Gähn.

6. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

(Nachtrag zu gestern (da weigerte sich wordpress, meinen artikel zu publizieren))

Das liegt alles an den Erwartungen.

Sagt der beste Ehemann der Welt. Dass man dann enttäuscht ist, meint er. Ich gebe ihm recht. Wer erwartet, dass der Partner den Hochzeitstag nicht vergisst (glücklicherweise vergessen wir ihn regelmäßig beide), fühlt sich vielleicht nicht ausreichend geliebt (,für das Vergessen von Vorlesungsterminen der besten Ehefrau der Welt gilt das auf jeden Fall). Wer erwartet, dass das Krankenhaus die versprochene Rundumversorgung anbietet und dann bei der Geburt Abfertigungsverhalten antrifft, erleidet einen Realitätsschock, im ungünstigen Falle gepaart mit einer Depression. Wer erwartet, dass alle Handwerker ehrliche Leute sind, die wahrmachen, was sie versprechen, bekommt Hitzewallungen und Herzrhythmusstörungen und – jetzt backen wir mal kleinere Brötchen – wer erwartet, dass die Kinder um acht Uhr alle schlafend in ihren Betten liegen, so dass dann noch Zeit für sich selbst und die Ehepflege bleibt, der erntet Frust. Ganz dicken sogar.

Auch die Planänderung führte nicht zum gewünschten Erfolg. Sohni schläft zwar jetzt im Kinderzimmer des kleinen Riesensohnes, der dafür eigentlich unterm Dach schlafen soll („Mama, kann ich kuscheln kommen?“), schläft dadurch aber auch nicht besser ein. Um viertel vor sieben pm war er so fertig, dass er torkelte, sich die Augen rieb und mangels Frustrationstoleranz haltlos brüllte. Eine gute Gelegenheit, ihn ins Bett zu bringen, freute ich mich und legte mich auf die Matratze neben das Reisebettchen (Leute, kauft Matratzen). Der Vorteil an dem Reisebett ist, dass Sohni nicht mehr abhauen kann. Dafür kann er jetzt fiese Geräusche mit Fußnägeln und Plastikgitternetz produzieren. Und Herumjammern kann er darin allemal genauso gut. Ich wähnte mich schon auf der sicheren Seite, als ich den kleinen Kerl um sieben Uhr im Bett versenkte. Er rollte sich vorschriftsmäßig zusammen und schlief ein. So dachte ich. In Wirklichkeit hielt er ein zehnMinutennickerchen und war hernach topfit. Nicht so ich, bei der die Schlafhormone bereits ihre Wirkung taten. Danach wendete ich folgende Strategien an:

– mich schlafend stellen (funktioniert nur begrenzt, wenn das Kind die Schnuller aus dem Bett wirft und danach schreit, weil es keine Schnuller mehr im Bett hat),

– ihn in mein Bett holen (fand er ganz toll, da eröffnen sich ganz neue Spielzeugwelten),

– ihn festhalten, die Füße zwischen meinen Oberschenkeln, die Arme unter meinen Armen (dann kann er sich den Schnuller nicht mehr ziehen und wegwerfen) – die bisher erfolgreichste Strategie: nach 30 Sekunden Aufstand war er weggeratzt. Und ich schlich mich nach unten, um Abendbrot zu essen und diesen Blogartikel zu schreiben.

Die ersten Sätze waren erfolgreich getippt, als Sohni wach wurde und gewahr, dass Mama fort war. Vielleicht hat ihn auch der kleine Riesensohn aufgeweckt, weil obwohl er so arg unschuldig dreinschaut.

Ich nahm Sohni also mit nach unten und tippte stoisch weiter, bis fast zum Ende, als der kleine Riesensohn auftauchte, mich böse anguckte und im Dashabeichdochschonzehnmalgesagt-Tonfall sagt: „WANN kommst du ENDLICH ins Bett?“

Halloooo? Wer ist hier wohl der Chef?

Und dann funktionierte WordPress nicht mehr und ich trabte ins Bett. Ich muss wohl doch die Morgenstunden nutzen, um hier weiter zu schreiben. Und dazu sehr früh aufstehen.

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