Schusselkönigin

11. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn der Trockner während des Trocknens nach verschmortem Gummi riecht und die Wäsche nach dem Trocknen nach irgendetwas undefinierbar Verbranntem, dann sollte man den Trockner nicht noch einmal anstellen, oder?

Ich mache das mal lieber nicht und hänge stattdessen Höschen, Lätzchen und Hemdchen mit tausend Wäscheklammern auf. Mehr denn je drückt das Wäschetrocknenplatzproblem. Aufhängen im oberen, nicht toddlergeeignetem Wohnzimmer geht nicht, weil das Parkett allergisch auf jedes Wassertröpfchen reagiert, und außerdem wäre es ja wünschenswert, die Wäsche in der Toddlerbetreuungszeit aufzuhängen, ich will ja nicht meine kostbare Bürozeit damit vertüdeln.

Eine zeitlang haben wir die Wäsche im Spielezimmer aufgehängt, was so lange gutging, bis die Toddler in einem unbeobachteten Moment darüber herfielen und Wäsche zupfen spielten. Merke: Unsere Zwillinge haben auf Wäsche denselben Effekt wie ein Schwarm ausgehungerter Piranhas auf eine schwimmende Kuh.

Also hängt die Wäsche nun in unserer kleinen Küche, die durch ein Türgitter vom Spielezimmer abgetrennt ist. Glücklicherweise hat der Wäscheständer einklappbare Flügelchen, die man umschlagen kann, wenn man ans Waschebecken oder an die Mikrowelle muss. Wenn Elisabeth etwas mit Zwiebeln brät, riecht die Wäsche aromatisch nach Imbissbude, aber das ist zurzeit mein kleineres Problem. Gestern habe ich eine Mail an Ha*ba versandt, ganz sachlich, kurz gefasst, in der Hoffnung, dass die mich nicht für völlig plemplem halten dass die nicht denken, ich würde mir auf diese Weise heimlich ein komplettes Spiel erschleichen. Diese Ha*ba-Spieleteile riechen das, oder? Heute morgen stand ich in der Küche und griff in einer plötzlichen Eingebung in ein GerümpelAblagekörbchen und: da war er! Der Holzapfel! Ich verleihe mir den Orden als Schusselkönigin. Andererseits bin ich so ordentlich, dass ich mir selber nicht traue. Die Dinge liegen im Allgemeinen schon da, wo sie hingehören (Dies war das Körbchen für noch wegzusortierende Kleinteilchen), aber das ist irgendwie zu simpel für mein Gehirn. Der große Sohn hat das auch schon gut geblickt und nennt mich ab und an „Schusselmama“. Dass er außerdem spitz gekriegt hat, dass ich heimlich die Schokoladenvorräte aufesse, steht auf einem anderen Blatt.

Und wenn jetzt noch jemand eine Idee hat, wo mein toddlerverschlepptes Handy sein könnte, verteile ich Kamelle. Davon haben wir nämlich noch einen großen Beutel. Oder ich wende meine neue Taktik an und rufe den Handyersatzdienst an. Ganz laut. Erkläre, dass mein altes Handy (sowieso schon mit abgerubbelter Tastatur und gänzlich zahlen- und buchstabenlos) verschwunden ist. Natürlich tue ich nur so als ob. Vielleicht überlegt es sich dann noch einmal anders und wackelt unter dem Spieleschrank hervor. Oder ich gucke mal auf der Aufladestation. Bevor ich die Rückrufmail an Ha*ba schreibe.

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