Fleckenmonster und Sockenhandschuhe…

4. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

… oder: wochenends bei einer kleinen Großfamilie.

Heute morgen habe ich mit der Freundin *AusweitentfernterStadt* telefoniert. Ich brauchte mal ganz dringend ein Gespräch mit jemandem, der Tischmanieren hat, Zeitung liest und nicht in der Nase popelt.

Da sie unregelmäßige Arbeitszeiten hat und ich noch unregelmäßiger zu erreichen bin, machen wir das meist so, dass sie mir mailt, wann ich sie telefonisch erreichen kann, und ich versuche in einer kinderlärmarmen Zeit anzurufen. Die Schnittmenge aller möglichen Zeitpunkte ist also von vorneherein begrenzt.

Dieses Mal schrieb sie etwas von Samstag Vormittag, nur: Wann fängt denn der eigentlich an? Herrje, meine kinderfreie So-gut-wie-Single-Zeit ist schon länger her.

Die Gelegenheit war jedenfalls mehr als günstig. Der beste Ehemann der Welt, der kleine Riesensohn und Sohni machten sich um halb zehn vom Acker, Freunde besuchen (obwohl der kleine Riesensohn aussah wie eine Vampirfledermaus, was an den Blutstropfen rund um Mund und Nase lag) und Maxe und ich hüteten das Wohn- und Spielezimmer, ich, weil ich komplett ko war, und Maxe, weil er vermuteterweise ebenfalls an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit litt. Halb Zehn also. Konnte ich es wagen? Ja, ich konnte. Immerhin habe ich sie nicht geweckt, auch wenn die Stimme noch ein wenig verschlafen klang und in den Telefonhörer „Wie spät ist es denn?“ murmelte. Und als wir um elf Uhr das Gespräch beendeten, weil Maxe und ich dringend ins Bett wollten, obwohl er erst um sieben Uhr aufgestanden war, beschloss sie dann auch aufzustehen. So ändert sich die Lebenswelt 😉 , obacht all ihr Noch-Nicht-Mütter, auch wenn das Leben mit Kindern ziemlich cool ist, nutzet die Zeit und schlaft, denn Schlaf ist das, was frau dann später nicht mehr bekommt, jedenfalls nur noch in kleinen lebenserhaltenden Dosen.

Was soll ich sagen? Das Gespräch tat gut. Wenn man mal davon absieht, dass ich nach einer Stunde anfing, Maxe herumzutragen (elf Kilo!), weil er sich weder durch Hasi noch durch Schnulli beruhigen ließ. Beim Wickeln entdeckte ich dann das Ausmaß der Fleckerei, die den kleinen Kerl quasi am ganzen Körper bedeckten, nur nicht am Mund, an den Händen und an den Füßen. „Prima!“ sagte der ansonsten beste Ehemann der Welt, als ich ihn telefonisch darüber in Kenntnis setzte, dass ich plante, die Kinderambulanz aufzusuchen, „dann passt er ja zum kleinen Riesensohn, nur halt invers!“

Nach dem Mittagsschläfchen hatten sich die Flecken weiter ausgebreitet und bildeten gemeinsam noch größere Fecken, was die Kinderärztin in der Kinderambulanz, die wir am Nachmittag aufsuchten, als konfluierend beschrieb. Ansonsten rätselte auch sie herum, holte noch eine zweite Meinung ein, und als wir alle um den Maxe herumstanden, die Krankenschwester, die Ärztin und die zweite Meinung, da war der einzige, der Spaß hatte, der Maxebär. Nur über eines waren wir uns einig: Es ist nicht die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Und zumindest scheint es nichts Ernstes zu sein, denn bis auf sein wildes Aussehen (die Flecken sind jetzt auch im Gesicht und auf der Kopfhaut) sieht er eigentlich ziemlich gesund aus.

Solange er isst, trinkt, nicht allzu hohes Fieber hat und einigermaßen fidel seine Umgebung exploriert, dürfen wir also zu Hause bleiben. Die Flecken des kleinen Riesensohnes sind übrigens auch auf dem Rückzug. Wir waschen ihn mit schwarzem Tee (das Allheilmittel unseres Kinderarztes bei Hautproblemen) und cremen ihn mit diversen Mittelchen ein. Jetzt liegt er im Bett, einen weißen Salbenbart um Mund und Nase und mit Socken an den Händen, damit die Anti-Bakterien-Creme auch gut einziehen kann. Und ich liege im übrigen daneben. Der Ehemann schnarcht. Wenn das so weiter geht, will ich ein eigenes Zimmer. Damit ich nicht immer im Kinderzimmer schlafen muss. Vielleicht so eines mit einer Blumenlampe. Malve oder Kornblume, das muss ich mir noch überlegen.

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