Reiswaffeln mit Ketchup

10. Februar 2011 § 3 Kommentare

gab es heute zum Frühstück. Nicht für mich, für die Kinder. Der kleine Riesensohn hatte es sich gewünscht und nach einer tränenreichen Erklärung, dass er nicht DEN, sondern den BUNTEN Löffel haben wollte, nachdem wir die Ketchupflasche zwecks besseren Entleerungsmöglichkeiten geschlachtet hatten, stellte er dann fest, dass salzfreie Reiswaffel mit Ketchup doch nicht sooo gut schmeckt. Aber die Zwillinge haben großzügig ihr Müsli-Frucht-Jogurt-Gemisch pausieren lassen, um sich das Zeug hinter die Backen zu schieben.

Dann kam auch schon Elisabeth, und der kleine Riesensohn und ich zockelten in den Kindergarten, wo ich ihm versprach, ihn direkt nach der Ruhezeit abzuholen.

Dates zu finden, gestaltet sich wie gehabt sehr schwierig. Spontan geht schon mal gar nicht. Gestern zum Beispiel holten zeitgleich zwei Mütter ihre Söhne ab, die ich direkt ansprach, ob sie aufgrund des sonnigen Wetters nicht spontan gleich mit zum Spielplatz kommen wollten.

„Wie soll denn das Wetter morgen werden?“ fragte die eine ausweichend.

„Schrecklich“, antwortete ich, „morgen ist es kalt, es gibt Schnee und Gewitter.“

Misstrauische Blicke.

„Genauer gesagt“, fuhr ich fort, „ist heute, wirklich nur heute schönes Wetter, der einzig schöne Tag im ganzen Februar.“

„Echt jetzt?“ fragten die Mütter.

Naja, einen Versuch war es wert. Heute wird es wieder nichts mit dem Date, denn die beiden besten Freunde sind bereits verabredet, nämlich miteinander.

Auf dem Rückweg warf mich mein Fahrrad ab, und deshalb sitze ich jetzt mit blutigem Knie am Schreibtisch und paddle nicht im Schwimmbad herum ( 😦  ).  Naja, dachte ich, nutze die Zeit und telefoniere mal wegen der Mutter-Kind-Kur herum.

Telefonat 1:

„Mit wie vielen Kindern wollen Sie denn kommen?“ fragt die Dame am Telefon.

„Am liebsten mit keinem“, sage ich.

„Das geht aber  nicht“, erwiderte die Dame, „wir sind ein Mutter-KIND-Kurheim.“

„Jaja, schon klar“, sagte ich, „ich bringe drei mit.“

„Wie alt?“

„Zweimal eins und einmal vier.“

Kritzeln hinterm Hörer.

„Hören Sie“, sage ich, „wie ist das mit dem Essen. Muss ich mit allen drei Kindern alleine essen?“ (mein größter Horror)

„???“

„Das stresst mich total. Ich kann die gerne versorgen, aber dann brauche ich einfach in bisschen Zeit für mich, damit ich in Ruhe essen kann.“

„Mir-können-Sie-nichts-vormachen“-Tonfall: „Wie machen Sie das denn zu Hause?“

„Der Große isst im Kindergarten, und ich esse zu Hause, wenn die Zwillinge Mittagsschlaf machen. Wäre es möglich, dass wir früher anfangen zu essen und dass die Kinder dann schonmal aufstehen können, wenn ich noch esse?“

„Geht-ja-gar-nicht“-Tonfall: „Und dann sollen die im Speiseraum herumlaufen?“

„Naja, vielleicht gibt es da ja eine Spielecke? Immerhin sind Sie ja ein Mutter-KIND-Kurheim.“

„Nein, das geht nicht.“

Pffft.

Zweites Telefonat:

„Wie ist denn die Unterbringung bei Ihnen?“

„Sie haben ein Zimmer.“

„Nur eines? Haben Sie nicht für uns zwei?“

im „Was-ist-denn-das-für-eine-Frage-Tonfall“-Stimmlage: „Wir können doch die Kinder nicht ein anderes Zimmer legen!“

„Naja, ich dachte auch eher an ein Zimmer mit Nebenraum.“

„Was-haben-Sie-denn-für-Luxus-Allüren“-Tonfall: „Wollen Sie für jedes Kind ein EIGENES Zimmer?“

ich, geduldig: „Nein, aber zwei wären schon hilfreich, wenn jetzt zum Beispiel ein Kind krank ist, dann kann ich mit ihm in ein Zimmer, und wir wecken dann die anderen nicht noch auf. Die machen sich doch dann gegenseitig wach.“

„Nein, das haben wir nicht.“

Ich glaube, ich bin nicht geeignet für diese Mutter-Kind-Dinger, ich fürchte, die stecken mich gleich in die Schublade „Schwierige Mutter mit Allüren“ und dabei, finde ich, habe ich eigentlich gar keine großen Ansprüche.

Hat Napoleon bestimmt auch gedacht.

Egal. Ich habe noch Zeit. Ich gehe dann mal Pflaumen suchen.

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§ 3 Antworten auf Reiswaffeln mit Ketchup

  • Sven sagt:

    Ich drücke die Daumen, dass die Dame am Telefon nicht ihren besten Tag hatte… und dass es vielleicht doch etwas mit Nebenraum gibt.

    LG

    Sven

  • Kerstin sagt:

    Ich bin seit einiger Zeit stille Mitleserin bei Dir. Ich selbst habe eine 7 jährige Tochter und 5 jährige Zwillingsjungs. Mein Mann war im Januar 2009 in Grafenau – Bayrischer Wald zur Vater-Kind-Kur mit allen Dreien. Unterbringung erfolgte in zwei Zimmern mit Verbindungstür, klasse Kinderbetreuung und auch sonst war die Kur sehr gut -okay, eine Vater-ohne Kind-Kur wäre natürlich noch besser gewesen 😉 Vielleicht hilft Dir ja der Tipp!

  • mara sagt:

    hallo, sven, danke für deine guten wünsche… nächste woche telefoniere ich weiter.

    willkommen im blog, kerstin, und hut ab vor deinem mann! mein mann würde nie mit dreien alleine verreisen 😉 , danke für den tipp, ich werde berichten… wald klingt auf jeden fall gut – da können sie nicht ertrinken. ich erwäge, die mutter-kind-kur auf eine späteren zeitpunkt zu verschieben, vielleicht wenn die so sechzehn sind 😀 ,
    frohes weiterlesen,
    mara

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