Endlich Alltag!

11. Januar 2011 § Ein Kommentar

Der Alltag hat mich wieder!

Der beste Ehemann von allen hat heute morgen sein Pferd gesattelt und ist zu einer zweitägigen Dienstreise aufgebrochen ( 😦 ), der große Sohn ist fast ohne Murren („Ich will auch mal frei haben!“) in den Kindergarten marschiert, und Maxes erste Tat des Tages bestand darin, den Farbeimer umzuwerfen, der im Schuhschrank stand, in den ich gerade die Konservendosen mit den Erbsen stellen wollte.

Blöderweise, ja, ratet mal, handelte es sich um WASSERFESTE Farbe, alldieweil es ja die BADEZIMMERFARBE war.

Ich habe in Anbetracht der horrenden Farbpreise die Soße zurück in den Farbeimer gelöffelt, konnte allerdings nicht verhindern, dass ein XXL-Pizza-großer Fleck auf dem – glücklicherweise! – weißen Kacheln zurückgeblieben ist.

Die Frage ist nun, ob man lieber alle grauen Kachelfugen ebenfalls weiß lackiert, damit der Fleck nicht weiter auffällt, oder ob es ein probates Mittel gibt, das Zeug wieder zu entfernen (Aceton geht bestimmt, oder?). Leider ist Maxes blauer Strumpfhosenfuß ebenfalls in der Soße gelandet, und er hat dann noch weiße Flecken in Ehemanns Sandalen und auf dem Küchenfußboden hinterlassen.

Na, prima.

Während ich damit beschäftigt war, die Ausbreitung des Farbfleckes mit einem geopferten Esslöffel zu verhindern, haben die Zwillinge den Trinkbecher des kleinen Riesensohnes vom Frühstückstisch gemopst, und es leider – trotz ihrer vier Meter langen Arme – nicht geschafft, diesen ohne Pitschepatschpütschern zum Mund zu führen. Tragischerweise handelte es sich um Apfelsaft fast pur, weil der kleine Riesensohn seine Apfelsaft“schorle“ heute selber zubereitet hat.

Da gerade der Besuch um die Ecke bog (nette Mutter mit nettem Töchterlein), bot ich an, um uns alle herumzuwischen, aber die beiden haben dann unseren ChaotenHof entdeckt, bzw. das Töchterlein und angefangen, mit dem Streugut zu spielen, und weil die nette Mutter sich langweilte, hat sie dann den Hof aufgeräumt!

Merke: Manchmal haben Apfelsaftunfälle auch ihr Gutes.

Die anschließende Spielestunde war für alle Beteiligten extrem schön, und das Beste ist, dass die nette Mutter unsere grauenhaften Kronleuchter (Vermächtnis unserer Vorbesitzer) haben will, die ich ihr im Scherz, da ohne Hoffnung, dass irgendwer sie schön finden könnte, angeboten hatte, und sie will mir sogar noch Geld dafür geben! Nun kann ich ja unmöglich Geld von jemandem annehmen, der so nett ist, und außerdem bin ich ja froh, wenn die Dinger Kronleuchter noch jemandem eine Freude machen, aber! Und hier das Schönste! Sie kann nähen! Ob ich sie bitten kann, mir ein Kleid zu nähen? Ich habe da so ein Schnittmuster…

Aber, ach, ich war ja beim Alltag. Am Nachmittag stand als Programmpunkt „Geschenk für Robin kaufen“ auf dem Kalenderblatt. Der kleine Riesensohn hat das Prinzip noch nicht ganz begriffen und verlangte auch ein Geschenk, so dass wir uns auf ein KLEINES Geschenk einigten. Im Spielzeugladen mussten wir also erstmal das Geschenk des kleinen Riesensohnes aussuchen, bevor wir auch nur einen Gedanken daran verschwenden konnten, nach Robins Geschenk zu fahnden.

Nachdem ich dem kleinen Riesensohn vermittelt hatte, dass Akkubohrer, einen halben Meter lange Betonmischer und Müllabfuhrwagen sowie Trekker kein KLEINES Geschenk sind, wurde er bescheidener und entschied sich für ein Mini-Polizeiauto. Das war, bevor er den Besen entdeckte.

Wer den kleinen Riesensohn kennt, der weiß, dass er für sein Leben gern sauber macht. Mit Hingabe kann er sein Zimmer staubsaugen und stundenlang und unter Zurhilfenahmen von Wassermassen das Waschbecken putzen, wobei Saubermachen übrigens nicht mit Aufräumen verwechselt werden darf.

Nun haben wir also einen Kinderbesen (hoffentlich benutzt er ihn auch) und für Robin – ratet mal! – ein Polizeiauto. Allerdings ein größeres als das Mini. Der kleine Riesensohn hat beides selbst bezahlt (weil ich noch bei den Kinderspielen gucken wollte) und sogar gesagt, dass das Polizeiauto in Geschenkpapier verpackt werden soll. Potzblitz! Ist das mein schüchterner Junge??? Hui, war ich aber stolz!

Und die beste Elisabeth der Welt hat meinen Abend gerettet, indem sie zwei Stunden rangehängt hat, so dass ich Schwimmen gehen konnte. Hach, das ist ein Alltag, wie ich ihn mag.

Weitere Aussichten diese Woche: Freitag kommt der Ehemann seeeehr spät heim, weil ein Geschäftsessen ruft (wie funktionieren eigentlich die Pffffft- und Augenroll- und Zungenrausstreck-Smilies?), so dass Elisabeth die Toddler beaufsichtigen wird und ich mit dem kleinen Riesensohn ans andere Ende der Stadt reisen werde, weil genau dort irgendsoein Indoorspielplatz der Treffpunkt für die Jahrestagfeier des besten kleinen Freundes ist. Hoffentlich finden wir das. Und hoffentlich vergessen wir das Polizeiauto nicht.

Für Donnerstag habe ich den kleinen Riesensohn außerhäusig beim Kumpel untergebracht (hoffentlich bleibt er auch alleine dort!), weil am Donnerstag mein Uni-Tag ist.

Den Termin am Mittwoch (also morgen) habe ich abgesagt, Zwillinge-Impfen stand auf dem Plan, aber erstens haben sie Schnöfnasen und zweitens haben wir Hochwasser, so dass die Fähren Ferien haben.

Also kann ich morgen das Bad streichen.

Wenn mir nichts dazwischenkommt. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

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§ Eine Antwort auf Endlich Alltag!

  • Sven sagt:

    Als ich diese Geschichte las, musste ich wieder einmal schmunzeln. Unsere Zwei machen auch für ihr Leben gerne „sauber“ – es wird mit Hingabe der Esstisch mit einem Lappen gewischt – wir hoffen immer, dass sie einen einigermaßen brauchbaren dafür benutzen – und Fegen ist ohnehin ganz großes Kino…

    Liebe Grüße

    Sven

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