. Was für eine Erdbeere soll das sein? Wer bisher nicht totzen musste, muss es spätestens nach 20 ml tun.

18.40 Uhr: Maxe schläft.

19 Uhr: Kleiner Riesensohn im Bett.

20.45 Uhr: Sohni schläft. Was in der Zwischenzeit war? Keine Ahnung.

21 Uhr: Die beste Mutter der Welt entfernt Totzflecken aus dem Sofabezug und wirft die zweite Maschine Wäsche mit der Totzwäsche an. Man glaubt ja gar nicht, was Kleinkinder für eine Reichweite haben.

21.45 Uhr: Die fleißigste Frau der Welt hat das Untergeschoss gefegt, alle Spielzeuge weggeräumt, telefoniert und beginnt nun, den Putzlappen zu schwingen.

22.15 Uhr: Abendbrot!

Und fertig.

In jeder Hinsicht.

Morgen gehe ich aus. Schwimmen. Dann zu Nordsee. Mit Computer. Drei Stunden Kaffee trinken. Aber mindestens.

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§ 3 Antworten auf Blogleser

  • Ich wollte nur mal kurz mitteilen, dass ich überhaupt nicht verstehe, dass du nach Nordsee gehst. Jedes Mal, wenn ich da war, hatte ich mindestens Magenschmerzen, teilweile auch kotzeritis … pardon totzeritis.

    Den Laden werde ich freiwillig wohl nicht mehr betreten 😉

  • mara sagt:

    das liegt daran, dass ich dort in erster linie kaffee trinke und die so nett sind, mir den mit heißem wasser zu verdünnen und die außerdem strandkörbe und bequeme tische draußen stehen haben, hier im ort gibbet nich so viel auswahl an netten kaffeestationen unter freiem himmel. und strandkörbe mag ich 😉
    ps die bremer finde ich aber ganz ok eigentlich, aber essen tue ich dort im allgemeinen nicht.

  • Okay, das geht 🙂 Strandkörbe haben die bei uns auch leider nicht, nur Plastikstühle.

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