Mit Zwillingen ins Schwimmbad!

28. Juni 2011 § 2 Kommentare

Schwimmbäder sind ja so ein bisschen heikel, finde ich, wenn man mit gleich drei Kleinkindern unterwegs ist. Heute aber war es so heiß, dass Schwimmbad einfach sein musste. Blieb noch die Frage des Wohins. In den großen Bädern tummeln sich meines Wissens bei Temperaturen über 30°C mehr Besucher als Grashalme; die kommen also nicht in Frage.

Glücklicherweise gibt es hier in der Nähe jedoch noch ein kleines Hallenbad, das einen überschaubaren und eingezäunten Rasenplatz mit Kleinkindplanschbecken vor der eigentlichen Schwimmhalle hat. Fahrtzeit: eine Stunde. Uff. Bei der Ankunft gibt es als allererstes Eis für jedes Kind und einen Liter Wasser für die Fahrerin des Kinderwagens. Die freundliche Frau an der Pommes-Theke läßt sich dazu erweichen, die Außentür zum Rasenplatz zu öffnen, damit wir nicht durch die Schwimmhalle müssen, und schwupps… Sind wir drin im Badeländle!

Es ist nicht ganz einfach, Zwillinge umzukleiden, wenn sie gleichzeitig auf den Beinen der bemühten Mutter Platz nehmen, aber es geht. Der kleine Riesensohn meckert, er wolle baden, und dieselbe bemühte Mutter wiederholt geduldig, dass er dazu einfach nur seine Badehose anziehen müsse. Beim Umkleiden befällt ihn fast immer die Bummelitis, aber mit DEM Ziel vor Augen hat selbst die hartnäckigste Bummelitis so gut wie keine Chance (dass sie sich dann beim Wiederanziehen doppelt und dreifach gerächt hat, erwähne ich jetzt hier mal lieber gar nicht).

Und dann checken wir mal das Toddlerbecken. Hmhmhm, knietief, Toddlerknie wohlgemerkt, pipiwarm, im Schatten – per-fekt! Ich setze mich an den Beckenrand und mache einen auf Erdmännchen. In aufrechter Haltung alle drei Sekunden die Kinderschar durchzählen und auf Feinde achtgeben. Feinde gibt es auch in einem Toddlerbecken ausreichend. Der große und übergewichtige Junge zum Beispiel, der ausgerechnet an unserer Beckenseite Arschbomben Bauchplatscher übt und dabei die Toddler nassspritzt, die – der aufmerksame Leser weiß das schon – wasserscheu sind. Bei dieser Gelegenheit stelle ich irritiert fest, dass das Hallenbad bademeistergesichert ist, nicht aber das Kleinkindbecken im Außenbereich. Erwähnen will ich noch den kleinen Spargeltarzan, der – mit einem Schälchen bewaffnet – kaltes Wasser von der Außendusche holt und dieses dann seinen Freunden in den Nacken schüttet. Auch solche Aktionen machen Wassertropfen auf wasserscheue Zwillinge.

Sohni härtet relativ schnell ab, nachdem er ein paar Mal empört geweint hat, aber Maxe will auf meinen Schoß bzw. hinter meinen Rücken und hat Angst. Dann bringe ich Schäufelchen, Schälchen und die beiden Gießkännchen ins Spiel und der Tag ist gerettet, jetzt können sie gießen und schütten und dabei vergessen sie ganz die großen und kleinen Springer, die sich inzwischen irgendwo anders tummeln.

