Zoo

26. April 2011 § 4 Kommentare

Am Ostermontag waren wir im Zoo. Genauer gesagt, Sohni, der kleine Riesensohn und ich. Maxe und der beste Ehemann der Welt haben Urlaub zu Hause gemacht.

Im Zoo waren wir im letzten Jahr schon das eine oder andere Mal, sogar einmal vor verschlossenen Türen, weil irgendwer irgendeine Bombe entschärfen wollte, die blöderweise irgendwo neben dem Zoo entdeckt worden war. Diesesmal war der Zoo offen und als ich im Sonnenschein mit drei Millionen anderer Besucher vor dem Kartenhäuschen stand, notierte ich mir in meinem geistigen Notzibuch, dass Ostermontage für Zoobesuche nur eingeschränkt geeignet sind. Immerhin hatte das Ganze aber den Vorteil, dass wir endlich einmal die Tiere bestaunt haben, an denen die Massen (und sonst auch wir) vorbeigelaufen sind, weil die beliebten Tiere von Besuchermauern umgeben waren. Da wären zum Beispiel die Kamele, ziemlich riesige Tiere. Der kleine Riesensohn tippte erst auf Bär, was erstmal verwirrte, aber ein liegendes Kamel sieht tatsächlich ein bisschen bärig aus, besonders wenn der Kopf irgendwie daneben liegt. Sohni testete die Elektrozäune der Teich bewohnenden Enten und Säger gleich mehrmals, was mich vermuten lässt, dass da wohl tagsüber kein Saft drauf ist. Zumindest hoffe ich das. Ansonsten wäre Sohni ein Alien.

Ein richtiger Zoobesuch beginnt übrigens mit einem Klobesuch für blasenschwache Mütter, während kleine Riesensöhne geschickt die Wegmitte zwischen zwei Klostationen abwarten, um dann panisch: „Ich muss mal Pippi, aber ganz dringend“ zu rufen. Auf diese Weise haben wir mindestens fünf Zoobäume beglückt dem Zoo literweise Spülwasser gespart.

Ein richtiger Zoobesuch plant auch nach allerspätestens zehn Minuten ein ordentliches Picknick ein. Elisabeth hat, als sie meine Picknickvorbereitungen gesehen hat, nur mit dem Kopf geschüttelt: „Wer soll das alles essen?!“

Und das hatten wir dabei:

eine halbe Gurke, in Gurkengitter geschnitten (die habe ich gegessen)

zwei Käsebrote (eins hat der kleine Riesensohn auf dem Weg zum Zoo verdrückt, das andere hat Sohni (allerdings ohne den Käse) in der Warteschlange vor der Kasse gegessen.

zwei Schinkenbrote (eines für mich, das andere (allerdings ohne Schinken) verschwand in Sohnis Bauch.

eine Dose Dinkelpops (Sohni und kleiner Riesensohn)

vier Obstbecher (zwei wurden mit einem Jogurt bereits auf dem Bahnsteig gegessen)

eine Flasche Wasser (mit mehrmaliger Nachfüllung in den Klostationen)

Im Zoo kauften wir noch:

einen Kaffee (den brauchte ich dringendst)

zwei Brezeln (Hunger am Abend)

und am Bahnhof noch ein Brötchen mit Wurst und Ketchup, wofür wir in Kauf nahmen, den Zug zu verpassen. Dann waren wir sie endlich satt.

Soviel zu den Picknickvorbereitungen. Das Eis vom kleinen Riesensohn erwähne ich jetzt mal nicht. Merke: Ein Tag im Zoo wird wesentlich billiger, wenn man  Picknickvorräte für mehrere Tage mitnimmt, Zooluft macht Picknicklaune. Wenn die drei dermaleinst größer werden, werde ich wohl einen oder zwei Bollerwagen mieten müssen.

Der kleine Riesensohn hatte diesesmal nicht so viele Fragen, klebte aber wie bei unseren ersten Besuchen an den Gehegen, bei den Pavianen zum Beispiel, wo ich ihn nach gefühlten zwei Stunden auf dem Weg zum Vermisstenstand wiederentdeckte. Und dann Sohni. Sohni guckte. Erdmännchen, Elefanten und kleine Affen. Mit Ausdauer. Vor dem Elefantengehege wollte er auf meinen Arm und als ich ihn wieder herunterlassen wollte, klammerte er sich am Geländer fest und wäre da vermutlich hängengeblieben, wenn ich in nicht abgepflückt hätte. Also haben wir wohl schon drei Naturforscher in der Familie 😉 .

Nach einer längeren Mittagspause, die ich teilweise mit Sohni auf dem Bauch im Spielplatzsand verbrachte (leider schlief er nicht so lange, da er schon im Kinderwagen geschlummert hatte), hatten beide Kinder wieder Energie für die Pinguine, Marabus, Bisons („Kann der einen Menschen aus dem Gehege rauswerfen, Mama?“), Seelöwen, Nashörner, Spintholzvögel (oder so ähnlich), Zebras, Gänse, Bonobos, Gorillas. Mantelaffen und Orang-Utans und ich musste den kleinen Riesensohn beim letzten Spielplatz geradezu vorbeischeuchen („Nur ganz kurz, Mama!“), damit wir noch dem Klo einen letzten Besuch abstatten konnten, bevor es zur S-Bahn ging.

Puh.

Am Abend hatte ich Muskelkater und hatte zwei aufgedrehte Kinder im Bett. Doch eine Reizüberflutung. Aber schön. Wunderschön. Nächstes Mal mit Maxe.

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§ 4 Antworten auf Zoo

  • jeanny sagt:

    Ich schreibe mal hier, weil bei den nächsten Einträgen die Kommentare deaktiviert sind.
    (Lass dich beim heimlichen Zurückstellen des Selbstbräuners und des Mückenstichstifts nicht erwischen… obwohl, die Erklärung wäre bestimmt extrem lustig).
    Zum Korrekturlesen hätte ich übrigens Lust (und sogar Zeit). Du kannst mir ja mal ne e-mail schicken.

  • b. sagt:

    hey, danke! du bekommst den nächsten teil! ein teil ist heute schon an eine freundin rausgegangen, kann ein paar tage dauern, wir haben grad besuch.
    ehrlich gesagt, habe ich wirklich angst vorm erwischt werden, wenn ich die dinger ins regal zurückstelle. daher habe ich noch nichts unternommen… vllt doch kaufen? ich erwäge es, wenn ich den preis vom selbstbräuner kenne…
    liebe grüße, mara

  • Anna-Lena sagt:

    Ich würd glaub ich einfach dem Geschäftsführer erklären was los ist. Der wirds schon verstehen, zumal er ja froh sein kann wenn es zurück gebracht wird! Einfach zurückstellen würd ich glaub ich lassen, das gibt am Ende nur Ärger..

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