Schlafidyll

29. Mai 2011 § 2 Kommentare

Endlich! Nach einem Wonnemonat Mai, den der beste Ehemann der Welt überwiegend auf Dienstreisen verbracht hat, hatten wir gestern abend die seltene Konstellation, dass wir beide zu Hause waren, kein Besuch anstand, kein Abgabetermin, kein Das-muss-ich-noch-schnell-erledigen, also da beschlossen wir, den Abend gemeinsam zu verbringen. Nur noch schnell die Kinder ins Bett bringen.

Der beste Ehemann von allen schnappt sich Sohn I (die Prozedur dauert gewöhnlich am längsten) und verschwindet mit ihm in Bad und Kinderzimmer. Ich warte noch bis halb acht und hoffe, dass das spät genug ist, um die aufsässige schlafunwillige Brut ins Bett zu werfen legen, und bugsiere dann Maxe die Treppen noch. Eigentlich geht der doch gerne schlafen, oder? Heute jedenfalls nicht. Hinlegen. Brüllen. Licht aus. Tür zu. Fünf Minuten warten. Wiederholung. Brüllen. Nach insgesamt zehn Minuten gebe ich auf und lege Maxe ins Sohni-Zimmer aufs große Bett, Sohni ins Gitterbett und mich irgendwo dazwischen. Sohni brüllt und will aus dem Bett klettern. Ich klettere ihn zurück und versorge ihn bereitwillig mit Schnullern, die er wütend aus dem Bettchen wirft. Pfft. Dann eben ohne. Endlich, endlich sieht er so aus, als ob er dann doch mal einschlafen will und ich gebe ihm versöhnlich noch einmal die Schnuller. Einen für den Mund, einen für die Hand. Er legt sich hin und fängt an, tief zu atmen. Leider ist Maxe durch diese Aktion wieder unruhig geworden und quäkt in diesem unerträglichen Jammertonfall. Mist, und ich habe keine Ohropax in der Tasche. Ich zähle die Aufheuler mit. Nach 29 Malen werden sie deutlich leiser und Maxe schläft ein. Ein Blick auf die Uhr: Viertel vor neun. Gähn. Ich höre den Ehemann ins Schlafzimmer schlurfen und schleiche ihm nach…

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§ 2 Antworten auf Schlafidyll

  • mariebastide sagt:

    Ach waren das schöne Zeiten, in die du meine Erinnerung mit diesem Beitrag führst 🙂 Trotz vieler gleichzeitiger Arbeiten kam ich immer zu meinem Schönheitsschlaf, denn einmal die Woche schlief ich garantiert bei der Gute-Nacht-Geschichte um acht Uhr ein. Heute gestaltet sich das anders. Mein Sohn geht gegen elf, halb zwölf aus dem Haus (nachts, wohlgemerkt :-). Ich arbeite „ungestört“ weiter bis Mitternacht, eins oder halb zwei. Dann gehe ich ins Bett – und lege das Handy strahlend auf das Nachttischbrett. Um zwei – wahrscheinlich befinde ich mich grade in der Rem-Phase – kommt die erste Nachricht. Mein Sohn langweilt sich in der Nachtgalerie und kommt demnächst nach Hause. Um vier – in Erwartung der Heimkehr des Sohnemanns und der zu erwartenden Begrüßung durch den Haushund ist mein Schlaf um ein Vielfaches leichter – die zweite Nachricht: Er ist noch geblieben und hat jetzt die letzte S-Bahn verpasst……….. Er wird zu Fuß gehen und sich ein Taxi nehmen, wenn das Geld für die Strecke reicht. Im Halbschlaf widerstehe ich der reflexartigen Mutterversuchung, das „Kind“ abzuholen, vor irgend einer nächtlichen Disco. Um halb sechs schließlich höre ich die Tür, der Hund pennt und kriegt nichts mit, der Glückliche. Dann steht mein Sohn im Schlafzimmer, wach und bereit, mir über die gesamten nächtlichen Geschehnisse Bericht zu erstatten. Ungefragt. Natürlich. Also, liebe Mara, genieße diese Abende, an denen ihr beide um viertel vor neun schläfrig ins Ehebett schlurft und schleicht 🙂

    • b. sagt:

      du siehst mich wahrlich desillusioniert, aber mit verlaub: warum schaust du aufs handy und warum schließt du nicht die schlafzimmertüre ab? sorgt man sich denn immer weiter?

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