Beliebte Artikel oder Eifersucht bei Zwillingen

15. Juni 2011 § 4 Kommentare

Zu den beliebtesten Artikeln (Die Ich-bin-Mutter-Krise und – für mich ganz unerwartet: Drachenkostüm selber machen) ist ein weiterer hinzugekommen: Eifersucht bei Zwillingen.

Mit der Eifersucht unter unterschiedlich alten Geschwistern kenne ich mich nicht so gut aus, aber sie hält sich bei uns in Grenzen, auch wenn der kleine Riesensohn immer mal wieder äußert, er fände es gut, wenn die Toddler auszögen. Besuchen kann man die ja immer noch.

Und hier unsere Strategien bei der Eifersüchtelei und bitte, bitte, bitte, verehrte Leser, fügt eure Strategien hinzu – ich bin gerade dringend darauf angewiesen:

Eifersucht entsteht ja nach meinem Verständnis aus dem Gefühl heraus, nicht genügend Aufmerksamkeit zu erhalten. Daher trennen wir die Zwillinge, wenn irgend möglich. Meist nehme ich dann den kleinen Riesensohn und einen Zwilling, der beste Ehemann von allen den anderen. Das Ergebnis: Ein Zwilling allein ist friedlich, entspannt, aufmerksam und schmusig. Ein Zwilling plus großen Sohn ist auch sehr entspannend. Ich könnte mir vorstellen, dass der Konkurrenzdruck geringer ist. Jedenfalls nimmt der kleine Riesensohn einen Zwilling klaglos in Kauf.

Wenn eine solche Aufteilung pro Elternteil nicht möglich ist, gibt es noch die Trennung via Barriere. Bei uns sieht das so aus, dass dann zum Beispiel ein Zwilling in der Küche ist und zwar bei der schwer schuftenden Mama, der andere im Spielezimmer, das sich direkt an die Küche anschließt und nur durch das Kindergitter von dieser getrennt ist. Dann können sie sich zumindest nicht beißen und hauen, von Fingernägel-in-die-Kopfhaut krallen mal ganz zu schweigen. Solche Trennung versuche ich nur in Notfällen, wenn ich nämlich dringend mal was machen muss und auf die Kreischattacken nur wenig Bock habe ich meine Nerven schonen möchte. Meistens finden die beiden die Trennung nicht so gut, aber manchmal geht es wirklich ganz famos. Heute zum Beispiel konnte ich sogar in Ruhe das Müsli anrühren, während der Spielzimmerzwilling alleine vor sich hinspielte.

Wenn ein Zwilling nöddelig ist oder vor Müdigkeit, Hunger oder Frust heult, setze ich ihn auch mal in den Kinderwagen vor die Haustür. Obacht! Das ist keine Strafe. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund beruhigt ihn das und er singt manchmal sogar vor sich hin. Nach einer Beruhigungsphase signalisiert er dann, dass er wieder rauswill, und das darf er dann auch. Heute saß Sohni im Kinderwagen und ich bin vor Herzschmerz fast aus den Latschen gekippt, als Maxe die Brötchentüte geklaut gefunden hatte und Sohni ein Brötchen in sein Kinderwagengefängnis reichte. Irgendwie müssen die sich doch liebhaben  😉 .

Ähnliches erreicht man auch, wenn man die beiden Eifersuchtsbomben in ihre Hochstühlchen verfrachtet. Wenn es sowieso Zeit für den Nachmittagssnack ist, kann man sie mit Brötchen oder ähnlichem beschäftigen. Maxe zum Beispiel malt auch sehr gerne und er bekommt bei schlechter Laune oder Kampfesluft Papier und (von überall wieder abwischbare) Filzstifte vorgesetzt.

Und nicht zuletzt: Wenn beide streiten, muss die Dritte Ruhe bewahren. Ganz praktisch heißt dies bei uns: Ich setze mich zu den beiden auf den Boden und spiele ihnen was vor, bis sie alleine anfangen zu spielen. Anscheinend bin ich so eine Art Ruheinsel, die Unruhe verbreitet, sobald sie sich bewegt. Das Ruheinselspiel klappt wirklich fast immer. Sobald ich den Weg ins Badezimmer oder zum Kaffeekochen antreten, kreischen die beiden. Wenn ich ganz ruhig dasitze, nehmen sie sogar in Kauf, dass der jeweils andere sich seine Schmuseeinheiten abholt.

So, und nun liegen die Herren Eifersucht in ihren Betten und schnarcheln friedlich, Zeit fürs Abendessen. Für mich natürlich.

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§ 4 Antworten auf Beliebte Artikel oder Eifersucht bei Zwillingen

  • Nessa sagt:

    Hehe, das kommt mir alles ziemlich bekannt vor 😀 Und irgendwie hört das hier mit der Eifersucht der Zwillinge aufeinander auch nie auf. Ich glaub es ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden^^ Die beiden sind netter zueinander, wenn Mama nicht da ist. Sobald sie da ist, heißt es: „Mich fährst du nie zu meinen Freunden, immer nur den.“, „Für den hast du immer Zeit und für mich nicht.“ „[beliebigen Vorwurf hier einsetzen]“. Hoffentlich hört das irgendwann mal auf 😉

  • Mara Solanum sagt:

    Ohneee, es muss einfach besser werden! Oder ich bringen vormittags den einen in den Kindergarten und nachmittags den anderen. Oder wir mieten eine Zweitwohnung. Oder ich klone mich…

  • Michi sagt:

    Gott sei dank, ich dacht schon ich bin ein Einzelfall 🙂 Meine Jungs Julian und Jacob sind jetzt 13 Monate jung und ich erlebe jeden Tag das gleiche. Sobald ich beide bei mir habe, streiten sie sich, boxen, hauen, zwicken. Wenn Papa da ist, versuche ich auch einen abzugeben, aber sie wollen immer beide bei Mama bleiben. Es klappt dann auch nur, dass ich mit einem Zwerg in ein anderes Zimmer gehe und mich dort mit ihm beschäftige, dann ist das andere Mäuschen auch ruhig….. ich habe leider auch noch keine Lösung gefunden, war mir total den Nerv raubt…. LG Michi

  • mara sagt:

    Beileibe nicht! Zurzeit durchleben wir aber eine gute Phase, die beiden sind gestern sogar gemeinsam getürmt… Zusammen macht stark… Und sie spielen so gut zusammen. Es kann ja nur besser werden! Liebe Grüße und schön, dass du hierher gefunden hast!

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