Zukunftssorgen

2. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

„Mama“, sagt der kleine Riesensohn, „ich will nicht in die Schule.“

„Schatz“, sagt die beste Mutter der Welt, „du hast ja noch eineinhalb Jahre Zeit, und es kann auch ganz schön sein in der Schule. Dort lernt man lesen und dann kannst du auch selber schreiben.“

„Will ich alles nicht“, sagt der kleine Riesensohn, „Schule ist plöd.“

Na prima, denke ich, das fängt ja gut an, „wieso ist Schule blöd, kleiner Riesensohn?“

„Weil die da doof sind.“

Wir erinnern uns an den Sprachtest? Na super, die erste Begegnung mit der Schule hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.

„Schatz“, sagt die beste Mutter der Welt, „alle Kinder gehen in die Schule.“

„Wieso denn?“

„So ist das eben, wenn die Kinder größer werden, gehen sie in die Schule.“

„Ich will gar nicht groß werden“, gibt der beste kleine Riesensohn der Welt zurück, „ich will klein bleiben.“

„Aber Häschen“, argumentiert die Mutter, „so ist das eben, die Menschen sind Babys und werden immer größer, kommen in die Schule und werden erwachsen. Und dann ziehst du auch aus und vielleicht willst du ja auch mal heiraten.“

„Ich will nicht heiraten!“ sagt der kleine Riesensohn, „ich finde Ringetragen plöd.“

„Kleiner Riesensohn, wenn du heiraten willst, muss du gar nicht unbedingt einen Ring tragen. Man kann auch so verheiratet sein.“

„Heiraten finde ich trotzdem plöd“, sagt der kleine Riesensohn, „ich kaufe mir lieber eine Katze.“

„Aha“, sagt die geduldigste Mutter der Welt, „ich dachte, du willst einen Hund kaufen, wenn du groß bist.“

„Nö, Hunde finde ich plöd.“

„Aha.“

„Und die Katze sperre ich dann ein.“

„Aber kleiner Riesensohn! Wieso willst du die dann einsperren?“

„Weil ich das eben will.“

„Aber du kannst die doch frei herumlaufen lassen?“

„Okee.“ (Nachdenkliche Pause) „Und dann kaufe ich noch ein Eichhörnchen und einen Bär und einen Delfin.“

„Aha. Und dürfen wir dich dann besuchen kommen und deine Tiere streicheln?“

„???“

„Naja, wenn du ausgezogen bist.“

„Ich will aber gar nicht ausziehen!“

Ach, kleiner Riesensohn, irgendwann sind deine Eltern alt und grau, und du und ihr, ihr zieht in die Welt hinaus, mit Katze und Bär und einem Delfin, den wir dann vielleicht auch streicheln dürfen.

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