Großzügigkeit

13. Dezember 2010 § 2 Kommentare

Ich bin immer wieder sprachlos, wenn ich sehe, wie großzügig der kleine Riesensohn ist. Wenn die Zwillinge weinen, verteilt er Brötchenkrümel, und wenn er selbst ein Schokobrötchen bekommt oder sonstwas Süßes, dann gibt er eine Runde (oder auch mehrere) ab.

Natürlich nicht immer, und ich habe ihm erklärt, dass er selbst entscheiden kann, was er mit den Sachen macht, die ihm gehören.

Manchmal spricht er mich auch darauf an: „Nä, Mama? Wenn das mein Schokobrötchen ist, dann kann ich selber entscheiden, ob ich was abgebe, nä?“ – „Ganz genau, kleiner Riesensohn“, bestätige ich ihn.

Und wenn er alleine spielen will, ohne dass die Toddler ihm das Pl*ymobil entreissen oder seine „Gebautes“ zum Einstürzen bringen, erkläre ich ihm, dass er dann auf dem großen Tisch spielen soll oder dass ich ihm eine Ecke vom Zimmer abtrennen kann. Manchmal sagt er dann: „Die Babys dürfen mein Gebautes doch kaputt machen, aber erst will ich das fertig bauen!“ Das ist dann eine schwierige Situation. Und klar, wenn die Zwillinge ihm was wegnehmen oder er gerade unbedingt was haben will, was sich gerade in kleinen Patschehändchen befindet, kann er auch stinkig werden, aber ich würde mal sagen: Alles im normalen Rahmen (wer auch immer den festlegt).

Wenn wir in der Stadt sind und ich unbedingt nochmal in den Laden Dort oder den Laden Da gehen will und wir schon etwas länger unterwegs sind (ein bis maximal zwei Ziele finde ich ok pro Spaziergang), dann frage ich, ob er noch Geduld hat. Wenn er Nein sagt, dann hat er auch echt keine, und das ist dann gut zu wissen. Manchmal setze ich ihn dann irgendwo ab, wo er gut warten kann. Auf der Bank mit Schokobrötchen zum Beispiel 😉 . Aber eher selten.

Gestern jedenfalls lächelte mich im Schaufenster eines Bekleidungsgeschäftes ein Pullover an.

„Hast du noch Geduld, kleiner Riesensohn?“ frgte ich, denn eigentlich waren wir ja unterwegs zum Weihnachtsmarkt.

Murmeln und mit den Fingern herumwursteln. Ich interpretierte dies als Nein und beschloss, morgen noch einmal herzukommen. Und dann hob der kleine Riesensohn drei Finger hoch und sagte: „So viele.“

„???“

„So viele Gedulds habe ich noch.“

Ist das nicht goldig?

Im Laden habe ich mir den Pulli übergeworfen, den der kleine Riesensohn schonmal für mich von der Stange nahm und hinhielt, und ihn dann übrigens schonungslos und ehrlich kommentierte: „Der ist häßlich, Mama.“ (er hatte ja recht)

Und dann, als ich gerade wieder hinausgehen wollte: „Du kannst noch was anderes angucken, Mama, ich habe noch Geduld.“

Das sind dann die Momente, in denen mein Herz ganz heiß und inniglich glüht…

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§ 2 Antworten auf Großzügigkeit

  • MiA sagt:

    Oh genial! 3 Gedulds.. das sage ich meinem Mann auch mal, wenn er wieder mal mit was ewig braucht 😉

    Hoffentlich wird der kleine Ausbilder auch mal so, das ist echt herzig =)

  • mara sagt:

    ja, gell, das sind die herzschmerzmomente, die man so braucht im alltag. heute hatte er schon wieder drei gedulds 😉 .

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