„Hallo, ihr Pupsers!“

12. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der kleine Riesensohn lernt rasch. Und wendet an.

Manchmal in nicht sooo passenden Situationen, beispielsweise wenn vorbeiflanierende Nachbarn mit „Na, du kleiner Frechdachs!“ begrüßt werden. „Hallo, ihr Pupsers!“ (den Plural hat er sich selbst überlegt) kam zum Glück nur einmal vor. Mit im Boot auch: „Du A********“ (der beste Freund übertrumpft uns aber noch mit „Du dreckiges A********!“ oder (harmloser, aber durch beständige Wiederholung ebenso nervig): „Du blöde Mama!“ oder „Du Schummelmama!“ Dreißig Mal hintereinander Zunge rausstrecken kann eine Mutter ebenfalls in den Wahnsinn treiben. Ich drohe jetzt schon beim zweiten Mal mit „Noch einmal und du gehst in dein Zimmer, bis mein Zorn verraucht ist!“

Und kommt es mir nur so vor oder steuert die Dauerfrager- und -singerei wieder einen Gipfel an?

„Mama, wo schläfst du heute?“ werde ich jeden Abend gefragt. Und: „Wann gehst du ins Be-ett?“

Die Antwort ist eigentlich immer die gleiche. Nur wenn der beste Ehemann der Welt verschnöft ist, übernachte ich beim kleinen Riesensohn, (der praktischerweise drei Matratzen in seinem Zimmer hat,) weil nächtliches Sägen nicht zu meinen Lieblingsgeräuschen gehört. Und wenn der kleine Riesensohn krank ist, darf er natürlich zu uns ins Bett. Gleiches gilt bei nächtlichen Alpträumchen, von denen im übrigen auch Jooni heimgesucht wird. Nur Matse ist glücklich in seinem Bett und ähnelt in seinem Schlafverhalten einer kleinen Katze: möglichst lange und die Vorderpfoten gemütlich unter den Bauch gekuschelt.

Der Fragenkomplex beim heutigen Abendbrot erstreckte sich dann noch auf die Betten als solches. Nachdem wir geklärt hatten, welches Bett zu wem gehört und dass tatsächlich jedes unserer Kinder ein Bett besitzt, interessierte sich der kleine Riesensohn für unser Bett, welches selbst gezimmert ist, von Gregor nämlich, der Zimmermann ist.

„Wo ist dein Be-ett? Ist das fe-est an Papas Be-ett? Warum ist das fe-est an Papas Be-ett? Kann man das nicht abmachen? Wer hat das gebau-aut? Hat Papa das mit Degor zusammengebau-aut?“

Ich habe noch brav versucht, alles zu beantworten, während der beste Ehemann der Welt schon mit den Augen rollte, denn die Fragerei ist ja das eine, das Gekreischesinge das andere. Ich gebe zu, dass es pädagogisch gesehen vielleicht schädlich ist, dem kleinen Riesensohn das KreischenSingen zu verbieten, weil mir ansonsten die Haare aus- und die Ohren abfallen. Bestimmt leidet sein Selbstbewusstsein und er denkt, er kann nicht singen, und wenn er älter ist, wird er nicht singen können, weil wir es ihm eingeredet haben. Jedenfalls wird uns das sein Musiklehrer so sagen. Andererseits sage ich mir, dass der kleine Riesensohn vielleicht entweder wirklich nicht singen kann oder aber Singen mit Tiergeräuschen verwechselt, die er fälschlicherweise als Singen bezeichnet. Infrage kämen da Brüllaffen (die Eunuchenversion), Geier, die über ihrer Beute schweben und in lauter Vorfreude einen wilden spitzen Schrei ausstoßen, der die bereits fressenden Hyänen tot umfallen lässt und natürlich TÖÖÖÖRRRÖÖÖÖ-Elefanten, die ich aktuell so gar nicht niedlich finde.

Jetzt schläft der kleine Riesensohn und sieht so friedlich aus. Ich gehe jetzt ins Bett und genieße die Stille. Und sage mir, dass ein Kind, das so viele Fragen stellt und gerne laut singt, auch irgendwie ein selbstbewusstes sein muss.

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