Zaungedanken und Hausservice

29. März 2011 § 2 Kommentare

Eigentlich waren wir ja immer gegen Zäune, immer dieses Abtrennen und Abgrenzen, tsts, typisch deutsche Pingeligkeit. Wenn man dann drei Kleinkinder hat, von denen mindestens zwei noch stiften gehen, und der kleine Außenhof auch noch direkt an der Straße liegt (die Gott sei Dank selten befahren wird), dann ändert sich die Meinung. Einerseits sitzen wir auf einem Präsentierteller, andererseits genieße ich die freundschaftlichen Kontakte, die über den Zaun hinweg entstehen. Allen voran die grauhaarigen Damen, die Kontakt mit den Zwillingen aufnehmen, gefolgt vom kleinen Riesensohn, der Kontakt zu so ziemlich allen Passanten aufnimmt, wenn er gerade gesellig ist („Guck mal! Ich habe ein Pflaster / einen Stein / eine Matschepampe / ein Schokobrötchen etc. etc.!“).

Die Kommentare über den Zustand unsere Hofes (wenn ich nicht so ein höflicher Mensch wäre, würde ich unseren Baufuzzi als rotzfrechen Apunktlü***r bezeichnen) haben sich gewandelt: „Das sieht aber schön aus!“ höre ich jetzt sogar manchmal.

Annalena, die Nachbarin mit dem Töchterchen, will morgen wiederkommen („Bei euch ist es wie Urlaub!“) und mag es, dass in unserem Haus und am Zaun diverse Leute vorbeikommen. Zusammen genießen wir mit der Meute die Sonne und wir Mütter den Anblick von vier munteren Kleinkindern, die in der Matschepampe spielen, auf den Spielzeugautos „brrrrummmbrrrrummm“-Geräusche machen und versonnen Höhlen bauen.

Insgesamt ist es ein bisschen Zoofeeling, das bei uns herrscht, nur halt von der anderen Seite. Ich erwäge, ein Schild anzubringen:

Menschen (Homo sapiens)

In diesem Gehege sehen Sie eine Herde von Menschen mit einem Elternpaar, einem Hausmeister und einem Au Pair sowie drei erfolgreich gezüchteten Jungmenschen, von denen die Zwillinge künstlich zu Ende ausgebrütet wurden. Zwillinge sind allgemeinhin allerdings selten. Die Menschen in diesem Gehege gehören bis auf das Au Pair zur westeuropäischen Rasse mit vergleichsweise heller Haut. Das kolumbianische Au Pair lebt seit Juli 2009 in der Herde und konnte sich erfogreich integrieren, obwohl zunächst kulturelle und Sprachprobleme befürchtet worden waren. Die Alttiere verfügen über ein hohes Ruhebedürfnis und zeigen soziale Verhaltensweisen, indem die Jungenaufzucht aufgeteilt wird.

Verbreitung: Ubiquisten

Nahrung: Allesfresser. Jungmenschen werden gesäugt, aber bereits mit wenigen Monaten an andere Nahrung gewöhnt. Süßigkeiten können die Zähne schädigen, daher

BITTE NICHT FÜTTERN!

So oder so ähnlich.

Der kleine Riesensohn hat sich heute übrigens eine Höhle unter der Gartenbank gebaut und dann den Hausservice angerufen:

„Ich möchte bitte Näggebrot mit Butter und Honig! Aber vorher anrufen!“

Unser Hausmeister, Herr Ungewöhnlich, hat den jungen Herrn prompt bedient. Beim Herumrätseln, wie er auf das Wort Hausservice gekommen ist, ist der Groschen spät gefallen. Der beste Ehemann der Welt bestellt nämlich ab und an Pizza beim Pizzabäcker mit Hausservice! Wir haben uns kringelig gelacht.

Die Zwillinge wachsen und gedeihen, Maxe hat allerdings eine Wasserph*bie oder so etwas ähnliches entwickelt und schreit beim Anblick der Wanne. Meine Taktik heute war, ihn wieder an die Wanne zu gewöhnen, indem ich selbst hineinklettere, doch auch mit Salzstangen und Schnulli war er nicht zu bewegen, auch nur in die Wanne hineinzugucken. Übermorgen kommt dann Plan B mit Babyplastikwanne, die ich mal unverbindlich in die Küche auf den Boden stelle. Elisabeth hat angemerkt, dass Maxe dringendst gebadet werden müsste, Geschrei hin oder her. Ich bin da nachsichtiger und habe die grobe Schmutzkruste heute mechanisch mit drei Waschlappen abgerubbelt.

Sohni hatte heute seinen Ich-fall-mal-wieder-hin-Tag. Die Wunde an der Stirn (Spielplatzleiter) ist heute wieder aufgegangen, aber irgendwie bleibt er ein mutiger Kletterer. Gestern ist er in den Kinderwagen geklettert und beim Herausklettern mit dem Hosenbein festgeklemmt, so dass er wie ein Bun*eejumper herausgepurzelt ist, nur dass das Seil zu lang war. Und er ist auch das erste Kind, das mit dem stabilen Hochstuhl umgefallen ist. Der Trick besteht darin, sich mit beiden Füßen festzuhaken und dann nach hinten zu fallen.

Jeden Tag ein graues Haar… und eine Sommersprosse 😉 …

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