Eingewöhnung im Kindergarten

13. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Seit letzten Montag sind wir stolze Besucher der Elefantengruppe, und heute wurde ich zum ersten Mal zum Kaffeetrinken geschickt. Der Kaffee steht im Personalraum. Außerdem steht dort ein Sofa, auf das ich mich habe fallen lassen, unfähig, auch nur ein Kapitel meiner drei mitgebrachten Romane zu lesen.

Warum ist die Eingewöhnung auch für die Eingewöhner so anstrengend? Keine Ahnung, aber den anderen Müttern geht es so ähnlich. Vermutlich ist es die unglaubliche Reizüberflutung: Kinderweinen, Kinderlachen, Kinderfragen, Kinderspielzeug, Kindereltern, Kinderpuzzle, Kinderkleidung, die an den Wänden hängt, Termine ausmachen, andere Eltern kennenlernen, Aufräumen, Nein-Sagen, Kakaotrinken, Tür auf, Tür zu…

Die nächste Mutter, die den Personalraum betrat, fragte besorgt, ob es mir nicht gutginge, und ich erwiderte, doch, ja, eigentlich schon und dass ich nur heute morgen meine drei Kinder in den Kindergarten gebracht hätte und nun unfähig dazu wäre, einen dynamischen Eindruck zu machen. Ich glaube, sie hat das verstanden.

Jedenfalls: es läuft gut. Die ersten Tage spielten sie schon sehr gemütlich und erweiterten im Laufe der Zeit ihren Radius. Immer mal wieder kam einer von ihnen vorbei, holte sich einen Pott Liebe und Sicherheit ab und verschwand wieder. Wenn Radius und Zeitabstände größer werden, ist das ein gutes Zeichen. Am Freitag oder so empfahl ich Frau Bäcker, mit den Zwillingen auf den Spielplatz zu gehen, während ich im Gruppenraum sitzen blieb. Klappte famos.

Gestern sind wir alle in den Keller marschiert, in den Toberaum mit Bällebad, Kuschelriesenkissen, Höhlenbaumöglichkeiten und niedrigen Klettergeräten. Meine Jungs kannten den Raum von den Krabbelstunden her und fühlten sich dort augenscheinlich wohl, während ich in den Armen des Riesenteddys versank. Der Vater neben mir machte es sich auf der Matratze bequem. So lässt es sich aushalten.

Ich glaube, Sohni und Maxe finden Kindergarten toll. Denn außerdem haben sie gestern entdeckt, dass es dort Kakaopulver gibt. Er wird in Plastikbehältern aufbewahrt, die ein Rohr in der Mitte des Deckels haben, so wie manche Zuckerpötte. Maxe hat sich das Ding vom Tisch geklaut und sich das Pulver direkt in den Mund gefüllt. Wer braucht schon Milch? Die nächste halbe Stunde haben sie damit verbracht, ihren Kakao (mit Milch!) aus der Tasse zu löffeln. Warum löffeln? Keine Ahnung, vielleicht hat man dann mehr davon. Sohnis Bauch sah aus wie eine Kugel, als ich ihm schließlich die dritte Tasse verwehrte.

Und dann der Kuchen. Muffins gab es, mit Schoko-Zuckerguss und Smarties, weil ein ebenfalls neues Kind Geburtstag hatte. Maxe hatte seinen Muffin als erstes von allen Kindern aufgegessen und verlangte nach mehr, während Sohni gefühlt eine Stunde brauchte, um den Zuckerguss abzulecken. Er sah aus wie ein Kätzchen. Danach bekamen wir Streit, weil ich der Meinung bin, dass man nicht gleichzeitig einen krümeligen Muffin belecken und spielen kann. Jedenfalls nicht im Bällebad (da waren wir schon im Toberaum). Nach einem kleinen Intermezzo (Schokomasse von Mund und Händen wischen, begleitet von Tränen und herzzerreißenden Rufen) rettete ihn die Leiterin, indem sie ihm die Vorteile (Spaß) des Bällebades vor Augen hielt. Auch ohne Muffin.

Um ungefähr elf Uhr, spätestens halb zwölf sind die beiden aber fertig mit der Elefantengruppe, mit sich und mit der Welt. Dann fahren wir drei nach Hause, essen noch einen Jogurt und plumpsen in unsere Betten. Ich bin nur früher wieder wach 😉 .

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