Gähn.

26. November 2010 § 4 Kommentare

Alles schon dagewesen. Oder nein. Einiges war neu. Heute nacht. Sozusagen Premiere. Sogar mehrere Premieren, wenn ich es recht bedenke.

Zum einen kam der beste kleine Riesensohn der Welt nachts in mein Bett gekrabbelt, obwohl der beste Ehemann der Welt im Kleiner-Riesensohn-Zimmer schlief, wohin er vor einer Woche vor dem heiseren Eberhusten seiner ihm Angetrauten geflüchtet war.

Er war gut in der Dunkelheit zu erkennen an einem extrem unwirschen: „Ich will einen Arm, Mama!“ Eine Weile lasse ich mir das gefallen, dann drehe ich mich um (Seitwärtsschläferin), und wenn ein erneutes: „Ich will einen Arm!!!“ folgt, verweise ich an meinen Rücken, an den man sich schließlich auch schmiegen kann.

Neu war außerdem, dass nur wenig später Maxe brüllte, sich nicht beruhigen ließ und auch kuscheln wollte. Das passiert höchst selten, denn Maxe schläft im Allgemeinen gerne in seinem eigenen Bett.

Zwei Kinder in meinem Bett? Hmmmm.

Ich delegiere geschickt an den Ehemann, der ja heute nacht kinderlos schläft. Zufrieden kuschel ich mich wieder in die Federn und werde von Sohni geweckt, der spitz gekriegt hat, dass er der einzige ohne Elternschmuserei ist.

Wenn Sohni sich was in den Kopf gesetzt hat, dann boxt er das auch durch. Zumindest wenn die Mutter durch Schlafmangel, Husten und allgemeiner Krankheit deutlich geschwächt ist. Ein schlechter Deal, wie sich herausstellt. Hätte ich doch den Maxe behalten! Der hat einen Po-Torpedo bekommen und schlief hernach friedlich, während Sohni – ich erwähnte dies bereits mehrmals – der unruhigste Schläfer ist, den man sich so vorstellen kann.

Erschwerend hinzu kam die Tatsache, dass der beste Ehemann der Welt als natürlich Barriere wegfiel und ich nun doppelt Sorge trug, einer der Bengel könnte aus dem Bett fallen. Die ersten zwei Stunden nach Sohnis Einzug hätte ich mir keine Sorgen machen müssen.

Nur unterbrochen von gelegentlichen Kurzschläfchen, sang, lallte, bellte, brüllte, erzählte und sabbelte Sohni glücklich in die Dunkelheit hinein.

Noch mehr Premieren! Toddler-Gebrummel zwischen 2 Uhr 36 und 4 Uhr 30!

Ein Nachtkonzert!

Immerhin ist der kleine Riesensohn nicht aufgewacht. Und da ich mich sowieso nicht umdrehen konnte, denn Sohni beschloss,  a u f  meinem Arm einzuschlafen (mit dem Kopf in der Schulter-Hals-Beuge), belegte der kleine Riesensohn bis zum frühen Morgen den anderen Arm.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich rücklings eigentlich nicht so gut schlafen kann und dies eigentlich nur tue, wenn es gar nicht anders geht? Zum Beispiel nach diversen Bauch-OPs? Oder hochschwanger mit Zwillingen?

Um 06.49 Uhr war Sohni jedenfalls wieder wach, und ich kroch auf den Augenbrauen die Treppen runter, in einem Arm Sohni, im anderen diverse Utensilien und im Gefolge einen lautstark heulenden kleinen Riesensohn, der „eine Hand!!!“ verlangte.

Tja, mein Lieber, Mütter werden leider, leider nur als Zwei-Arm-Modelle geliefert. Also wutheulte er weiter und weckte den besten Ehemann der Welt, der mit Maxe ebenfalls bald auf der Matte erschien.

Der Rest des Tages ging in einem allgemeinen Genöle unter, das zum einen die Folge rapiden Schlafmangels war (Sohni), zum anderen sich als beidseitige Bindehautentzündung und einseitige Mittelohrentzündung (mit Trommelfelldurchbruch und Eitererguss) entpuppte (Maxe).

Das erfuhr ich in der Kindernotfallambulanz, die ich um 18 Uhr abends aufsuchte.

Tja, dann nur noch zurück, die Kinder ins Bett bringen, bissl aufräumen (Limit: 30 Minuten) und auf den Ehemann warten (der soeben heimgekommen ist: 20.15 Uhr), um ihm schonend beizubringen, dass er noch die Rezepte aus der Apotheke holen muss.

Zweimal Antibiotikum für Maxe, einmal Nasentropfen und noch die Schmerzzäpfchen für heute nacht. Um halb zwölf ist es wieder soweit, habe ich ausgerechnet, wenn wir im alle-vier-Stunden-ein-Schmerzzäpfchen-geben-Rhythmus bleiben. Vielleicht kann ich bis dahin noch ein bisschen schlafen.

P.S. Der Schlafmangel ist das allerschlimmste am Mutterjob.

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§ 4 Antworten auf Gähn.

  • MiA sagt:

    Du hast so recht, was den Schlaf angeht. Und ich habe nur ein Kind!!

  • Nessa sagt:

    Auch als große Schwester von Zwillingen (und zwei weiteren Geschwistern) gebe ich dir Recht – Schlafmangel ist das Schlimmste. Als meine Geschwister klein waren, mein Papa passenderweise im 24h-Dienst gearbeitet hat und meine Mama dann nachts mit uns allen allein war, musst ich auch zwischendurch mal einspringen, vor allem wenn Erkältung und co rumgingen. Übrigens lese ich hier auch gerne mit, es kommt mir einfach alles so bekannt vor 🙂

  • mara sagt:

    guten morgen, ihr leute, ich schleiche heute als gespenst durch den tag, hoffe, ihr habt gut geschlafen. gäääähn.
    @mia: oja, der kleine riesensohn hatte auch so eine phase, in der er nur echt wenig geschlafen hat, es war eine furchtbare phase.
    @nessa: wow! vier jüngere geschwister! hut ab! sowohl vor dir wie auch vor deiner mutter!

  • Sven sagt:

    Ja, Schlafmangel ist schlimm. Aber auch das geht vorbei 😉
    (Hoff ich).

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