Micro Marines

25. Mai 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Neues von der Front: Elisabeth (Red Leader II) hat den Zwillingen die Haare mit dem Haartrimmer gestutzt. Eigentlich wollten wir es zusammen machen, aber dann ist mir ein Termin wieder eingefallen, und dann hat sie es alleine gemacht.

„Welche Stufe hast du denn benutzt?“ fragte ich entsetzt, nachdem ich die Kahlköpfe kurzgeschorenen Toddler aus dem Mittagsschläfchenbettchen geholt hatte.

„`Fünf´, glaube ich“, antwortete sie.

Beim großen Sohn habe ich Stufe 15 genommen. Das ist auch noch kurz, aber wenigstens sieht man nicht die Kopfhaut durchschimmern.

Zumindest sind die Stoppeln jetzt mal alle gleich lang und nicht, wie bei der letzten Rasur geschehen, mit Zippeln und Zöpfchen an den Rändern.

Todesmutig habe ich mich dann mit drei Marines gestern nachmittag auf einen Biobauernhof hier in der Nähe getraut. Der Bauernhof entpuppte sich als moderner Bio-Laden mit einigen bäuerischen Accessoires wie zwei Schweinen inklusive jeder Menge Mistfliegen, einigen müden Kaninchen und einer Kampfziege. Das stand jedenfalls auf dem Törchen vor ihrem Gehege, verbunden mit der Warnung „Achtung! Nicht betreten!“

Es war gar nicht so leicht, das Korps zusammen zu halten. Sohni, auch genannt „Der Laubfrosch“, rannte ungehemmt auf den mit Glasscheiben überdachten Beeten herum, während Maxe, auch „Der Vorsichtige“ genannt, ebenso laut quiekte wie das Schwein, vor dem er sich erschreckt hatte. Ich würde mal sagen, für Großtiereinsätze ist er nicht geeignet.

Der kleine Riesensohn dagegen fand es toll. Toll, alleine auf dem Trecker zu sitzen, der unter einem mit Blumen bepflanzten Vordach sein Gnadenbrot als Bauernhof-Zierrat fristete, toll, das mümmelige Kaninchen zum Fressen von Löwenzahnblättern zu bewegen und toll, die Toddler dazu zu motivieren, den Laden zu erstürmen.

Nachdem Sohni sich die Hand in der Schiebetür eingeklemmt hatte und Maxe ein Glas mit Bio-Irgendwas unrechtmäßig entfernen wollte, habe ich solcherart Übungen strengstens untersagt. Truppenübungen müssen dann doch zu Hause stattfinden. Schlimm genug, wenn sie den einheimischen Kühlschrank ausräubern.

Und so endete der Tag mit dem Hauch von Bauernhofgeruch für meine Stadtkinder, kein Vergleich mit dem Bauernhof, der damals direkt vor unserem Haus (wenn auch auf der anderen Straßenseite) lag. Vor diesem wiederum lag ein riesiger, wirklich nach Mist stinkender Misthaufen, der von etwa 50 malmenden Kühen stammte. Ich erinnere mich noch gut an die Fliegenvorhänge und Fliegenfallen, die Fliegenklatschen und den Hund, der sich an der Fliegenjagd eifrig beteiligte. Außerdem erinnere ich mich noch an die 3km bis zur nächsten Bushaltestelle, die ziemlich verwaist an der Bundestraße lag und an der man, wenn man an einem dunklen Winterabend mit dem Bus fahren wollte, mit der Taschenlampe Blinksignale aussenden musste, damit der Fahrer einen überhaupt bemerkte. Ich erinnere mich außerdem noch an Lucys Kartoffelshop, den einzigen Laden im Umkreis von sieben Kilometern, der leider auch hielt, was sein Name versprach. Und bin dann doch irgendwie dankbar für angenehme Busverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Kindergärten, die in annehmbarer Nähe liegen. Und am nächsten Wochenende gucken wir uns einen anderen Biohof an. Da soll es sogar eine Kuh geben.

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