Als ich noch jung war…

14. April 2011 § 3 Kommentare

dachte ich, wenn ich erstmal einen mann habe und kinder und ein reihenhäuschen und einen gemütlichen job, dann… läuft mein leben in geordneten bahnen, bis ich irgendwann sterbe. päng. ehrlich gesagt, kenne ich niemanden, bei dem das so läuft, jetzt mal von den paaren abgesehen, die keine kinder haben. im moment stehen wir vor folgenden baustellen:

erstens: unsere wahre baustelle: der hof und das dach des nebenhauses: sollte seit mai 2010 fertig gestellt sein. ha. haha. hahaha. wenn unser baufuzzi in dem tempo weiterarbeitet, können wir von glück sagen, wenn das dach neu gedeckt ist, bevor wir das haus wieder verkaufen.

zweitens: die studienplanung steht an. auf dem plan: drei professoren finden, die mich prüfen und deren stoffvorstellung in einem alltag mit drei wilden knaben zu bewältigen ist. außerdem noch mit hinz und kunz sprechen, ob meine diplomarbeitsidee realistisch ist. merkt ihr was? diese gespräche schiebe ich seit einem halben jahr hinaus.

drittens: nach einem ziemlichen hickhack (das wäre jetzt zu banal und gleichzeitig zu ausschweifend, es hier zu beschreiben), bin ich jetzt (in einem sehr bescheidenen maße (hüstel)) meine eigene chefin und schreibe an meinem konzept… sind visitenkarten eigentlich elementar wichtig?

viertens: ich schreibe an meinem zweiten buch und habe heute die dritte absage eines verlages für mein erstes buch bekommen. drei stehen noch aus… bin gerade demotiviert. 😦

fünftens: schlimme erkrankungen im verwandten- und bekanntenkreis.

naja, und die kleineren erlebnisse des tages:

meine bestellten kleider sind da-a!

kleiner riesensohn: „das ist schön, mama!“

elisabeth: „schick! aber zu lang!“

der hausmeister: „schick, aber zu lang!“

ehemann: „was ist denn das für ein fummel? das geht ja gar nicht. und viel zu kurz!“

der geldgeber entscheidet…

außerdem hat der kleine riesensohn heute beschlossen, inga aus dem kindergarten zu heiraten:

„ich heirate inga, und wir bekommen… “ hält alle finger hoch „… zehn kinder! und dann ziehen wir zu inga, weil ich kein eigenes haus kaufen will, das ist mir zu teuer.“

„und bei inga ist platz?“

nicken.

„und wo sollen die kinder alle wohnen?“

„die wohnen in einem zimmer.“

„und wo schläfst du?“

„neben inga.“

„und gehst du dann auch arbeiten, zehn kinder kosten ja auch eine menge geld?“

„nö.“

„geht inga arbeiten?“

nicken. „ich will ein mädchen werden, und inga ein junge.“ (man beachte die rollenverteilung)

„schatz, du bist ein junge. da ändert sich auch nix mehr dran.“

„ich will, dass der gott mich als mädchen macht.“

na, das kann ja heiter werden.

der windeldieb ist heute übrigens nicht wieder aufgetaucht, obwohl ich am fenster gelauert habe. achja, und maxe hatte wieder schlechte laune:

anruf beim ehemann, der um siebzehnuhr zuhause sein wollte:

„WO BIST DU?“ (lautes schreien zweier toddler im hintergrund)

„im stau.“

„WAAAAS???“

„IM STAU!“

„AAAAAHHHHRRRGGGGHHHH!!!!“

sobald der wagen um die ecke fuhr, trabte ich, mit maxe („dadada!“ er erkennt schon unser auto) auf dem arm zum parkplatz, warf setzte ihn wortlos auf den beifahrersitz und rannte ins haus zurück, um sohni zu retten, der auf der treppe gestrandet war (er kann jetzt vorwärts die treppen hinuntergehen (was sehr süß ist, weil die stufen ungefähr so hoch sind wie seine beinchen), mich aber täglich mindestens drei graue haare kostet). vorsichtiger junge, der er ist, ruft er um hilfe, wenn er bei einer stufe nicht weiterkommt. und wo wir schon bei der fortschreitenden selbstständigkeit der jungs sind: sie helfen beim ausräumen bzw. einräumen der einkäufe. ich konnte es selbst kaum glauben. maxe und sohni gaben mir brav ein stück nach dem anderen aus dem einkaufskarton, was ich dann wegsortierte. und heute haben sie den geschirrspüler angefangen auszuräumen, indem sie mir die sauberen gläser angeschleppt haben.

in einem jahr geht maxe mit anzug und krawatte ins büro, sagt der hausmeister.

sohni klettert dann vermutlich den mount everest hinauf. ohne sauerstoffflasche natürlich.

nachtrag:

ehefrau: „willst du den blogartikel von heute hören?“

ehemann: „nein.“

ehefrau: „warum nicht?“

ehemann: „warum muss ich das begründen?“

ehefrau: „desinteresse an der eigenen ehefrau muss mann immer begründen.“

ehemann: „darf ich morgen wieder in die sauna?“

ehefrau: „nur, wenn du dir den blogartikel anhörst.“

ehemann: „sieh zu.“

er darf.

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§ 3 Antworten auf Als ich noch jung war…

  • jeanny sagt:

    Was für eine Diplomarbeitsidee hast du denn?

    Toi,toi,toi für die Kinderbücher!

  • MiA sagt:

    Ich schicke dir mal einen dicken Drücker…
    Auf der einen Seite ist es echt mistig, dass das Leben nicht so läuft, wie man sich das erträumt. Aber auf der anderen Seite auch ganz gut so, glaube ich. Wäre ja sonst langweilig. Nur die Krankheiten und so, die gehören da einfach raus..

    Ach mensch, das mit dem Haus ist ärgerlich. Ich wünschte, wir hätten endlich eins, dann könnte ich mich auch über so was ärgern..
    Das mit den Büchern ist auch doof! Du schreibst so toll, die sollen dich nicht nicht ablehnen! Ich drücke die Daumen!
    Wegen der Diplomarbeit drücke ich auch die Daumen! Und ich finde Visitenkarten überbewertet =) Aber man braucht sie wohl.. leider.

  • mara sagt:

    hallo jeanny, also die idee ist soweit fertig, ich weiß nur nicht, ob sie dem professor gefällt… und zurzeit ist sie noch geheimgeheim ;-), danke der nachfrage

    hi, mia, danke fürs daumendrücken 🙂 , ja die krankheiten sind das schlimmste, einmal krebs und einmal hirntumor 😦 .
    das zweite buch ist quasi fertig, muss aber noch korrektur gelesen werden. ich werde es im eigenverlag herausgeben, magst du einen teil korrektur lesen? 🙂 obwohl du ja nie gekrabbelt bist 😀 😀 …

    zu den visitenkarten: ich bin nach unterlagen und einem konzept gefragt worden, hui, das muss ich noch schnell schreiben 😉 fand ich witzig, dass die nachfrage schneller ist als ich selbständig werden kann,
    liebe grüße

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