Weihnachtstage

29. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Na, oft fahren Sie aber bestimmt nicht mit den Zweien, oder?“ fragt mich die Mutter mit dem einen Kind (im Strickjäckchen und mit Schleifchen im Haar), mit der ich mir das Kleinkindabteil teile, während ich Sohni zum zigsten Mal vom Tisch klaube.

„Naja, zweieinhalb Stunden Fahrt, ich finde, das geht noch“, erwidere ich, während ich Maxes Nase putze. Im Nasenschnodderproduzieren wechseln die beiden sich ab, leider auch mit Husten und Fieber. Heute sieht es aber relativ gut aus, sozusagen beinahe keimfrei. Hoffentlich bleibt das so.

Ich sitze also im Zug, es ist der 25. Dezember, und bin mit den Toddlern auf dem Weg zu einer Freundin, denn der beste Ehemann und ich haben beschlossen, die Weihnachtsfeiertage getrennt voneinander zu verbringen. Drei Kinder ohne Kindergarten und ohne Au Pair – das ist zwar machbar, aber nicht so wahnsinnig erholsam. Den 24. Dezember haben wir aber noch gemeinsam verbracht. Und hier unser Rezept für besinnliche Weihnachten:

– keine Termine,

– keine Besuche,

– wenig Geschcnke („weniger ist mehr“),

– Essen, das die Männer mögen und nur noch von Backofi heiß gemacht wird (heuer: Kroketten, Gemüse und Cordon bleu, ALLE Söhne lieben Kroketten!),

– eine schöne gemeinsame Unternehmung für alle zusammen (in unserem Falle eine Schlittenfahrt statt Kirche, die aufgrund diverser Schneefälle nur schwierig erreichbar gewesen wäre),

– Geschenkeverteilen am Vormittag (wenn die Kinder noch ausgeruht und erfreubar sind), während die Eltern versuchen, trotz gewissem Lautstärkepegel („Der Maxe soll nicht mit den *NonameDup*os* spielen!!!“) ihre zweite Tasse Kaffee zu trinken,

– und eingeplante Pausen für den besten Ehemann der Welt und der dazugehörigen Ehefrau 😉 .

Vielleicht ist der Grund dafür, dass wir doch recht wenige Weihnachtskarten erhalten, auch darin zu suchen dass wir – gemessen an dem Maßstab der Nation – rechte Weihnachtsmuffel sind.

Unsere Ausbeute diesmal:

Eine richtige, selbstgebastelte Karte, auf der „Frohe Weihnachten“ stand (ehrlich gesagt, bekommen wir schon seit Jahren nur eine einzige Karte von immer derselben Familie).

Zwei Emailkarten, eine selbstgemacht, eine, äh, eher konservativ, aber beide mit lieben Grüßen.

Eine Weihnachtsrundmail mit viel Text (vielen Dank, liebe C.!) und eine ganz individuelle Weihnachtsemail nur für mich (liebe S., ich habe mich total gefreut, und du stehst auf jeden Fall auch auf meiner Weihnachtskartenliste) und dann noch…

…einen Gruß via St*yFri*nds von meinem Schwager (mit dem ich das letzte Wort 2001 gewechselt habe) (Rätsel der technologischen Revolution).

Hm, ich glaube, das war`s. Immerhin war ich in diesem Jahr einen Schritt weiter, denn ich habe sogar Weihnachtskarten gekauft und schon zwei(!) geschrieben. Und auch der Kalender mit den Kinderfotos ist schon beinahe fertig. Der November fehlt noch, der Dezember gefällt mir nicht, aber irgendwann im Januar wird der auch noch gedruckt. Und wer sagt denn, dass Weihnachtskarten noch vor Weihnachten verschickt werden müssen?

Allerdings, und dies muss ich der Ehrlichkeit halber hinzufügen, waren die Stillen Tage alles andere als still.

Als ich am 24. Dezember um 9 Uhr die Oma der Knaben anrief, (die gerade die Rouladen für Sonntag anbriet), brüllte ich vor dem Hintergrund kreischender und Lärm produzierender musizierender Kinder ins Telefon: „Frohe Weihnachten!“

„Dir auch!“ brüllte es zurück, während es im Hintergrund zischte und brutzelte.

„Hör auf, an den Haaren zu ziehen!“ rief ich.

„Was, bitte???“ schrie die Rouladen-Oma zurück.

„Nicht du! Die Kinder!“

„Bei euch ist ja ganz schön was los! Hier ist es totenstill!“

„Verdammte Hacke! Noch einmal und du sitzt auf dem Sofa! Wie? Nee, still ist es nicht bei uns!“ versuchte ich das Gespräch fortzusetzen, „du kannst die Hälfte des Lärms gerne abhaben!“

„Immerhin ist bei euch Leben in der Bude!“ drang die Stimme der Knaben-Oma durch`s Telefon. So kann man das allerdings auch betrachten.

Und so haben wir es dann gemacht: Der beste Ehemann der Welt ist mit dem kleinen Riesensohn zu den Omas gefahren und ich mit den Zwillis zur Freundin, die mir sogar Sale-Shopping ermöglichte. Ich bin hosentechnisch jetzt für das ganze Jahr gerüstet! Und morgen kommt die andere Familienhälfte auch wieder heim, denn die Männer holen auf dem Rückweg noch Elisabeth ab. Und dann sind wir endlich alle wieder beisammen!

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