H-Aua!

15. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Maxe haut. Der rechte Haken ist nicht zu verachten. Wenn er nicht mit der bloßen Hand haut, dann mit Spielzeug. Wenn er nicht mit Spielzeug hat, dann stößt er manchmal so ruckartig seinen Kopf an meinen, dass es echt wehtut.

Der kleine Riesensohn hat auch gehauen, als er in dem Alter war. Eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis und bei mehreren Pädagoginnen hat ergeben, dass das alles im normalen Rahmen liegt und ich angeblich nichts falsch gemacht habe, na hoffen wir´s mal. Irgendwann hat er aber herausgekriegt, dass man fremde Kinder besser nur dann haut, wenn die Mama nicht hinguckt. Zum Beispiel mit dem Holzkochlöffel. Alternativ kann man auch mit allen Fingernägeln über die Wangen ratschen (sah furchtbar aus). Oder (vor lauter Liebe) den kleinen Robin in die Kissen drücken. Merke: Wenn Robins Stimmchen irgendwie gedämpft klingt, sollte man mal nachsehen.

Der kleine Riesensohn haut immer noch. Meistens nur zurück. Dann höre ich es klatschen. Im Kindergarten haut er nie. Im Kindergarten ist er ein ganz anderes Kind. Das habe ich herausgefunden, als ich mit der Erzieherin geredet habe. Er solle doch mehr aus sich herauskommen, sich auch mal wehren. Und ist ja auch so schüchtern. Hallooo? Ist das mein Sohn, der sich zu Hause nicht die Butter vom Brot nehmen lässt?

Maxe hauen geht trotzdem nicht. Auch wenn der haut. Nur, wie erklärt man das dem kleinen Riesensohn?

„Kleiner Riesensohn, nicht den Maxe hauen!“

„Mama, der Maxe braucht eine Auszeit*! Der hat mich zuerst gehauen!!!“

* Auszeit=mit Küchenwecker fünf Minuten aufs Sofa

Ich erwäge, das Laufgitter wieder aufzubauen und den Übeltäter darin einzusperren. Auszeit für Toddler.

Tragischerweise kriegt Sohni dabei ziemlich viel Hauerei ab. Er bleibt dann hocken, wo er gerade ist und weint herzzerreissend. Heute haben wir mal wieder viel geschmust.

Ansonsten habe ich heute meine goldene Regel (vormittags nicht raus mit den Toddlern, sonst kannste den Mittagsschlaf gleich vergessen) gebrochen und bin spazieren gegangen. Alles wie gehabt. Fünf Minuten vor unserem Haus ist Sohni für sechs Minuten eingeschlafen und hat fortan die Zeit bis zur Schlafenszeit auf meinem Arm verbracht. Beide Zwillis waren nöckelig und haben geheult, wenn ich mich bewegt habe, zum Beispiel in die Küche, um Breichen und Kaffee zu machen oder Richtung Toilette. Ich erwäge, mir einen Katheter legen zu lassen. Ach, vielleicht lieber nicht, soo angenehm fand ich das damals dann doch nicht.

Ich erinnere mich, dass der kleine Riesensohn auch diese Phase hatte, wo ihn mein hektisches Herumlaufen komplett nervös gemacht hat und er mich immer im Blick haben musste, puh, aber bei zwei kleinen Toddlern lässt es sich leider nicht immer so arrangieren, dass sie immer bei mir sind bzw. sogar auf meinem Arm herumgeschleppt werden. Da hilft alles nichts, ich brauche einfach mehr Arme.

Ach, und nochmal die Hauerei. Der kleine Riesensohn ärgert ja auch gerne mal. Und manchmal haut er auch. Mal so im Vorbeigehen. Aber das hört eine Mutter. So, wie sie auch sieht, wenn Pi*pi in der Blase ist.

„Kleiner Riesensohn, nicht hauen!“

„Häh??? Das hast du doch gar nicht gesehen???“

„Mütter sehen alles, kleiner Riesensohn, außerdem hast du Pip*i in der Blase. Geh mal aufs Klo.“ Kunststück, so wie der von einem Bein aufs andere tritt, muss einfach gleich ein Unglück geschehen.

„Ich muss aber gar nicht!!!“

In diesem Fall nutze ich die Ehemann-Strategie: „Denk dran, sonst gibt es heute abend keine Sen*dung mit der Maus!“ (pädagogischer Zusammenhang auf einer Skala von 1 bis 10 gleich 0. Egal. Es hilft, der Sohn flitzt.)

Äh, nochmal zur Hauerei: Heute abend gab es einen kleinen Lichtblick. Ich habe ihm gesagt: „Guck mal, Maxe, Ei-machen ist viel schöner, schau mal so.“ (Mutter streichelt den Maxe und macht dabei Eiii-Geräusche.)

Maxe guckt und nimmt sein Händchen an meine Wange und macht – Eiiiii. Ja, wie schön ist das denn? „Super, Maxe! So geht das!“

Maxe strahlt. Die positive Alternative eben. Vor ein paar Tagen habe ich dem kleinen Riesensohn ebendiese auch aufgezeigt, als er seine Brüder voller Liebe GANZ DOLL umarmen wollte (und die das nicht so toll fanden).

„Wie wäre es mit Pups-Küssen*, kleiner Riesensohn?“

* in die Handfläche oder auf die Wange prusten, die Toddler finden das lustig.

„Oder küssen?“

Sie haben sich für Küssen entschieden. Der kleine Riesensohn und Maxe. Der kleine Riesensohn legt den Kopf schräg und spitzt die Lippen. Maxe hat das noch nicht so raus, der küsst noch mit offenem Sabbermündchen. Küssen wie in Holl*wood.

So, und heute, nach einem langen Tag voller Kinder, beschließe ich als letzten Gedanken des Tages, den großen Sohn morgen in den Kindergarten zu bringen. Notgruppe hin, Notgruppe her. Die sind sicher nur für berufstätige Mütter gedacht. Irgendwie finde ich, das bin ich auch. Und sage mir jetzt bitte niemand das Gegenteil.

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