Na, dann gute Nacht

16. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute nacht war wieder eine Premiere. DREI Kinder auf einmal im Bett hatten wir noch nie. Dabei waren wir froh, dass wir nach diversen Nächten voller Monster und Gespenster wieder zu zweit im elterlichen Schlafzimmer liegen konnten. Einige Wochen lang hat einer von uns abwechelnd im Zimmer des kleinen Riesensohnes genächtigt. Warum? Einerseits schnarchen gewissen Bären, insbesondere die, die mehr als zwei Meter lang sind, andererseits sind wir einfach extrem nette Eltern  😉 , die nicht wollen, dass die Monster aus dem Wohnzimmer („die haben gaaanz viele Augen und soooo lange Arme!“) den kleinen Riesensohn aufessen.

Mit drei Kindern und zwei Eltern in einem Bett geht es nicht lange gut. Nach 23 Sekunden bin ich ausgewandert. Mit Sohni unterm Arm, der dann mit mir im Bett des kleinen Riesensohnes genächtigt hatte, im Nacken die empörten Schreie von Maxe.

Glücklicherweise ist Sohni noch einmal eingenickt, nach einer halben Stunden jedoch ausgebüxt. Der beste Ehemann der Welt, der nicht so viel Glück hatte wie ich, berichtete, wie Sohni vor der Tür des Spielezimmers gesessen und geduldig geklopft hat, bis ihm geöffnet wurde. Alle Achtung!! Er ist mit Schlafsack über mich drübergekrabbelt, hat die Tür aufgestoßen, ist – immer noch im Schlafsack – rückwärts die Treppen hinuntergeglitten und hat glücklich Anschluss an den wachen Rest der Familie gefunden. Ich würde sagen: Sehr selbstständig, der Junge.

Der Ehemann hat mich mit bis zum Haaransatz hochgezogenen Brauen intensiv gemustert, als er mich wecken kam, fassungslos ob der Trägheit (oder Indifferenz gegenüber flüchtenden Schlafsackkindern) der Ehefrau. Ich weiß ja auch nicht. Beim kleinen Riesensohn war ich bei jedem Pieps und Pups wach, nun bin ich einfach nur grottenmüde und / oder mein Lebenserhaltungsinstinkt macht sich breit.

Andererseits, gestehe ich, habe ich nun auch nicht ein soo wahnsinnig schlechtes Gewissen, denn immerhin hat der ansonsten beste Ehemann der Welt ja einen gewissen Anteil an der Drei-Kinder-im-Bett-Aktion. Wie mir berichtet wurde, wurde nämlich nur Sohni in aller Frühe wach und wurde zügig aus dem Zwillingszimmer entfernt, damit zumindest der Maxe noch gemütlich weiterpoofern konnte. Dann jedoch fiel dem Ehemann auf und ein, dass ein Schnulli eigentlich auch ganz praktisch wäre und musste (dieses Wort gebrauchte er tatsächlich) also noch zurück ins Zwilli-Zimmer (die Alternative wäre, zwei Stockwerke hinunter zu gehen, um einen Ersatznulli in der Küche abzuholen = un.denk.bar; als ich ihm diese Handlungsmöglichkeit und ihre Vorzüge erläuterte, erntete ich nur Realitätsferne andeutende Blicke). Jedenfalls wurde der Maxe dann im Schein der Taschenlampe, die hektisch den Boden ableuchtete, wach und … siehe oben.

Andere Premieren finde ich übrigens viel schöner. Maxe läuft, was ihn aussehen lässt wie ein soeben dem Grabe entstiegener, staksender Zombie (nur dass der vermutlich nicht so glücklich grinst) und Sohni macht ab und an vorsichtig mit. Der Ausdruck in den konzentrierten Gesichtern und die Freude, wenn die Schrittchen gelingen – grandios. Ich glaube, das verstehen nur Eltern 😉 .

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Der Sohn ist unentschieden, als was er zum Karneval gehen will. Nachdem ich einen Tigerschwanz bei der Nachbarin (mit Nähmaschine) bestellt habe, will er jetzt ein Clown sein. Ich kann das nicht fassen. Immerhin krabbelt er hier ständig als maunzender Babylöwe durch die Gegend, da liegt der Tiger doch ein bisschen näher als der Clown, oder? Aber ich bin auch froh, dass diese Piratenschiene jetzt irgendwie vorbei ist.

Und, damit ich die vermissten fünf Pflaumen wirklich nicht wiederfinde (und mir hernach in den Hintern beiße), habe ich beschlossen, nie wieder aufzuräumen. Heute habe ich das geschafft. Morgen und übermorgen ist Bürotag. Und bis dahin werden diese blöden Pflaumen ja hoffentlich kapiert haben, dass ich sie nie wiedersehen will. Erhoffte Ankunft der Ersatzpflaumen: nächsten Mittwoch. Dann muss ich in die Bücherei. Und ich will nicht schon wieder verlängern. Ob die da auf ihren digitalen Karteikarten auch Notizen über chaotische Entleiher vermerkt haben? Ich hoffe ja, mal nicht.

Und die letzte Notiz des Tages: Früh ins Bett. Leider hält Sohni länger durch als die Eltern … Vielleicht hat er heute Mitleid mit uns…

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