Alles ganz normal …

22. Oktober 2010 § Ein Kommentar

… ist das Fazit der letzten Woche. Am Donnerstag hatte ich ein Gespräch mit der Kindergartengruppenerzieherin, da unser großer Sohn uns derzeit in den Wahnsinn treibt derzeit seine Grenzen testet. Glücklicherweise beantwortet sie mir alle meine verzweifelten Anfragen prompt, geduldig und unaufgeregt, und ich gehe aus jedem Gespräch gestärkt hervor.

Dieses Mal war das Thema: Wie gehe ich mit dem inflationären Gebrauch des Wortes Ar******* um? Und seinen Verwandten? Der doofen Mama, der Schummel-Mama, der Poofmama, der blöden Poofnudel etc. etc.? Und wie gehe ich damit um, dass der Sohn einfach nicht hört, wenn ich ihm etwas sage, wie zb, dass er nicht mit den flachen Händen auf den Tisch hauen soll, wenn wir essen. Oder so laut singen, dass Mom und Dad sich nicht mehr normal unterhalten können. Oder die Toddler mit Füßen stupst. Oder oder oder.

Konsequenz lautet der Schlüsselbegriff. Ich würde vermutlich zu viel diskutieren. Und ich gebe ihr ja recht. Aber heftig ist es schon. Ein aufmunternder Blick zum Schluss des Gesprächs, die Aussicht darauf, dass man nur einige Male richtig krass konsequent sein muss und dann nicht jeden Tag dieses Theater durchstehen muss, und ein freundliches: „Hat ja niemand gesagt, dass Kindererziehung einfach ist“, und ich trabe von dannen. Und bin fest entschlossen, konsequent zu sein, denn auf dieses Theater habe ich keine Lust. Also Vorgehensweise: Ein Benehmen, dass mir missfällt, benennen, die Konsequenz ankündigen, die Konsequenz durchziehen. Der Mutternator macht sich an die Arbeit …

Beispiele heute:

Frühstück in einer Lautstärke, dass sogar der beste Ehemann der Welt genervt ist (der eigentlich recht geräuschtolerant ist, er hört sogar Musik mit den Hand Held (grauenhafte Tonqualität)). Außerdem klatschen, mit den Füßen gegen den Stuhl trampeln und auf den Tisch hauen. Konsequenz angedroht: Dann ist das Frühstück beendet. Und Konsequenz durchgesetzt: Frühstück wird beendet. Folge: Ein schreiendes, wütendes Kind, das bis zum Kindergarten brüllend durchhält. Dasselbe Spiel mit Hose anziehen, Zähne putzen, Jacke anziehen, Schuhe anziehen („Ich ziehe mich jetzt an, und bis dahin hast du auch Zeit, deine Schuhe anzuziehen, sonst gehst du eben ohne Schuhe.“)

Bis zum Kindergarten! Uff. Ich habe der Erzieherin (während der kleine Riesensohn schon im Toberaum weilte) noch erklärt, dass wir heute morgen ziemlichen Krach hatten (falls er etwas neben der Spur sein sollte), aber die war viel vergnügter als ich, während ich fast in Tränen ausgebrochen wäre.

Heute nachmittag ging das muntere Treiben dann weiter. Sei es die Zerstörungswut mit dem Schwert (konfisziert), das Teilen der zwei Brötchen (konfisziert), das Hauen des kleinen Bruders („Wir fahren jetzt nach Hause.“) oder der „Meine Mama ist blöd“-Singsang („In dein Zimmer, aber so-fort!“).

Ich fürchte, heute nachmittag hat er zwei Stunden in seinem Zimmer verbracht (mit Unterbrechungen natürlich, er durfte immer wieder runter, hat die Chance allerdings jedes Mal verbaselt, indem sofort wieder ein Schimpfwort fiel). Um sechs Uhr wurde es tatsächlich besser. Teilen mit dem Bruder ging plötzlich, freundlich fragen ging plötzlich und auch das Wort Ar******* fiel nur einmal…

Jetzt räumt er gerade sein Zimmer um (Spielen vor dem Schlafengehen), und es hört sich an, wie eine Großbaustelle.

Ein bisschen versöhnt haben wir uns allerdings wieder. Als ich gefragt habe, ob ich heute Nacht in seinem Zimmer schlafen darf, weil der beste Ehemann mal wieder Wälder zerlegt, sagte der kleine Riesensohn: „Du darfst IMMER bei mir schlafen, Mama!“

Hoffentlich war dieser Tag nur eine Ausnahme.

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§ Eine Antwort auf Alles ganz normal …

  • MiA sagt:

    Ich musste heute auch zum ersten Mal so was wie konsequent sein. Autsch…. gar nicht leicht!

    Das schlimmste: Ich hörte mich an wie meine MUUUTTER =(

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