Ist Si*l*icagel eigentlich giftig?

20. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich glaube, der kleine Riesensohn träumt manchmal wirr.

„Mama“, sagte der kleine Riesensohn letztens zu mir, „Papa hat heute morgen in mein Zimmer geschaut und `Kackakopf´ zu mir gesagt und mir die Zunge rausgestreckt!“

„Schatz“, habe ich erwidert, „ich bin sicher, dass Papa das nicht gesagt hat.“

Große blaue Augen: „Doch, Mama!“

Ich halte das immer noch für unwahrscheinlich. Für noch unwahrscheinlicher halte ich es, dass Sohni, der mit Papa auf dem Männerwochenende weilt, das Kabel von der Lichterkette zerschnitten haben soll. Mehrfach.

„Schatz“, sage ich, fassungslos die Kabelenden in den Händen haltend, „Sohni ist gar nicht da!“

„Dann war das eben Maxe.“

Strenger Mutterblick.

Unsichere Antwort: „Kommt jetzt die Polizei, Mama?“

Das mit dem Ich-war-es-nicht muss irgendwie so ein menschlicher Reflex sein, mit dem Silicagel war es nämlich so ähnlich.

„Mama! Was ist das Weiße da vorne drin?“ (Im Deckel des Brausetablettenröhrchens)

„Da ist Silicagel drin.“ (Hatten wir das nicht schonmal?)

„Warum, Mama?“

„Das zieht das Wasser aus der Luft, damit sich die Brausetabletten nicht auflösen. Ich bin im Badezimmer, falls du mich suchst.“

Als ich wiederauftauche, kommt mir der kleine Riesensohn entgegen.

„Ich muss mal in den Waschraum, Mama!“ Er hält mir beide Handflächen hin, die irgendwie aussehen, als gehörten sie auch dahin. Als ich meinen Blick schweifen lasse, sehe ich die Ursache für schmutzige Handflächen: Die Brausetabletten sehen gewässert aus und der Deckel des Röhrchens wurde auseinandergepflückt. Auf dem Tisch liegen Silicagelkügelchen. Oh, Mann.

„Kleiner Riesensohn, hast du die gegessen???!“

„Nein, Mama.“

Die Mutter schaut zweifelnd über den Tisch.

„Nur ganz wenig.“

AAAHHH! In diesem Fall ruft man am besten die Gift-Hotline oder einen Chemiker an.

„Ehemann, ist Si*l*icagel giftig???“

„Mmmm… eigentlich nicht, ist ja nur Sand, aber ich recherchier vorsichtshalber noch mal im Internet.“ Puuhh.

Beim nächsten „Missgeschick“ (ich erfreue mich immer noch an der Wortwahl von Herrn Aebby) war ich gewiefter. Der Detektiv in mir ortete die Indizien (kappenloser Malstift in der Hand des kleinen Riesensohnes und verdächtige Kritzeleien auf den WEIßEN Badezimmerwänden und dem Klodeckel): „Hier, kleiner Riesensohn, hier hast du ein Feuchttuch, nun geh ins Bad und mach den Klodeckel sauber.“

Er hat fast nicht diskutiert.

Weitere Abenteuer waren dann noch mein auf ein Stück Pappe geklebtes Brillenputztuch („Das benutzt du doch sowieso nie, Mama.“) oder die Haselnüsse im Streugut („Ich spiele Wildschwein, Mama!“). Sehr männlich fand ich seine Aussage „Warum erzählt die so viel, Mama?“ heute im Kindergottesdienst, als uns Susi (das blonde Mädchen mit der Glitzerhandtasche) volllaberte viel erzählte. Allerdings wollte sie auch mit in die Klokabine, und das fanden der kleine Riesensohn und ich dann doch ein wenig unangenehm.

Wieder zuhause habe ich dem kleinen Riesensohn aufgetragen, die Mem*orykarten wieder in den Kasten zu packen, die aus irgendeinem Grund im Krabbeltunnel gelandet waren (heute haben Robin und der kleine Riesensohn übrigens wieder Müllabfuhr gespielt, aber diesmal landetet der „Müll“ (=komplette Kinderzimmereinrichtung bis auf das Bett, das war zu groß) im Flur, das Zimmer sah aus, als hätte es sich übergeben! *händeüberdemkopfzusammenschlag*)

Äh, wo war ich? Achja, die Karten.

„Ich mach das nicht, ich bin so platt“ oder so ähnlich.

Ich lasse mich breitschlagen, als der kleine Riesensohn einen Filmwunsch äußert. „Okee, eine Sendung mit dem kleinen Elefanten, aber die Karten aufräumen, vor oder nach dem Film.“

„Nach dem Film.“

Während der kleine Riesensohn lernt, wie man Hämmer herstellt, räume ich die Küche auf, entrümpel das Spielezimmer, wisch den Tisch ab, bring den Müll raus… bis der Film zu Ende ist:

„So, Schatz, und jetzt die Karten aufräumen.“

Und ihr glaubt nicht, was er sagt… „Immer muss ich alles alleine machen, ich mach immer soo viel, du machst gar nichts, immer… .“

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die beste Ehefrau und Mutter in diesem Falle nicht zu Zugeständnissen bereit war.

Bevor der beste Ehemann der Welt und Sohni heute wieder heimkamen, habe ich es sogar noch geschafft, aufzuräumen, naja, immerhin den Sand aus der Küche zu schaffen („Mama, der Kuchen ist für dich!“), Hosen zu waschen (Häufung von Pipi-Unfällen in den letzten Tagen), den Trockner noch einmal anzustellen (irgendein Kind hat den Hebel verstellt) und den Geschirrspüler anzustellen. Nicht geschafft habe ich, auch noch die Durchfallwäsche von gestern zu waschen, die nasse Wäsche aufzuhängen (bis auf die für morgen benötigte Kindergartenhose), den klebrigen Honigfleck vom Boden zu entfernen und mein Lieblingshemd zu stopfen.  Jeder Tag hat seine eigenen Dringlichkeiten…

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