Wie erwartet geht Maxe gar nicht ins Wasser, der quiekt ja schon panisch, wenn Elisabeth die Babywanne mit Wasser füllt, aber Sohni kann irgendwann nicht mehr widerstehen und klettert, zunächst vorsichtig an Mamas Hand, über den kleinen Beckenrand. Oi! Das ist schön! Und aufregend! Maxe macht einen halbherzigen Versuch, dem Beispiel seines Bruders zu folgen, aber bricht das Experiment lieber ab, bevor etwas schiefgehen kann. Als Sohni sich binnen zwei Minuten an das Wasser, das bis fast an seine knuddeligen Knie reicht, gewöhnt hat, sucht er bereits den nächsten Thrill: Die Wasserrutsche. Sie geht mir bis zur Hüfte, ist breit gebaut und die Treppe ist mit sonem rutschfesten Zeug versehen. Sohni klettert, guckt und rutscht. Ich werd nicht mehr. Klar, dass er gerade dann losrutscht, wenn ich eine Sekunde zu Maxe schiele, der gerade todesmutig die Treppe erklimmt, und auch klar, dass er mit dem Kopf auf der Rutsche aufschlägt und es einen fiesen Bäng gibt. Und gut, dass die Mutter ihn dann doch ziemlich schnell aus dem Wasser zieht und tröstet. Mein kleiner Hase! Ich vergehe vor Scham, dass ich nicht gut genug aufgepasst habe, aber beides (das Vergehen und die Scham) lösen sich ruckizucki in Luft auf, als Sohni nur wenige Minuten später den Delfin in der Mitte des Beckens erklimmt und danach zielstrebig erneut auf die Rutsche zusteuert. Und da sind wir dann geblieben. Mit großem Huiii und – dank meiner hartnäckigen Intervention – an meiner Hand rutscht Herr Abenteuer, dass es eine Freude ist, während der Zwillingsbruder das Ganze kritisch von sicherer Warte aus beobachtet. Der kleine Riesensohn hat sich währenddessen mit Robert angefreundet, der schon sechs ist und ein bisschen traurig, als ich ankündige, dass wir gleich gehen werden.

Und dann gibt es doch noch Krach, als der kleine Riesensohn auch auf mehrmalige Zurufe nicht reagiert und splitterfaserna**t und mit dem frisch umgezogenen Sohni im Schlepp durch die Matschpfütze vor dem Schwimmbecken platscht und sich dann selbigem nähert. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie zwei meiner Kinder sich wieder in die Fluten stürzen wollen, und dann schimpfe ich und ziehe den kleinen Riesensohn an der Hand auf unser Handtuch und verdonnere ihn zum Anziehen. Sohni wird erneut umgekleidet (Mütter! Nehmt immer drei Garnituren mit!) und angekettet im Kinderwagen angegurtet, Maxe folgt brav und beide mümmeln dann andächtigt ihre Laugenstange.

Wehe dem, der den kleinen Riesensohn zum Anziehen verdonnert und sogar noch schimpft. Papa soll kommen, ich bin sein Freund nicht mehr und lautes Gekreische mit der Drohung, sich nicht anzuziehen. Ich stelle ihm Na**tfahren in der S-Bahn in Aussicht, und er überlegt sich die ganze Sache nochmal. An dieser Stelle sei noch die Dame erwähnt (die Oma des ArschbombenBauchplatscherkindes), die im Vorbeigehen „Oh, Gott!“ sagt und uns missbilligend ansieht, bevor sie mit dem Enkelkind den Heimweg antritt. Hat die denn noch nie einen Wutanfall gesehen?

Aber ach, ich kenne ja meinen Sohn, ein bisschen Kompromissbereitschaft meinerseits (er das T-Shirt, ich die Hose) und wir sind wieder dicke miteinander. Ach, es war ein schöner Tag. Und jetzt schlafen sie alle. Maxe auf dem Rücken, die Ärmchen über den Kopf haltend, den Nucki verkehrt herum im Mund. Der kleine Riesensohn auf dem Bauch, tief atmend. Und Sohni popohochgereckt und sich zurechtwindend wie ein kleiner Hamster in seinem Heunest. Gerne wieder ins Schwimmbad. Und wenn sie dann am Abend auch noch schön müde sind… was wollen müde Mütter mehr…

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