„Maaaaa-ma!“

7. Dezember 2010 § 2 Kommentare

ist ja das Wort, auf das die meisten Mütter sehnsüchtig warten, wenn die Kleinen lieblich in ihren Windeln liegen. Wenn sich die ersten Doppelsilben bilden, schließen die Eltern Wetten ab, welches Wort das Kind als erstes sagen wird, „Ma-ma“ oder „Pa-pa“.

Ich begreife allerdings  nicht, wie sich Eltern sicher sein können, welches nun das erste Wort war. Ist es ein zufällig gemurmeltes „Duje“? Obwohl es in unserem Wortschatz eigentlich keinerlei Bedeutung hat? Oder das vor sich hingebrabbelte „Mamamamamampapapapap“? Obwohl das wohl noch kaum zielgerichtet ist?

Einige JungseEltern schwören ja Stein auf Bein, dass „Bagga!“ das erste Wort ihres Sprößlings war. Doch ich schweife ab. Bleiben wir beim „Mama!“

Maxe kann zwei Wörter, und blöderweise kombiniert er die beiden. Ich bin mir nicht sicher, ob er denkt, dass sie zusammengehören, oder ob sie zielgerichtet in Notfällen verwendet werden. Jedenfalls haben sie ihre Wirkung: Ich und mein Puls beginnen zu rasen, wenn er

„MAAAAAAAAAAAAAAAAMAA! AUUUUUUUUUUUAAAAAA!!

heult. Nun gut, er war krank. Wie das restliche Rudel auch, aber uff. Der einzige, der einigermaßen wie ein Kleinkind schreit und zwar so, dass es einem zu Herzen geht, ist Sohni. Sogar weinen sieht bei ihm süß aus. Maxe hat eine enorme Ausdauer und brüllt wie, wie… irgendwie unbeschreiblich. Auf jeden Fall sehr laut und mit Tränen und irgendwie wirkt es manchmal ein klitzekleines bisschen übertrieben. Und der kleine Riesensohn? Schwamm drüber. Ich sag ja nur: „130 Dezibel.“

Neben all dem Dauergenöle gestern war es u.a. das „Mama“-Wort, das mich auf die Palme gebracht hat. Und zwar beim Biberbaumarkt. Genauer gesagt: Am Ausgang, als die beste Mutter der Welt gerade die Riesenfußmatte (die Totzmatte habe ich entsorgt), eine Dose Farbe (für die blaue Wand im Kinderzimmer) und diverse Plastikkisten (für mein idiotensicheres Ordnungssystem) im und auf dem Kinderwagen verstauen will. Zahl der Umstehenden: Ungewiss, aber vorhanden.

„Maaaaamaaaaaaaaaaaa!!!!!!!“ rief der kleine Riesensohn, „Mama! Mama! Mama! Mamiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii! Kannst du mir mal helfen?!!!!!!!“

„Kleiner Riesensohn, kannst du nicht einfach sagen, was du willst?!! Du musst nicht vor jedem Satz zehnmal Mama sagen!“

„Maaaamaaaaa!“

(genervt:) „Was gibt es denn?“

(voller Empörung:) „Da sind Rosinen in meinem Wec*kmann!!“

„Dann popel die halt raus!“

„Maaaaamaaaa! Mama! Mama! Mama!“

(arrrgghhhh:) „Wenn du noch einmal `Mama´sagt, schreie ich!“ (Der Mann an der Kasse zuckt zusammen.)

„Mama?“

„WAS???“

(weinerlicher Jammertonfall:) „Ich kann das nicht.“

„Natürlich kannst du das!“

„Mamamamamamamamamammama!“

„KLEINER RIESENSOHN!“

„Wo soll ich die hintun?“

„In den Mülleimer.“

„Ich finde keinen!“

„Dort vorne steht einer!“

„Ich kann das nicht.“

Das war einer der Momente, in denen ich fast in die Platte der Biberbaumarkt-Informationstheke gebissen hätte.

Heute liegt übrigens ein ähnlich schlimmer Tag hinter mir. Am Vormittag habe ICH 130 Dezibel erreicht(, vermutlich sogar 140 bis 150) bin auch ich ein wenig lauter geworden, da ich am vormittag meine goldenste Überlebensstrategie (der kleine Riesensohn muss morgens und nachmittags einmal raus und sich auspowern) nicht in die Tat umsetzen konnte. Am Nachmittag sind wir dann alle rausgegangen und – siehe da! – allen Gemütern ging es nach zwei  Stunden frischer Luft, einem Schokoladenweihnachtsmann sowie einer halben Packung Toastbrot schon ganz entschieden besser.

Am Morgen ist der beste Ehemann der Welt mit dem kleinen Riesensohn zum Kinderarzt gefahren, um ihn um ein Attest anzubetteln und ihn notfalls mit zwei Wochen Malediven zu bestechen, dass er wieder in den Kindergarten darf, ein Attest abzuholen, das bestätigt, dass der kleine Riesensohn nicht mehr ansteckend ist und wieder in den Kindergarten darf, das ist nämlich Pflicht und Vorraussetzung für den Besuch dort. Mindestens drei Erzieherinnen haben mich darauf hingewiesen.

Als der kleine Riesensohn, fröhlich singend, und der beste Ehemann der Welt nach dem Kinderarztbesuch zur Tür hereinkamen, schwante mir schon nichts Gutes.

„Hier“, sagte der beste Ehemann der Welt, „ich habe Hustensaft, Nasentropfen und noch so `ne Creme mitgebracht.“

„Und???“ fragte die geschaffte Mutter.

„Was und?“

„Wann darf er wieder in den Kindergarten?“

„Morgen.“

„Und??“

„???“

„Das Attest!!!“

„Was für ein Attest?“

„Dass er wieder in den Kindergarten darf!“

„Dafür braucht er ein Attest?“

„Schatz, das Attest war der eigentliche Grund für den Kinderarztbesuch.“

„Achso?“

„OHNE ATTEST DARF ER NICHT!!!!“

„Aha.“

Also echt, manchmal denke ich …

Advertisements

§ 2 Antworten auf „Maaaaa-ma!“

  • MiA sagt:

    Einatmen, Ausatmen, mehr hilft doch da nicht mehr oder? Määääääännner!!!

    Wie lustig, dass du heute über das Wort Mama geschrieben hast, genau das wollte ich in meinem nächsten Post auch machen 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan „Maaaaa-ma!“ auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: